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Warnstreiks
Damit müssen Reisende und Pendler rechnen

Die Gewerkschaft Verdi und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG haben zu einem Streik im Verkehrssektor aufgerufen. Er soll in der Nacht zum Montag beginnen und 24 Stunden dauern. Betroffen sind der Fernverkehr der Bahn und zahlreiche Flughäfen. In sieben Bundesländern wird auch im öffentlichen Nahverkehr gestreikt. Die Auswirkungen im Überblick.

30.03.2023
    Auf Bildschirmen am Flughafen Düsseldorf wird auf den Streik des Sicherheitspersonals in der Fluggastkontrolle hingewiesen.
    Streikmeldungen am Flughafen Düsseldorf (dpa/Federico Gambarini)
    In diesen Bereichen ist am Montag mit Einschränkungen zu rechen:

    Deutsche Bahn

    Die Deutsche Bahn stellt ihren Fernverkehr am Montag komplett ein, mit Verzögerungen müssen Zugreisende aber voraussichtlich schon am Sonntagabend rechnen. Schon gebuchte Tickets für den Zeitraum sind nun bis zum Dienstag, den 4. April, gültig. Die Zugbindung wird aufgehoben, Sitzplatzreservierungen können storniert werden.
    Auch bei DB Regio, die den Regionalverkehr betreibt, stehen nach Angaben der Bahn die Züge still. Und am Dienstag könnten aufgrund der Nachwirkungen des Streiks ebenfalls noch zahlreiche Verbindungen ausfallen.
    Auswirkungen werden auch im internationalen Bahnverkehr erwartet. So rechnen beispielsweise die tschechische und die schweizerische Bahn damit, dass ihre Züge nur bis zur deutschen Grenze fahren.
    Auch bei privaten Anbietern wie Flixtrain, eurobahn, Osthannoversche Eisenbahnen, Ostdeutsche Eisenbahn oder Transdev fahren voraussichtlich nicht alle Züge.

    S-Bahn

    Die S-Bahn-Netze im Bundesgebiet werden zum Großteil von DB Regio betrieben, deshalb drohen auch hier zahlreiche Ausfälle. In Berlin fahren von 04.00 Uhr bis 15.00 Uhr keine S-Bahnen. Zudem sei noch nach Streikende mit Einschränkungen zu rechnen, erklärte die Berliner S-Bahn. U-Bahn, Bus und Tram in der Hauptstadt sind nicht betroffen.
    In München, Hamburg und Frankfurt am Main werden "massive Beeinträchtigungen" erwartet. Die S-Bahnen der kommunalen Rheinbahn in Düsseldorf entfallen ebenfalls.

    U-Bahnen und Busse

    Im öffentlichen Nahverkehr wird in sieben Bundesländern gestreikt - Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.
    Die Stadtbahnen und Busse der Kölner Verkehrsbetriebe fahren beispielsweise am Montag überhaupt nicht. In Dresden müssen Fahrgäste bei allen Straßenbahn- und Stadtbuslinien mit Ausfällen rechnen. In München fahren U-Bahnen und Trams nicht, bei den Bussen soll jedes zweite Fahrzeug eingesetzt werden.
    Erhebliche Auswirkungen hat der Streik damit auch auf den Schulweg von Kindern und Jugendlichen. Die Schulpflicht gilt generell trotzdem. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern haben aber erklärt, dass vom Warnstreik Betroffene zu Hause bleiben dürfen. Die Schule müsse aber wie bei einer Krankmeldung umgehend informiert werden. Nordrhein-Westfalen und Berlin pochten hingegen auf die Präsenzpflicht.

    Flüge

    Bestreikt werden fast alle großen Flughäfen, darunter Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart. Am Frankfurter Flughafen und auch in Stuttgart wird der reguläre Flugverkehr deshalb am Montag eingestellt. Der Hamburger Flughafen meldete, reguläre Abflüge seien nicht möglich. Bei den Ankünften gebe es Flugstreichungen.
    In München bleiben die Flugzeuge nicht nur am Montag am Boden, sondern auch schon am Sonntag. Keine Warnstreiks sind hingegen am Berliner Flughafen angekündigt. Vor "erheblichen Einschränkungen" wird aber trotzdem gewarnt. Denn neben Flugstreichungen auf innerdeutschen Strecken ist mit einer erschwerten Anreise zum Flughafen zu rechnen.
    Nicht betroffen ist der Berliner Flughafen BER. Dennoch ist besonders auf innerdeutschen Strecken mit Ausfällen zu rechnen. Auch die Anreise ist schwieriger als sonst.
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.