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StartseiteZur DiskussionMedien in Zeiten von Angst und Terror27.07.2016

Das Diktat der EilmeldungMedien in Zeiten von Angst und Terror

Ob Würzburg, München, Reutlingen oder Ansbach: Bilder der Gewalt aus diesen Städten prägten die vergangenen Tage. Viele Menschen sind verunsichert. Welche Rolle spielen aber die Medien in solchen Gefahrensituationen? 

Diskussionsleitung: Stephan Detjen

Sie sehen bunte Mikrofone und im Hintergrund viele Journalisten. (picture-alliance / dpa / Daniel Karmann)
Medienvertreter warten im Polizeipräsidium in München auf den Beginn einer Pressekonferenz (picture-alliance / dpa / Daniel Karmann)
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Oliver Auster, "Bild" NRW: "Wir würden dieses Video immer wieder zeigen."

Angebliche Fotos und Videos von Tatorten verbreiten sich rasend schnell im Netz. Das Schwierigste in solchen Situation sei es, keine falschen Informationen zu verbreiten, erläuterte Oliver Auster, "Bild"-Redaktionsleiter in Nordrhein-Westfalen, in der Sendung "Zur Diskussion". Er halte es aber grundsätzlich für richtig, auch Fotos und Informationen über einen Amokläufer zu veröffentlichen. Insbesondere nannte Auster das Video, das Äußerungen des Münchner Amokschützen wiedergibt.

Robert Kahr, Kommunikationswissenschaftler: "Nachahmungstäter beziehen sich auf die Fälle, über die medial sehr intensiv berichtet wurde."

Der Kommunikationswissenschaftler Robert Kahr widersprach. Solche Veröffentlichungen könnten mögliche Nachahmungstäter motivieren. Dass dieses Video in einer Art Dauerschleife gezeigt worden sei, spreche für fehlende Besonnenheit der Medien. Für Amoklagen existiere ein Leitfaden, dennoch machten einige Medien die gleichen Fehler wie man sie schon beim Fall Winnenden gesehen habe.

Es diskutieren:

  • Oliver Auster, Redaktionsleiter BILD in Nordrhein-Westfalen
  • Robert Kahr, Kommunikationswissenschaftler, Deutsche Hochschule der Polizei
  • Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes

Oliver Auster, „Bild“ NRW, links, Stephan Detjen, Deutschlandradio, Mitte, und Robert Kahr, Kommunikationswissenschaftler, rechts im Bild, diskutieren im Deutschlandfunk-Studio über den medialen Umgang mit Gewalt und Terror.  (Deutschlandfunk)Diskussion zum medialen Umgang mit Gewalt und Terror (Deutschlandfunk)

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