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Das kürzeste Jahr

Bewohner des britischen Königreichs und seiner Kolonien müssen sich wie im Reich von Dornröschen gefühlt haben. Am 2. September 1752 schliefen sie ein und erwachten am 14. September. Doch schliefen sie nicht wirklich 11 Tage. Die britische Regierung hatte das Datum neu bestimmt.

Damond Benningfield |
    Diese Anpassung war erforderlich, um den Kalender wieder in Gleichklang mit den Jahreszeiten zu bringen. Bis dahin hatten die Briten den Julianischen Kalender angewandt, der 18 Jahrhunderte zuvor von Julius Cäsar eingeführt worden war. Es war ein großartiger Kalender. Doch war er nicht perfekt. Im Laufe der Jahre hatte er sich zum Verlauf der Jahreszeiten um 11 Tage verschoben.

    1582 hatte Papst Gregor XIII. einen neuen Kalender eingeführt, um eine bessere Anpassung der Zeitrechnung mit dem Lauf der Erde um die Sonne zu erreichen. Katholische Länder passten sich dieser Regelung schnell an. Das protestantische England übernahm sie erst im Jahr 1752.

    Der Verlust der 11 Tage führte zu Protesten und Aufständen. Als die Steuern am 25. März fällig waren, verweigerten viele Geschäftsleute die Zahlung und beglichen ihre Rechnungen erst am 5. April.

    Damals war der 25. März im britischen Empire der offizielle Beginn des Kalenderjahres und des Steuerjahres. Aufgrund der Kalenderumstellung verlegte das Parlament den Neujahrstag auf den 1. Januar. So wurde das Jahr 1752 zum kürzesten Jahr in der britischen Geschichte. Es dauerte nur 271 Tage.