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StartseiteHintergrundDas Lebenswerk des Muhammad Yunus09.12.2006

Das Lebenswerk des Muhammad Yunus

Friedensnobelpreisträger hilft der Dritten Welt mit Mikrokrediten

Der als "Bankier der Armen" geltende Ökonom Muhammad Yunus aus Bangladesch hat den Friedensnobelpreis 2006 zuerkannt bekommen. Neben Yunus wurde die von ihm 1983 gegründete Grameen Bank geehrt, die Mikrokredite an Arme vergibt, die bei einer normalen Bank keine Chance hätten. Diese Kleinstkredite werden besonders häufig von Frauen genutzt.

Von Friederike Schulz

Erhielt den Friedensnobelpreis 2006: Muhammed Yunus. (AP)
Erhielt den Friedensnobelpreis 2006: Muhammed Yunus. (AP)
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Mit Kleinstkrediten gegen die Armut
Gegen Armut, für den Frieden

Als das fünfköpfige Komitee in Oslo bekannt gab, wer dieses Jahr am 10. Dezember den Friedensnobelpreis bekommt, jubelte ganz Bangladesch. Vor der Zentrale der Grameen Bank in der Hauptstadt Dhaka versammelten sich Tausende von Menschen und ließen Muhammad Yunus hochleben. Der war von der Entscheidung überrascht worden, schließlich galt er nicht als Favorit. In der Tat war der Wirtschaftswissenschaftler kein klassischer Kandidat für den Friedensnobelpreis wie zum Beispiel UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Die Frage "Wer ist das denn?" war durchaus berechtigt. Der Name Yunus war bis dahin hierzulande nur denjenigen geläufig, die sich mit Entwicklungspolitik beschäftigen. Hinzu kommt, dass die Entscheidung zumindest auf den ersten Blick verwunderte. Denn Yunus ist kein Friedensaktivist im klassischen Sinn, sondern ein Banker, der mittellosen Frauen mit Kleinkrediten wirtschaftlich auf die Beine hilft. Doch das Nobelkomitee hatte eine sehr bewusste Wahl getroffen, wie der Leiter der Osloer Kommission, Ole Danbolt Mjös, deutlich machte.

"Es kann keinen echten Frieden geben, wenn große Teile der Bevölkerung keinen Weg aus der Armut finden. Mikrokredite ermöglichen einen solchen Weg. Eine positive ökonomische Entwicklung ist auch der Garant für Menschenrechte. Auch kann man kein vollwertiges Wachstum und Demokratie erreichen, wenn die Hälfte der Menschen, die Frauen, nicht gleichberechtigt ist."

Kein Frieden ohne Wohlstand, die Losung sollte wohl auch als Mahnung an die Vereinten Nationen verstanden werden. Diese hatten sich im Jahr 2000 hehre Ziele gesteckt, die So genannten Milleniumsziele: Bis 2015 soll die Anzahl der Menschen, die in Armut leben, halbiert werden. Doch bisher ist die Weltgemeinschaft diesem Ziel nicht wesentlich näher gekommen. Noch immer leben rund 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut, das heißt, sie haben weniger als einen US-Dollar pro Tag. 70 Prozent von ihnen sind Frauen. Und an sie wendet sich die Grameen Bank. Denn wenn man Frauen hilft, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern, hilft man nicht nur ihnen selbst, sondern auch ihren Familien. Das ist Yunus' Prinzip, und deswegen unterstützt seine so genannte Dorf-Bank fast ausschließlich Frauen.

"Wenn eine arme Mutter beginnt, etwas Geld zu verdienen, so verwendet sie ihr Einkommen zuerst für ihre Kinder. Danach kommt das Haus an die Reihe: Sie erwirbt einige Utensilien, lässt das Dach ausbessern und verbessert die Lebensumstände der Familie","

schreibt Yunus in seiner Autobiografie. Darin berichtet er eindrücklich, wie er dazu kam, die Grameen Bank zu gründen. 1974 war das, das Jahr einer großen Hungersnot. Muhammad Yunus war damals Anfang 30 und kam von einem Studienaufenthalt in den USA zurück. Der junge Professor hatte gerade seine Stelle als Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften angetreten. Auf dem Weg zur Universität ging er jeden Morgen an dem Dorf Jobra vorbei, in dem die Menschen hungerten. Er war zwar mit den Theorien der Wirtschaftswissenschaften vertraut, sie boten aber keine Antwort auf die Frage, wie Hunger und Armut in seinem eigenen Land bezwingen könnte.

""Ich verspürte nur noch einen Wunsch: Ich wollte mich aus dem Staub machen, alle Lehrbücher hinwerfen und das Hochschulleben aufgeben. Ich wollte die Wirklichkeit verstehen, die das Leben eines Armen ausmacht und die wahre Ökonomie entdecken, also die des wirklichen Lebens - zuallererst im benachbarten Dorf Jobra. Ich beschloss, wieder Student zu werden. Jobra sollte mir als Universität dienen, und die Einwohner Jobras sollten meine Professoren sein."

Und Yunus hörte seinen "Professoren" genau zu - bis heute
keine Selbstverständlichkeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Erst mühsam setzte sich in jüngster Zeit die Erkenntnis durch, dass Entwicklung nur dann funktioniert, wenn Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird. Das gilt besonders für ein Land wie Bangladesch, in dem korrupte Beamte den Großteil staatlicher Entwicklungshilfegelder in die eigene Tasche abzweigen. Wer helfen will, muss also mit den Betroffenen direkt reden.

"Wie heißen Sie?"

"Sofia Begum."

"Gehört Ihnen dieser Bambus hier?"

"Ja."

"Wie beschaffen Sie den?"

"Ich kaufe ihn."

"Wieviel bezahlen Sie dafür?"

"Fünf Taka."

"Haben Sie diese fünf Taka?"

"Nein, die leihe ich mir von den Zwischenhändlern."

"Was handeln Sie mit denen aus?"

"Am Ende des Tages muss ich ihnen meine Bambushocker verkaufen, um das Darlehen zurückzuzahlen. Was übrig bleibt, ist mein Gewinn: 50 Paisa."

"Dies entsprach genau zwei Cent. In allen Ländern der Welt sind Wucherzinsen üblich und so sehr zum Bestandteil des Alltags geworden, dass selbst der Geldverleiher nicht mehr bemerkt, wie ausbeuterisch solch ein Vertrag ist.""

Um diesen Teufelskreis der Verschuldung zu durchbrechen, lieh Muhammad Yunus 42 armen Frauen in Jobra zunächst selbst Geld. Und die zahlten es zum Erstaunen aller komplett zurück. Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis der Wirtschaftswissenschaftler sich schließlich 1983 gegen den
anfänglichen Widerstand der kommerziellen Banken und der Regierung den Traum von einem eigenen Kreditinstitut erfüllen konnte. Heute ist seine Grameen Bank in mehr als 50.000 Dörfern in Bangladesch aktiv, so auch in Chamurkan, nördlich der Hauptstadt Dhaka.

Das Haus von Musamat Anwara ist das Kommunikationszentrum von Chamurkhan. Wer in dem kleinen Dorf telefonieren will, benutzt das Handy von Musamat und bezahlt dafür. 1997 hat sie es
gekauft - mit Hilfe eines Darlehens der Grameen-Bank.

""Die Idee kam von der Grameen Bank. Und jetzt mache ich ein gutes Geschäft. Etwas mehr als die Hälfte dessen, was ich mit den Telefongesprächen verdiene, geht zurück an die Bank, um den Kredit abzubezahlen. Der Rest ist mein Gewinn."

Früher mussten die Dorfbewohner zu Fuß oder auf dem Fahrrad den Weg in die Hauptstadt Dhaka auf sich nehmen, um zu telefonieren. Jetzt haben sie einen Apparat mitten im Dorf. 140.000 solcher Dorftelefone gibt es mittlerweile. Muhammad Yunus erläutert, warum sie aus seiner Sicht noch weit mehr sind als eine gute Geschäftsidee für Frauen, die sich eine Existenz aufbauen wollen.

"Die Vorstellung von einem Dorf in Bangladesch ist: es ist sehr abgelegen, eine isolierte Insel, und die Bewohner haben keine Ahnung, was in der Welt passiert. Wenn man Telefon ins Dorf bringt, wird diese Isolation beendet - es gibt keinen Unterschied mehr zwischen den Menschen in der Stadt und auf dem Dorf."

Unmittelbar spürbar ist der Erfolg für die Telefondamen von Grameen, die dank der Kleinkredite zu Geschäftsfrauen geworden sind. Umgerechnet 150 Dollar stellt die Bank ihren Mitgliedern im Schnitt zur Verfügung. Der Zinssatz liegt bei 20 Prozent. Verteilt auf ein Jahr wird der Kredit
zurückgezahlt, zwei Prozent pro Woche. Für Musamat Anwara ist ihr Telefonladen nicht der erste Erfolg. Mit früheren Grameen-Darlehen konnte sich ihre einst mittellose Familie langsam hocharbeiten.

"Bevor ich den ersten Kredit der Grameen-Bank bekommen habe, haben wir ums Überleben gekämpft: Mein Mann hat Bambus verkauft, ein bisschen Geld haben wir mit den Hühnern verdient. Wir hatten nur eine Strohhütte. Jetzt wohnen wir in einem richtigen Haus, haben ein Stück Land, züchten Fische, meine Kinder gehen zur Schule. Uns geht es gut, und wir sind glücklich."

Solche und ähnliche Erfolgsgeschichten sind es, die den Ruf der Grameen Bank begründen. Das Konzept ist simpel, schreibt Muhammad Yunus:

"Wenn man mich fragt: 'Von Ihrer Ausbildung sind Sie doch kein Banker. Wie haben Sie es geschafft, Grameen aufzubauen?' So antworte ich: Wir haben uns angesehen, wie die anderen Banken arbeiten, und dann haben wir das genaue Gegenteil davon
gemacht."

Diese Bank hat keine Filialen im klassischen Sinn. Die Mitarbeiter sind ständig unterwegs, meist mit dem Fahrrad. Sie besuchen selbst die abgelegensten Dörfer, um neue Mitglieder zu gewinnen. Dort sprechen sie die Frauen vorsichtig an, erzählen von der Bank und bauen so Vertrauen auf. Ein mühsames Unterfangen, denn bis heute ist es in Bangladesch alles andere als selbstverständlich, dass Frauen Geld in die Hand bekommen. Viele verlassen nicht einmal allein das Haus. Somit hat die Bank auch dazu beigetragen, die Rolle der Frau erheblich zu verändern, erläutert Eva Terberger. Sie ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Mikrokredite. Aus ihrer Sicht sind Kundinnen der Grameen Bank erheblich selbstbewusster als Frauen, die finanziell völlig von ihrem Mann abhängen.

"Allerdings möchte ich hier auch sagen, dass das nicht alles alleinstehende Frauen sind, die das Geld in ihr eigenes Geschäft in ihrem eigenen Namen investieren. Ich finde das auch gar nicht schlimm. Die Tatsache, dass die Frau durch diesen Kredit regelmäßig aus dem Haus gehen kann, dass ihre Rolle im Haushalt gestärkt wird, auch das finde ich einen großartigen Erfolg, selbst wenn der Mann mitzureden hat, was mit dem Geld gemacht wird."

Voraussetzung für einen Kredit ist, dass sich die Frauen zu einer Spargruppe von fünf bis zehn Personen zusammentun. Sie bekommen einen Grundkurs in Buchführung und Management. In langen Gesprächen überlegen die Mitarbeiter von Grameen dann gemeinsam mit ihnen, welche Geschäftsideen sinnvoll wären. Dann bekommt jede Frau ihren Kredit, eine nach der anderen. Die Gruppe kontrolliert die Rückzahlung. Ein Konzept, das aufgeht, die Rückzahlungsquote liegt bei 98 Prozent. Von solch einem Ergebnis können kommerzielle Banken nur träumen, meint Eva Terberger.

"Diese einzelnen Mitglieder der Gruppe stehen für einander ein, aber kontrollieren sich auch gegenseitig, so dass es einem solchen Gruppenmitglied nicht einfallen würde, sich auf Kosten der anderen auszuruhen und nicht fleißig dafür zu sorgen, dass der Kredit ordnungsgemäß investiert und zurückgeführt werden kann.""

Ein Konzept, das Schule gemacht hat. Die Grameen Bank verleiht heute pro Jahr etwa zwei Milliarden Dollar und hat rund sechs Millionen Mitglieder. Und sie ist weit über die Grenzen von Bangladesch aktiv. Fast überall auf der Welt gibt es Grameen-Projekte: in Ecuador, Eritrea, Nepal und sogar in den Elendsvierteln von Chicago. Selbst die Weltbank in Washington, mit deren Chefs sich Yunus immer wieder anlegte, erkennt seinen Einsatz heute an. Sie investiert sechs Prozent ihres Jahresbudgets, 1,3 Milliarden Dollar, in Mikrofinanzprojekte und leistet sich, zusammen mit anderen Entwicklungsorganisationen, sogar eine separate Agentur namens CGap, die nur für Kleinkredite zuständig ist. Die Grameen Bank dient dabei mittlerweile als Musterbeispiel für ein gut geführtes Selbsthilfeprojekt, sagt Martin Holtmann, der bei CGap für die internationale Zusammenarbeit zuständig ist.

"Die Bank trägt sich mittlerweile zu 100 Prozent selbst. Die Bank hat im Jahr 2005 einen relativ kleinen Gewinn von 15 Millionen Dollar gemacht, aber sie ist profitabel, und sie deckt alle Kosten selbst."

Muhammad Yunus hat durch seine unermüdliche Lobbyarbeit wesentlich dazu beigetragen, dass Mikrokredite international eine breite Anerkennung finden. Ihm ist es auch zu einem erheblichen Teil zu verdanken, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2005 zum Jahr des Mikrokredits kürten. Den Friedensnobelpreis hat Yunus somit mehr als verdient, meint auch die deutsche Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.

"Da die Grameen Bank in 44 Nachfolgemodellen in rund 18 Ländern existiert, spricht alles dafür, dass das ein richtiger Renner der Entwicklungspolitik ist. Deshalb sind wir besonders froh, dass durch den Friedensnobelpreis auch mal der enge Zusammenhang zwischen Frieden und gelungener Entwicklung."

Allerdings ist Muhammad Yunus nicht der Erfinder der Mikrokredite. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden in Europa Genossenschaftsbanken als Selbsthilfeprojekte für diejenigen, denen sonst keiner Kredit gab. Zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern werden Mikrokredite allerdings erst seit den 70er Jahren eingesetzt. Muhammad Yunus gilt als einer der Pioniere. Doch auch in anderen Ländern entstanden in dieser Zeit ähnliche Projekte. Weltweit gibt es heute rund 10.000 solcher Kreditinstitute, die einen hohen Stellenwert in der Entwicklungszusammenarbeit einnehmen. 112 Millionen Euro investiert allein die deutsche Bundesregierung, und zwar in mehr als 30 Ländern, erklärt Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Sie hat sich oft selbst an Ort und Stelle von der Wirksamkeit der Mikrokredite überzeugt.

"Ich habe zum Beispiel die mit deutscher Entwicklungszusammenarbeit unterstützte Unternehmerin des Jahres in Marokko getroffen. Das ist eine Frau, die mit einem solchen Mikrokredit vor wenigen Jahren begonnen hat. Sie ist Unternehmerin des Jahres geworden und hat 20 Beschäftigte. Ich finde, das ist eine wichtige, nachhaltige Unterstützung für die Armutsbekämpfung."

Dennoch werden die Mikrokredite auch in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit nie isoliert betrachtet. Sie sind eine wichtige Säule im Kampf gegen die Armut, aber eben nicht die Einzige, erläutert die Ministerin. Am wirksamsten sind Mikrokredite, wenn sie von Bildungsprogrammen und
Gesundheitsvorsorge begleitet werden. So sehen es auch die deutschen Nichtregierungsorganisationen, die ebenfalls in großem Umfang Institutionen wie die Grameen Bank unterstützen. Dieser Meinung ist auch die Wirtschaftswissenschaftlerin Eva Terberger von der Universität Heidelberg.

"Wenn man die Frage stellt: Was ist denn jetzt besser - Geld zu investieren, damit ärmere Bevölkerungsschichten Zugang zu Finanzdienstleistungen haben, oder darein zu investieren, dass mehr Kinder zur Schule gehen können oder dass die Gesundheitsversorgung besser wird, dass Krankheiten besser bekämpft werden? Also, wenn man die Frage stellt: Soll ein Dollar Entwicklungshilfe lieber hierhin oder dorthin transferiert werden, dann werden wir lange danach suchen, und die Antwort lautet wohl auch: Wir brauchen dort einen integrierten Ansatz."

Außerdem ist aus ihrer Sicht fraglich, ob Institutionen wie die Grameen Bank wirklich die Ärmsten der Armen erreichen. Denn Kreditvergabe kann nur dort sinnvoll sein, wo es auch Investitionsmöglichkeiten gibt, betont Eva Terberger.

"Das können durchaus sehr kleine Investitionen sein, die aber sehr ertragreich sind, jedenfalls im Verhältnis. Es muss solche Investitionsmöglichkeiten geben. Solche Armen aber, die arm und krank sind, die keine solchen Möglichkeiten haben, denen lässt sich nicht durch Kredit helfen, sondern die brauchen tatsächlich Hilfe in Form von Transfers, weil sie eben nicht mehr in der Lage sind sich selbst zu helfen."

Dass er mit seiner Bank an Grenzen stößt, das weiß auch Muhammad Yunus. Deswegen will er das Geld, das er vom Nobelkomitee morgen erhält, auch in soziale Einrichtungen in seinem Land investieren: in eine Augenklinik für Arme und in eine Firma für preiswerte Nahrungsmittel. Und auch im Bereich Mikrofinanzen will er expandieren und neue Filialen gründen. Deswegen nutzt der "Banker der Armen" jede Gelegenheit dazu, weiter Werbung für seine Idee zu machen.

"Ich lade jeden ein, meine Idee zu klauen. Ich sage nicht, niemand darf meine Idee anrühren, sondern ich sage: Es ist eine tolle Idee, jeder sollte das tun. Ich beschwere mich nur, dass sich nicht noch viel mehr Leute dieser Idee annehmen und sie umsetzen."

Denn noch immer hat nur eine Minderheit derjenigen, die einen Kredit bräuchten, Zugang dazu. Die Weltbank schätzt, dass drei Milliarden Menschen von einem Mikrokredit profitieren könnten, doch nur knapp 500 Millionen bekommen die Chance dazu. Viel zu tun also für den 66-jährigen Professor aus Bangladesch, der trotz seines Erfolgs noch immer in bescheidenen Verhältnissen lebt und unermüdlich weiter für eine Welt ohne Armut kämpft.

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