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Das Letzte in Kürze

Ihre kleine Bühne hatte einen großen Ruf: Die Hamburger Schauspielerin und Theaterchefin Gerda Gmelin ist im Alter von 83 Jahren gestorben. 40 Jahre lang bis zur Schließung 1999 hatte sie das Theater mit dem bezeichnenden Namen Das Zimmer geleitet, das ihr Vater, Helmut Gmelin, 1948 gegründet hatte - damals noch in einem anderen Haus, im vierten Stockwerk - die erste Vorstellung gab er mit Hebbels Maria Magdalena,: Weltliteratur im Wohnzimmer. Helmut Gmelin starb 1959, seine Tochter Gerda übernahm sein Werk, inzwischen arbeitete man in einer Villa auf der anderen Seite der Alsterchaussee. Mit Beckett, Arrabal und Handke bewies sie Mut für das zeitgenössische und aktuelle, damit machte sie dem Theater seinen Namen, und sie selbst hat bis zuletzt die großen Rollen darin gespielt: Zuletzt war sie die Winnie aus Becketts "Glücklichen Tagen". Das hinderte sie nicht, in der Fernsehserie "Der Landarzt" einem größeren Publikum bekannt zu werden, und bei Loriot hat sie auch mitgespielt: In Papa ante portas.

    Wer von allen Italienern nimmt laut Statistik mit Abstand die meisten Psychopharmaka? Es sind die Bewohner der Toskana. Ausgerechnet. Das gibt zu denken. Und es wird nachgedacht. Der Filmregisseur Franco Zefirelli hat eine Theorie: Es sei der Abstand zwischen einer großen Vergangenheit und der gegenwärtigen Lage als bloßes Touristenparadies, das die Toskaner so bedrücke, sagte er. Ein britischer Künstler und Toskana-Bewohner wiederum sagte: "Wenn hier Psychopharmaka genommen werden, dann werden die auch im Paradies genommen".

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