Studierende der Dortmunder Musikhochschule bei einem öffentlichen Protestkonzert. Mit der Aktion demonstrierten sie noch im Dezember für den Erhalt ihrer Hochschule. Doch seit Freitag ist klar: Der Protest war vergeblich. Die Musikhochschule in ihrer bisherigen Form wird geschlossen. Damit folgt das Land der Empfehlung einer Expertenkommission. Die hatte alle Musikhochschulen des Landes begutachtet. Im Abschlussbericht wurde vor allem Dortmund, eine Abteilung der Musikhochschule Detmold, kritisiert. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft über die Gründe:
Dazu gehört auch, dass sich die Abteilungsstandorte nicht bewährt haben. Sie sind nicht – wie ursprünglich geplant – zu Spezialisten geworden, sondern sie sind kleine Musikhochschulen geworden. Wir machen an fast allen Stellen im Land Gutes, aber wir machen an allen Stellen das Gleiche. Es gibt viele Dinge, die wir darüber hinaus anpacken müssen. Das können wir nur – bei gleich bleibenden Ressourcen, die wir keinesfalls kürzen wollen – indem wir Schwerpunkte setzen und indem wir Entscheidungen treffen.
Die Entscheidung für Dortmund im Detail: Die Professoren werden an andere Musikhochschulen des Landes versetzt, die gegenwärtig rund 260 Studierenden müssen jeweils folgen. Schon zum nächsten Wintersemester kommt das Aus für den Standort Dortmund.
Es wird aber auch Neues entstehen: An der Universität sollen zukünftig Musiktherapeuten und Musikjournalisten ausgebildet werden. Außerdem soll als Ersatz für die Musikhochschule ein neues Orchester-Institut für rund 50 Studierende gegründet werden. Ministerin Kraft erwartet viel von dieser Einrichtung:
Das Institut wird zwei Bereiche haben. Das Eine ist ein Aufbaustudiengang, für diejenigen, die ihre Instrumentalausbildung abgeschlossen haben. Das Zweite wird ein Weiterbildungsstudiengang für diejenigen sein, die hier beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in den vielen Orchestern schon tätig sind. Und ich glaube, dass das ein Highlight wird – nicht nur für die Region, sondern für ganz Nordrhein-Westfalen.
Doch erst einmal bedeutet die Schließung der Musikhochschule Dortmund, dass viele der Studierenden umziehen müssen, dass sie Kontakte verlieren, vielleicht ihre Musikschüler sitzen lassen müssen. Auch mehrere tausend Unterschriften konnten die Ministerin nicht überzeugen. Reimar Steuernagel, AStA-Vorsitzender der Musikhochschule, fühlt sich
... gelinde gesagt verarscht – zunächst aber einmal traurig, weil ich eben auch lange hier studiert habe und so eine gewisse Beziehung zu diesem Institut aufgebaut - dann aber eben auch einfach wütend, weil quasi alles, was wir gemacht haben oder was auch von anderer Seite gekommen ist, einfach ohne Wirkung geblieben ist.
Die Entscheidung der Ministerin kann Steuernagel nicht nachvollziehen. Es ärgert ihn, dass nicht miteinander nach einer Lösung gesucht wurde. Steuernagel kritisiert, dass jetzt auf eine Expertenkommission gehört wird, die zwar monatelang tagte, die Dortmunder Musikhochschule aber gerade einmal für zwei Stunden besuchte.
Ich finde, es ist hier gute Arbeit gemacht worden. Wir haben hervorragende Ergebnisse mit einzelnen Studenten bei Wettbewerben – und ich glaube, dass man eben gerade dadurch, dass man in Dortmund studiert, sich umso mehr anstrengt und umso mehr wettbewerbsfähig ist, weil Dortmund an sich nicht den guten Ruf der großen Hochschulen hat.
Deshalb will Steuernagel auch weiter für Dortmund kämpfen – und einen offenen Brief an die Ministerin schreiben. Weitere Aktionen sind geplant. Vielleicht erklingen ja bald die Dortmunder Proteststreicher im nordrhein-westfälischen Landtag. Denn der hat jetzt noch das letzte Wort.
Links zum Thema:
Aktuelle Meldungen zur Situation der Musikhochschule Dortmund
Dazu gehört auch, dass sich die Abteilungsstandorte nicht bewährt haben. Sie sind nicht – wie ursprünglich geplant – zu Spezialisten geworden, sondern sie sind kleine Musikhochschulen geworden. Wir machen an fast allen Stellen im Land Gutes, aber wir machen an allen Stellen das Gleiche. Es gibt viele Dinge, die wir darüber hinaus anpacken müssen. Das können wir nur – bei gleich bleibenden Ressourcen, die wir keinesfalls kürzen wollen – indem wir Schwerpunkte setzen und indem wir Entscheidungen treffen.
Die Entscheidung für Dortmund im Detail: Die Professoren werden an andere Musikhochschulen des Landes versetzt, die gegenwärtig rund 260 Studierenden müssen jeweils folgen. Schon zum nächsten Wintersemester kommt das Aus für den Standort Dortmund.
Es wird aber auch Neues entstehen: An der Universität sollen zukünftig Musiktherapeuten und Musikjournalisten ausgebildet werden. Außerdem soll als Ersatz für die Musikhochschule ein neues Orchester-Institut für rund 50 Studierende gegründet werden. Ministerin Kraft erwartet viel von dieser Einrichtung:
Das Institut wird zwei Bereiche haben. Das Eine ist ein Aufbaustudiengang, für diejenigen, die ihre Instrumentalausbildung abgeschlossen haben. Das Zweite wird ein Weiterbildungsstudiengang für diejenigen sein, die hier beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in den vielen Orchestern schon tätig sind. Und ich glaube, dass das ein Highlight wird – nicht nur für die Region, sondern für ganz Nordrhein-Westfalen.
Doch erst einmal bedeutet die Schließung der Musikhochschule Dortmund, dass viele der Studierenden umziehen müssen, dass sie Kontakte verlieren, vielleicht ihre Musikschüler sitzen lassen müssen. Auch mehrere tausend Unterschriften konnten die Ministerin nicht überzeugen. Reimar Steuernagel, AStA-Vorsitzender der Musikhochschule, fühlt sich
... gelinde gesagt verarscht – zunächst aber einmal traurig, weil ich eben auch lange hier studiert habe und so eine gewisse Beziehung zu diesem Institut aufgebaut - dann aber eben auch einfach wütend, weil quasi alles, was wir gemacht haben oder was auch von anderer Seite gekommen ist, einfach ohne Wirkung geblieben ist.
Die Entscheidung der Ministerin kann Steuernagel nicht nachvollziehen. Es ärgert ihn, dass nicht miteinander nach einer Lösung gesucht wurde. Steuernagel kritisiert, dass jetzt auf eine Expertenkommission gehört wird, die zwar monatelang tagte, die Dortmunder Musikhochschule aber gerade einmal für zwei Stunden besuchte.
Ich finde, es ist hier gute Arbeit gemacht worden. Wir haben hervorragende Ergebnisse mit einzelnen Studenten bei Wettbewerben – und ich glaube, dass man eben gerade dadurch, dass man in Dortmund studiert, sich umso mehr anstrengt und umso mehr wettbewerbsfähig ist, weil Dortmund an sich nicht den guten Ruf der großen Hochschulen hat.
Deshalb will Steuernagel auch weiter für Dortmund kämpfen – und einen offenen Brief an die Ministerin schreiben. Weitere Aktionen sind geplant. Vielleicht erklingen ja bald die Dortmunder Proteststreicher im nordrhein-westfälischen Landtag. Denn der hat jetzt noch das letzte Wort.
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