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StartseiteHintergrundDas schwarze Erbe08.08.2010

Das schwarze Erbe

21 Jahre nach dem Tankerunglück der Exxon Valdez

Weil er auf ein Riff auflief, verursachte der Tanker Exxon Valdez 1989 eine Ölpest vor Alaska. Seitdem erforschen dort Wissenschaftler die ökologischen Folgen der Katastrophe, die noch heute spürbar sind.

Von Florens Herbst

Säuberung eines mit Öl verschmutzten Strandes. (AP)
Säuberung eines mit Öl verschmutzten Strandes. (AP)
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Kleine Wellen plätschern gegen die Steine des Strandes. Das Meer glitzert in der Sonne. Ab und zu kreist ein Weißkopfseeadler über den Fichten, die bis dicht an das Wasser heranwachsen. Die kleinen Buchten von Eleanor Island könnten als Postkartenmotive dienen. Hier – mitten im Prince William Sound - erinnert nichts an die Ölkatastrophe, die der Tanker Exxon Valdez im Frühjahr 1989 ausgelöst hat. Es sei denn, man schaut genauer hin.

30 Zentimeter unter der Oberfläche liegt das schwarze Erbe der Exxon Valdez begraben - auch noch 21 Jahre nach der Katastrophe. Die Steine sind von einem öligen Schlick bedeckt, es riecht wie an der Zapfsäule einer Tankstelle. Riki Ott - Biologin und Toxikologin mit dem Fachgebiet Ölverschmutzung - ist davon überzeugt, dass es noch mindestens 20 Jahre dauert, bis das Öl vollständig verschwunden ist.

Riki Ott: "Besonders die nach Norden gelegenen Strände haben 1989 das Öl abbekommen. Man kann sich die Buchten wie Fanghandschuhe beim Baseball vorstellen. Das Öl wurde vom Schiff hierher gespült, lag einen Meter dick auf der Wasseroberfläche und wurde dann unter den Steinen begraben. Das ist zum großen Teil noch da – und immer noch giftig. Toxische Bomben sind das, kleine Landminen, die allen Fischen, Vögeln und Säugetieren gefährlich werden können, die damit in Berührung kommen."

Es ist Winter in Alaska, und die Ausrüstung für den Kampf gegen das Öl liegt unter Schnee begraben. Es fehlt vor allem an Ölsperren. Drei Tage nach dem Unglück verschlechtert sich das Wetter. Der Sturm treibt das Öl aus dem Prince William Sound in den Golf von Alaska: 2000 Kilometer Strand werden verseucht.

Im Hafen von Cordova steht ein Holzhaus auf Pfählen im Wasser. Ab und zu schwimmt ein Seeotter an dem Haus vorbei, ein paar Möwen und Krähen kreisen über den Fischkuttern oder sitzen auf den Bootstegen. Gegenüber vertieft ein Schwimmbagger das versandete Hafenbecken. In dem Holzhaus, das man über einen Steg erreicht, ist das "Prince William Sound Science Center" untergebracht. Es wurde kurz nach dem Unglück gegründet. Seitdem erforscht hier eines halbes Dutzend Wissenschaftler die ökologischen Folgen der Ölkatastrophe. Eine der Wissenschaftlerinnen ist die Ökologin Mary Ann Bishop:

"Es geht nicht nur darum, dass Tiere verenden. Es geht um die langfristigen Folgen. Ist das Öl erst mal da, bewegt es sich durch die gesamte Nahrungskette und hat bei den Tieren, die das Öl aufnehmen, eine beinahe tödliche Wirkung. Die Reproduktionsfähigkeit wird eingeschränkt, und das hat Auswirkungen auf den gesamten Bestand."

Für eine Tierart trifft das besonders zu: für den pazifischen Hering – bis zum Unglück eine der beiden Haupteinnahmequellen der Fischer von Cordova. Sein Bestand schien in den ersten Jahren nach der Ölkatastrophe nicht beeinträchtigt zu sein. Cordovas Fischer verdienten in den drei Jahren nach der Katastrophe etwa so viel wie zuvor: insgesamt rund zehn Millionen Dollar. Die Folgen der Katastrophe zeigten sich erst im vierten Jahr, als die Heringsbestände einbrachen. Die Biologin Riki Ott nennt drei Gründe:

"Als das Öl 1989 die Strände überschwemmte, kamen die Eier der Heringe damit in Berührung. Nach Angaben der staatlichen Wissenschaftler sind 99,9 Prozent aller Eier dadurch abgestorben. Außerdem ist rund die Hälfte der erwachsenen Heringe sofort durch das Öl zugrunde gegangen. Die überlebenden Fische waren natürlich auch in den Folgejahren immer wieder dem Öl ausgesetzt. Das hat dazu geführt, dass der Heringsbestand 1993 zusammengebrochen ist."

Das Ende der Heringe traf Cordova unvorbereitet. Im April 1993 verbot die zuständige Behörde die Heringsfischerei. Der Bestand war von rund 120.000 Tonnen vor der Katastrophe auf etwa 20.000 Tonnen geschrumpft. Viele der gefangenen Heringe waren krank: Sie bluteten aus den Kiemen, hatten weiße Flecken und schwammen apathisch im Wasser. Folgen der "viralen hämorrhagischen Septikämie" - einer Fischseuche, die das Immunsystem der Tiere schädigt.

40 Tierarten ernähren sich im Prince William Sound von den Heringen: vom Seeotter bis zum Buckelwal; die Heringe stützen das gesamte Ökosystem. Heute - 21 Jahre nach dem Unglück - sind die Heringe im Prince William Sound zwar in guter Verfassung, aber ihr Bestand hat sich noch immer nicht erholt. Es gibt weiterhin maximal 20.000 Tonnen pro Saison – sechsmal weniger als in den Jahren vor dem Unglück und viel zu wenig, um zu fischen. Solange das so bleibt und solange das Öl mit seinen giftigen Bestandteilen noch immer in die Nahrungskette dringt, kann sich das Ökosystem nicht vollständig regenerieren. Das ist die Meinung der Biologin Riki Ott. ExxonMobil sieht das anders:

"Wir haben unabhängige Wissenschaftler mit makellosen Zeugnissen unter Vertrag genommen – Koryphäen auf ihrem Gebiet. Sie haben alle die Wirkung des ausgelaufenen Öls auf das Wasser, die Küste und die Fauna eingehend untersucht. Jeder von ihnen ist zu dem Schluss gekommen, dass es dem Ökosystem im Prince William Sound gut geht, dass es gesund und stabil ist. Das Öl hatte zwar kurzzeitig schwerwiegende Folgen für lokale Arten, aber es hat – und da sind sich die Wissenschaftler einig – keine langfristigen Schäden hinterlassen."

Andere Studien besagen, dass sich zwei Drittel der Tierarten des Sunds noch immer nicht vollständig erholt haben - auch wenn es allen Arten deutlich besser geht als dem Hering. Zum Beispiel dem Buckellachs. Sein Bestand hat durch das Öl längst nicht soviel Schaden genommen wie der des Herings, was auch daran liegt, dass Lachse im Prince William Sound in Anlagen aufgezogen, freigelassen und später wieder eingefangen werden. Diese Anlagen konnten vom Öl geschützt werden, sodass sich die Lachspopulation nach einem kurzzeitigen Einbruch wieder erholt hat.

Im April 1989 - zwei Wochen nach der Katastrophe - beginnt Exxon die Öl verseuchte Küste zu säubern und heuert dafür bis zu 11.000 Hilfsarbeiter an. Sie kommen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten - angelockt vom hohen Stundenlohn, den Exxon zahlt. Zweieinhalb Milliarden Dollar gibt der Konzern nach eigenen Angaben für die Aufräumarbeiten aus. Eine gewaltige PR-Kampagne, die der Umwelt nichts gebracht habe, findet die Biologin und Buchautorin Riki Ott:

"Die Aufräumarbeiten waren eine Katastrophe. Es sind nur drei bis elf Prozent des Öls entfernt worden, das sich an den Stränden befand. Das Öl wurde lediglich gesammelt und am Ufer verbrannt. Hier ist also nichts anderes passiert, als eine Wasser- und Landverschmutzung in eine Luftverschmutzung umzuwandeln. Dazu kam, dass die Tiere, die die Ölkatastrophe überlebt haben, jetzt durch das heiße Wasser der Hochdruckreiniger getötet wurden, die Exxon benutzt hat. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Strände, die Exxon gereinigt hat, im Endeffekt länger gebraucht haben, um sich zu erholen, als die, die überhaupt nicht gereinigt wurden."

Es mangelt an Ausrüstung. Die Arbeiter kommen immer wieder mit dem Rohöl in Berührung, zum Beispiel wenn sie in den Mittagspausen ihre Brote mit verschmierten Händen essen, weil nichts zum Abwischen da ist. Aber nicht nur das: Durch das Wasser der Hochdruckreiniger werden Öltropfen in die Luft geschleudert und vermischen sich dort mit dem Dampf, der sich wie eine Wolke über die Strände legt. Einen Atemschutz haben die Arbeiter nicht. Monatelang atmen sie zwölf bis 16 Stunden am Tag ungeschützt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ein, krebserregende Bestandteile des Öls.

Cordova liegt rund 300 Kilometer südöstlich von Anchorage entfernt und ist nur per Flugzeug oder Boot zu erreichen. Die wenigen Straßen, die es hier gibt, enden im Nirgendwo. Im Sommer, wenn Fischer und Verarbeitungsbetriebe Zeitarbeiter einstellen, steigt die Einwohnerzahl von rund zweieinhalbtausend auf fast das Doppelte. Ist die Fangsaison Ende September vorbei, ist in Cordova nicht mehr viel los.

John Platt ist mit seinem Boot zur Bootstankstelle gefahren. Sie liegt außerhalb des Hafens, in der Nähe der Anlegestelle der Fähren. Der Tankwart hat ihm einen dicken Schlauch runtergereicht. Während der Diesel in die Tanks läuft, plaudern die beiden. Im Herbst fährt John manchmal Jäger zur Elch- oder Bärenjagd an nahe gelegene Küsten. So verdient er sich ein paar Dollar hinzu, die er dringend braucht. 2009 war mal wieder eine enttäuschende Saison für den 48-jährigen Fischer - so wie fast alle Jahre nach der Öl-Katastrophe. Er fischt Buckel-, Rot- und Königslachse. Mit seinem Boot hat er in der fünfmonatigen Saison rund 60.000 Dollar verdient, mit seinem Kutter 5.000 Dollar Defizit gemacht. Zieht er seine Kosten für Diesel, Reparaturen, Mannschaft und Versicherung ab, bleiben ihm am Ende der Saison nach Steuern knapp 28.000 Dollar. Aber das geringe Einkommen ist nicht Johns Hauptproblem: Es sind die Schulden, die er 1992 gemacht hat, um eine Lizenz für das Heringsfischen zu erwerben.

John Platt: "Zwei Jahre nach dem Auslaufen des Öls versicherte uns Exxon, dass der Prince William Sound gesund sei. Von außen betrachtet schienen die Tiere da draußen trotz der Ölrückstände in Ordnung zu sein. Die Heringe kamen in Rekordzahlen zurück, und es gab keinen Grund, Exxon nicht zu glauben. Ich habe also einfach versucht, mein normales Leben wieder aufzunehmen und nicht im Geringsten geahnt, dass es dadurch bei mir nur noch bergab gehen würde."

1993 brach die Heringspopulation zusammen: Die Lizenz, die John zwei Jahre zuvor für 235.000 Dollar erworben hatte, war plötzlich so gut wie wertlos - und ist es auch heute noch. Dazu kam das Problem mit den Lachsen. Deren Bestand hatte sich zwar dank der vom Öl geschützten Lachsfarmen wieder stabilisiert, aber die Weltmarktpreise sanken rapide. Hatten Cordovas Fischer 1988 noch fast einen Dollar pro Pfund Lachs verdient, pegelte sich der Preis in den nächsten zehn Jahren bei elf Cent ein. Johns Einnahmen schwanden. Jahrelang konnte er den Kredit für die Heringslizenz nicht abbezahlen. Mittlerweile ist der Preis für das Pfund Lachs wieder auf 25 Cent gestiegen, aber das hat seine Situation nicht entscheidend verbessert. Seine Schulden sind auf 450.000 Dollar gewachsen.

O-Ton John Platt: "Die Ölkatastrophe hat mein Leben sehr verändert. Sie hat alles auf den Kopf gestellt. Ich bin fassungslos, dass man Menschen so behandeln kann und damit auch noch durchkommt. Es läuft nicht gut hier - und daran wird sich auch wohl nichts mehr ändern."

John Platt steht nicht allein da. Durch den Einbruch der Heringsbestände 1993 standen viele der rund 250 Fischer Cordovas vor dem Bankrott. Der Wert ihrer Lizenzen für den Heringsfang sank von fast 300.000 auf 12.000 Dollar, aber die Schulden bei den Banken blieben. Im Jahr vor der Ölverschmutzung hatten die Heringe den Fischern noch rund zwölf Millionen Dollar eingebracht. Seitdem fehlt es der Gemeinde an Einnahmen. Familien zogen weg. Fischverarbeitungsbetriebe machten dicht. Lebensversicherungen wurden gekündigt. Seit ein paar Jahren versucht das Fischerdorf, einen ökologischen Tourismus aufzubauen, aber das ersetzt die Verluste nicht.

Einer von Cordovas Treffpunkten trägt den Namen "The reluctant fisherman Inn" – übersetzt: Zum widerspenstigen Fischer. Das Hotel mit Kneipe liegt direkt über dem Hafen. Hier treffen sich die Dorfbewohner auf ein Bier oder spielen Billard. Eine der Kellnerinnen ist Rhonda, die Frau von John Platt. Sie hat drei verschiedene Jobs und arbeitet 80 Stunden die Woche. Die Schulden haben dazu geführt, dass die beiden ihre Altersvorsorge aufgebraucht haben. Genauso wie das Geld für die College-Ausbildung ihrer drei Söhne. Einer der Jungen studiert, aber nur weil er ein Stipendium bekommen hat; seine Eltern können ihn nicht mehr unterstützen. Rhonda fällt es noch immer schwer, über Exxon zu sprechen.

Rhonda Platt: "Die haben im Grunde unser Leben kaputt gemacht. Seit 20 Jahren dreht sich alles nur noch um Exxon. Ich will nicht mehr über das Thema reden, ich breche dann in Tränen aus."

Duane Gill, Professor für Soziologie an der Universität von Oklahoma, erforscht seit 1989, wie sich die Ölkatastrophe auf das Gemeindeleben auswirkt. Er hat festgestellt, dass das, was Soziologen "soziales Kapital" nennen, in Cordova deutlich abgenommen hat:

"Die Ölkatastrophe hat das soziale Netz der Gemeinschaft zerrissen. Menschen sind daran zerbrochen, Familien haben sich getrennt, Arbeitsverhältnisse wurden aufgelöst, das Gemeindewesen hat gelitten. Beziehungen sind kaputtgegangen, stattdessen entstand bei einem Teil der Leute die Tendenz, sich abzuschotten und zurückzuziehen."

1995 geht Exxon gegen die verhängte Geldstrafe in Berufung, die das Bundesbezirksgericht in Anchorage auf fünf Milliarden Dollar festgelegt hat. 1997 verlangt Exxon einen neuen Prozess. Das Gericht lehnt ab. Exxon geht wieder in Berufung. Auch das jetzt zuständige Berufungsgericht lehnt den Antrag ab. Nun legt Exxon Berufung beim Obersten Gerichtshof der USA ein. 2006 wird die Geldstrafe auf 2,5 Milliarden Dollar reduziert. Erneut geht Exxon in Berufung. Cordovas Bewohner sind der Prozesse müde. Sie wollen für ihre Verluste entschädigt werden und endlich zur Ruhe kommen. Und dann verkündet der Oberste Gerichtshof der USA am 25. Juni 2008 sein Urteil.

ExxonMobil wird zu 507 Millionen Dollar Geldstrafe verurteilt – ein Zehntel der ursprünglich vorgesehen Summe. 1994 hat die Jury die Strafe mit Blick auf den Jahresgewinn von Exxon festgelegt: damals fünf Milliarden Dollar. 2008 macht ExxonMobil einen Gewinn von 45 Milliarden Dollar: Die Geldstrafe entspricht dem Nettogewinn von vier Tagen. Der fast 20 Jahre dauernde Prozess hat sich für den Konzern ausgezahlt: Allein die Zinsen der ursprünglichen Strafe betragen ein Vielfaches dessen, was ExxonMobil zahlen muss. Cordovas Bürger sind enttäuscht. Wie Mike Webber:

"Der Richterspruch hört sich an, als ob unsere Regierung von Exxon gekauft worden wäre, so lächerlich ist das Urteil. Um das Geld zu verdienen, was wir von denen jetzt bekommen, müssten wir nur eine Saison Hering fischen. Wir haben 20 Jahre Heringsfischerei verloren und sind für ein einziges Jahr entschädigt worden. Und fischen können wir noch immer nicht."

Nach einer Studie der US-Küstenwache hätte die Exxon Valdez bis zu 60 Prozent weniger Öl verloren, wäre sie mit einer Doppelhülle ausgestattet gewesen. Als Folge der Katastrophe beschlossen die USA 1990 höhere Sicherheitsstandards, die unter anderem doppelte Außenwände für die Tanker vorsehen. Schon heute ist die Tankerflotte, die Öl vom Terminal der Alaska-Pipeline in Valdez nach Süden transportiert, zum größten Teil mit Doppelhüllen ausgestattet. Ab 2015 sind die Doppelhüllen dann Pflicht. Ist die Gefahr von Tankerunglücken dann beseitigt? Keineswegs, sagt Stefan Krüger, Professor für Schiffssicherheit an der TU Hamburg-Harburg:

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in einen Tanker reinfahren, wird natürlich immer höher, je mehr Schiffsverkehr Sie haben, und das ist typischerweise vor Häfen oder bei der Revierfahrt der Fall. Und da sind die gefahrenen Geschwindigkeiten natürlich im Allgemeinen auch nicht so groß. Das heißt, für diese Niedrigenergiekollisionen hilft die Doppelhülle eben sehr gut, nur die praktischen Erfahrungen stehen dazu im Gegensatz, weil die ganzen großen Ölkatastrophen eben eigentlich genau durch Fälle ausgelöst worden sind, wo die Doppelhülle nichts geholfen hätte, nämlich Mänovrierunfähigkeit, Auflaufen und Zerbrechen."

So wie bei den Tankern Erika und Prestige vor den Küsten der Bretagne und Galiziens. Um Manövrierunfähigkeit auszuschließen, dürfen die vollen Tanker nun nicht mehr allein durch den Prince William Sound fahren – sie werden von zwei Ölbekämpfungs-Schiffen eskortiert. Außerdem haben Cordovas Bürger mehr Mitspracherechte bei Sicherheitsfragen bekommen, und die Fischer sind zu Einsatzkräften ausgebildet worden. Im Fall eines neuen Tankerunglücks können sie mithelfen, das Öl an seiner Ausbreitung zu hindern. Und noch etwas hat sich geändert: Wer seinen Kfz-Führerschein wegen Alkoholproblemen abgeben muss, darf keine Öltanker mehr durch US-Gewässer fahren. Aber wie man Öl umweltschonend und wirksam von Stränden entfernt, das ist auch 21 Jahre nach dem Auflaufen der Exxon Valdez noch nicht bekannt.

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