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Das Schweigen der Friedensforscher

Der Krieg im Irak jetzt zwei Wochen alt: Trotz internationalem Widerspruch wurde er nicht verhindert. Was dabei schief lief und wie man Kriege generell vermeiden kann, das untersuchen Friedens- und Konfliktforscher. Sie seien in der aktuellen Krise kaum zu hören, kommentiert nun die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Ein Vorwurf, den die Friedensforscher aber nicht auf sich sitzen lassen wollen.

    Rund 30 Friedensforschungsinstitute gibt es in Deutschland. Vor dem Krieg waren sie sehr gefragt, erklärt die Leiterin der Arbeitsstelle Friedensforschung in Bonn Regine Mehl, daran habe sich auch jetzt nicht viel geändert: "Viele meiner Kolleginnen und Kollegen sind derartig präsent, und zwar von ARD bis N24, dass ich nicht weiß, wie diese Behauptung zustande kommen kann. Selbst die Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn ist bombardiert worden - um dieses kriegerische Wort zu benutzen - schon in den ersten zwei, drei Wochen vor dem Krieg mit Anfragen und wir konnten uns kaum mehr retten: das war ein Tollhaus." Bei der 24-stündigen Berichterstattung um den Krieg kommen inzwischen allerdings auch vermehrt Generäle und Militärstrategen zu Wort.

    Seit Ende der 50er Jahre etwa versteht sich die Friedensforschung als eine eigenständige Disziplin, die durchaus von der Friedensbewegung getrennt Konflikte erforscht. Lange Zeit konnte man das Fach nicht eigenständig studieren, sondern musste sich beispielsweise in Politik, Soziologie oder Jura spezialisieren. Seit zwei Jahren fördert die Deutsche Stiftung Friedensforschung in Osnabrück den Nachwuchs, inzwischen sind einige Master- und Nebenfach-Studiengänge eingerichtet: in Marburg, Hamburg oder Hagen, Tübingen will im kommenden Wintersemester damit starten.