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Das Uniseum in Freiburg

Die Albert-Ludwigs-Universität hat ein Museum, das so genannte Uniseum, eingerichtet. Kurt Ranger ist der Ausstellungsgestalter:

Von Oliver Seppelfricke |
    Das Uniseum Freiburg ist einerseits ein klassisches Museum und andererseits will es auch mehr sein. Es ist ein Forum, in dem sich Studierende treffen können, in dem auch Unterricht abgehalten wird und in dem auch eine Fülle anderer Veranstaltungen möglich ist.

    Zunächst einmal ist das Uniseum jedoch ein Museum. Das Objekte aus der langen Geschichte der Alma Mater Friburgiensis präsentiert. 400 Objekte aus den übervollen Archiven der Universität. Doch tut das die Uni Freiburg nicht einfach so. Kurt Ranger:

    Es ist eine ganz spannende Sache, wie die Universität Freibug ihre Geschichte präsentiert. Das Besondere ist, dass die Uni Freiburg ihre Geschichte so transparent und klar ausstellt, dass sie sich die Zeit besorgt hat und auch das Geld, um eine solche spannende Ausstellung zu machen. Und dass sie es auch als Teil ihrer Corporate Identity begreift. Also dass sie sagt, wir müssen auch aus der Geschichte heraus unseren Standort heute bestimmen und damit auch klarmachen, was wir in der Zukunft für Möglichkeiten haben, für Potenzial. Und damit müssen wir offensiv umgehen.

    Um für die Zukunft gerüstet zu sein, muss man die Vergangenheit verstehen. Und so führt der Rundgang an 550 Jahren Freiburger Universitätsgeschichte vorbei. Man nimmt die Gründungsurkunde von 1457 in Augenschein, kann am mächtigen Uniszepter oder den damaligen Talaren vorbei, kann die humanistische Frühzeit der Uni studieren anhand von Handschriften, Gemälden und Glasfenstern, bewundert die Sorgfältigkeit und Spitzfindigkeit der Jesuiten im 17. Jahrhundert, die in ihrem Examen etwa fragten: "Wie viele Jungfrauen gehen auf eine Nadelspitze?" Eine Frage im jesuitischen Kolleg. Über das 18. und 19. Jahrhundert, die Zeit hochfliegender Gedanken, in dem ein Dichter und Denker, Johan Heinrich Jacobi, Rektor werden konnte, geht es weiter zum Ersten Weltkrieg und zur Zeit des Nationalsozialismus. Vorbei an Fotos, Schriften und Dokumenten, in Schaukästen und an der Wand, eine Ausstellung zum Staunen:

    Es ist wichtig, dass wir alle Sinne ansprechen. Einerseits ist es natürlich wichtig, visuell zu arbeiten. Die Objekte, die Exponate, die Bilder kommunizieren zuerst über das Auge. Dann ist wichtig, dass wir auch dem Verstand einiges mitgeben. Dass wir auf unterhaltsame Weise anregen, mehr wissen zu wollen über bestimmte Themen. Aber darüber hinaus ist es auch gut, wenn man andere Sinne anspricht. Zum Beispiel das Hören.

    Ein Originalschlagstock oder ein Polizeihelm erinnern an die Zeit von 1968. Als außerdem ein gewisser Alfred Biolek, zusammen mit dem späteren langjährigen Oberbürgermeister der Stadt, einen Mensa-Song aufnimmt.

    Eine Ausstellung auf 700 Quadratmetern, mit allerhand Fotos, Filmen, Hörstationen, mit Büchern, Handschriften und technischem Gerät, mit Nobelpreismedaillen, Operationstischen und Mundartatlanten auf Festplatte - eine Ausstellung, die beim Publikum gut ankommt:

    Mir gefällt die Übersichtlichkeit sehr gut und mir gefällt auch, dass es gelungen ist, komplexe Inhalte in sehr, sehr kurzen Texten rüberzubringen." "Es ist eine wunderbare Sache hier. Es gefällt mir sehr gut. Von Anfang an. Vom Mittelalter, wie die Universität gegründet wurde, bis jetzt in die Neuzeit hinein. In meinen Augen ist das hervorragend gelungen." "Es gefällt mir sehr gut. Es reizt mich, möglichst bald diese Ausstellung mit viel Zeit zu studieren. Und auch die Namengebung "Uniseum" finde ich genial!