Berlin
"Das war Mist": Wegner (CDU) verzichtet auf erneute Spitzenkandidatur

Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt seine CDU-Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl im September auf. Das Land Berlin und die Partei seien ihm wichtiger als seine Person, sagte Wegner zur Begründung. Er wolle, dass die CDU in den Wahlkampf ziehe, um ein Linksbündnis nach der Wahl zu verhindern.

    Kai Wegner steht während eines Pressetermins an einem Pult und spricht in zahlreiche Mikrofone. Im Hintergrund ist eine blaue Wand mit weißen CDU-Logos zu sehen.
    Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) während seines Statements. (Fabian Sommer / dpa)
    Zugleich räumter er Versäumnisse ein: "Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht". Er ärgere sich darüber am meisten. "Und das war auch Mist", fügte Wegner wörtlich hinzu. Deswegen habe er sich auch bei den Berlinerinnen und Berlinern entschuldigt.
    Wegner war wegen seiner Kommunikation und seines Verhaltens beim Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang Januar unter Druck geraten. CDU-Mitglieder verlangten in einem offenen Brief, Wegner solle sich als Dienst am Amt und der Partei zurückziehen. Ein Wahlkampf mit Wegner sei verloren, hieß es in dem Text, der unter anderem von dem Unternehmer Christian Miele verfasst wurde. Auch die Junge Union hatte sich für einen Rückzug Wegners ausgesprochen.

    Auch Parteivorsitz bald vakant

    Wegner will neben der Spitzenkandidatur auch den Vorsitz des CDU-Landesverbandes aufgeben. Er wolle selbstverständlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Wechsel beim Landesvorsitz herstellen und fügte hinzu: "Die entscheidende Frage ist: Wann ist jetzt der richtige Zeitpunkt?" Über das weitere Prozedere wolle er mit den Vorsitzenden der CDU-Kreisverbände beraten. Wegner ist seit 2019 Vorsitzender des Berliner CDU-Landesverbandes.
    Diese Nachricht wurde am 10.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.