Nahost
"Das Ziel ist nicht gegenseitige Vergeltung": Bundesregierung ruft nach Tötung von Hamas-Chef zu Zurückhaltung auf

Die Bundesregierung hat nach dem tödlichen Anschlag auf Hamas-Chef Hanija in Teheran alle Beteiligten zur Zurückhaltung aufgerufen.

    Ismail Hanija, ein grauhaariger Mann mit kurzem Bart, sitzt auf einem Stuhl Seine Hände liegen vor ihm auf dem Tisch. Sein Mund ist leicht geöffnet.
    Um den Tod des Hamasführers Ismail Hanija gibt es viele Diskussionen. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Iranian Foreign Ministry)
    Regierungssprecher Büchner sagte in Berlin, ein regionaler Flächenbrand müsse verhindert werden. Auch das Auswärtige Amt warnte vor gegenseitigen Vergeltungsschlägen. Inzwischen ist der Krisenstab der Bundesregierung zusammengekommen.
    Hamas-Chef Hanija war am frühen Morgen in einer Residenz für Kriegsveteranen im Norden der iranischen Hauptstadt Teheran getötet worden. Das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Chamenei, machte Israel verantwortlich und kündigte eine harte Reaktion an. Die Hamas drohte ebenfalls mit Vergeltung. Die militant-islamistische Hisbollah teilte mit, die Tötung Hanijas werde die Entschlossenheit der Verbündeten im Kampf gegen Israel verstärken.
    Auch China, Russland und die Türkei verurteilten die Tötung von Hanija, ebenso wie Palästinenserpräsident Abbas und das Emirat Katar, das im Gazakrieg zwischen Israel und der Hamas vermittelt. US-Außenminister Blinken betonte in einer ersten Reaktion, Priorität habe weiterhin eine Waffenruhe für den Gazastreifen.
    Die Nachricht vom Tod Hanijas folgte wenige Stunden nach einem israelischen Luftangriff auf einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut. Dabei wurde nach Angaben der israelischen Armee ein ranghoher Kommandeur der Hisbollah getötet. Die libanesische Regierung erklärte dazu, sie gehe davon aus, dass die Hisbollah mit einer Vergeltungsaktion reagieren werde.
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.