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StartseiteSport am WochenendeNeue Forschung soll Behandlung verbessern03.10.2016

DDR-DopingopferNeue Forschung soll Behandlung verbessern

Das Dopingsystem der DDR hat das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Wie genau, das soll eine neue Studie klären. Dabei geht es sowohl um körperliche als auch um psychische Verletzungen. Der Trauma-Forscher Harald Freyberger sagte im DLF, er hoffe vor allem auf DDR-Helden.

Harald Freyberger im Gespräch mit Philipp May

Der Trauma-Forscher Prof. Harald J. Freyberger, Direktor der Klinik für Psychatrie und Psychotherapie an der Uni Greifswald, sitzt vor seinem Laptop. (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)
Der Trauma-Forscher Prof. Harald J. Freyberger, Direktor der Klinik für Psychatrie und Psychotherapie an der Uni Greifswald (picture alliance / dpa / Stefan Sauer)

Zu Beginn der neuen Untersuchung wurde auch Freiberger selbst überrascht, obwohl er sich schon länger mit den Dopingopfern beschäftigt. Er sagte im DLF: "Was uns in den ersten Untersuchungen sehr erschüttert hat, in welchem Umfang die Kinder und Jugendlichen als Objekte behandelt wurden. Das umfasst gewalttätigen, sexuellen Missbrauch und massiven psychischen Druck."

Am schlimmsten erwischte es laut Freyberger diejenigen, die aus dem System fielen. "Vor allem, wenn die Kinder und Jugendlichen sich nicht als medaillenwürdig erwiesen haben, sind sie nicht vernünftig abtrainiert und nachbetreut worden. Das ist schon ein sehr finsteres Kapitel." Nun muss die Untersuchung angepasst werden. "Wir hatten nicht damit erwartet, auf so viele schmutzige Dinge zu stoßen. Deshalb müssen wir die Forschung ändern und werden jetzt stärkeren Wert darauf legen, möglichst viele Betroffene direkt zu interviewen."

Freyberger hofft vor allem auf DDR-Helden. Denn die gehören zur Gruppe von Menschen, die das System einigermaßen heil überstanden. Noch ahben die Forscher keinen dieser Sieger des Systems interviewen können. Doch von ihnen erhoffen sich die Forscher einige Erkenntnisse. Denn Opfer, denen die Forschung helfen könnte, gibt es genug. Mit 6.000 bis 10.000 rechnet Freyberger: "Und wir wollen herausfinden, wie diese Menschen am besten behandelt werden können. Denn die Opfern sind sowohl physisch als auch psychisch traumatisiert."

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