Thüringen
DDR-Oldtimer: Eisenach feiert 60 Jahre Wartburg 353

Eisenach feiert 60 Jahre Wartburg 353. Zahlreiche Fans des DDR-Oldtimers werden ab heute aus dem In- und Ausland zum sogenannten Heimweh-Treffen erwartet. Die Veranstalter rechnen mit mehreren hundert Fahrzeugen.

    Ein Wartburg 353 W (W = Weiterentwicklung) steht auf einer Wiese zusammen mit anderen Autos.
    DDR-Oldtimer: Eisenach feiert 60 Jahre Wartburg 353 (Archivbild). (Stefan Sauer / dpa / Stefan Sauer)
    Der Direktor der Stiftung Automobile Welt Eisenach, Martin, erklärte, im Gegensatz zum Trabant aus dem sächsischen Zwickau, der vor allem für den DDR-Markt gebaut worden sei, sei im Automobilwerk Eisenach ein großer Teil der Produktion in den Export gegangen - in insgesamt 52 Länder. Der 353 sei richtig um die Welt gegangen. Das Heimweh-Treffen findet jährlich statt.

    Autos: Mangelware in der DDR

    Ob Lada, Trabi oder Wartburg: DDR-Bürger mussten jahrelang auf ein Fahrzeug warten - bis zu 15 Jahre ab Bestellung. Alle Autos wurden deshalb von ihren Besitzern verehrt und penibel gepflegt. In der Schrottpresse landeten nur wenige DDR-Fahrzeuge. Der Wartburg, der ab 1956 produziert wurde, war das Mittelklasse-Pendant zum Trabant. Ab 1988 hatte er nicht mehr den knatternden Zweitaktmotor, sondern war ein Viertakter.
    Vom Wartburg 353 wurden von 1966 bis 1988 rund 1,2 Millionen Autos gebaut, wie die wissenschaftliche Leiterin des Eisenacher Automobilmuseums, Lindner-Elsner, mitteilte. Insgesamt wurden nach ihren Angaben rund zwei Millionen Wartburgs gebaut, darunter in den 1950er und 1960er Jahren der elegante 311. Dies war der erste Typ. Am 10. April 1991 kam der Produktionsstopp. Der letzte Wartburg, mit roter Lackierung und Trauerflor, rollte vom Fließband - und direkt ins Museum. 35 Jahre nach Einstellung der Produktion sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg noch mehr als 9.000 Autos der DDR-Marke Wartburg unterwegs.
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.