Nach Spahn-Rücktritt
Debatte um Leihmutterschaft

Nach dem Rücktritt von Unions-Fraktionschef Spahn verlangt der Vorsitzende des Ethikrats, Frister, eine neue Debatte über die Leihmutterschaft.

    Helmut Frister, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, spricht während einer Pressekonferenz.
    Helmut Frister, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
    Die Diskussion über Spahn zeige die Doppelmoral der Gesellschaft im Bereich der Fortpflanzungsmedizin, sagte Frister dem Evangelischen Pressedienst. Das betreffe nicht nur die Leihmutterschaft, sondern vor allem auch die Eizellspende. In Deutschland sei beides verboten, aber man toleriere, dass Deutsche dafür ins Ausland gingen. Frister sprach sich dafür aus, zumindest die Eizellspende zu legalisieren, unter der Bedingung, dass nicht dafür bezahlt wird.
    Die Potsdamer Rechtswissenschaftlerin Brosius-Gersdorf sagte der Zeitung "Die Zeit", sie finde es bedauerlich, dass Spahn nicht die Debatte um Leihmutterschaft in Deutschland noch einmal eröffnet habe. Sie warb für eine liberale Lösung. Ein staatliches Verbot der Leihmutterschaft sei ein Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Paare. Dafür sehe sie keine sachliche Rechtfertigung, sagte die ehemalige Kandidatin als Richterin am Bundesverfassungsgericht.
    Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.