Dlf-Sendung "Zur Diskussion"
Debatte um Umgang der Politik mit Hitzewellen hält an

Nach der ersten großen Hitzewelle des Jahres in Deutschland wird weiter über den Umgang der Politik mit dem Thema diskutiert.

    Das Bild zeigt eine in der Gluthitze verdorrten Sonnenblume vor blauem Himmel.
    Symbolbild zum Thema Gluthitze (IMAGO / Oliver Willikonsky)
    Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Haseloff, betonte, klar sei, dass es mit dem Verbrauch fossiler Energieträger, der die CO2-Konzentration nach oben treibe, auf Dauer so nicht weitergehen könne. Der Diplomphysiker fügte hinzu, man müsse sich aber auf eine globale Reduzierung der Emissionen konzentrieren. Fielen etwa deutsche Industriearbeitsplätze wegen nationaler Eingriffe weg, entstünden solche dann anderswo mit deutlich niedrigeren Standards und höherem CO2-Ausstoß.
    Die Klimaschutz-Aktivistin Neubauer warf der Bundesregierung eine - Zitat - "emotionale Verkümmerung" und "zelebrierte Empathielosigkeit" mit den Menschen im Land vor, die unter der Hitze gelitten hätten. Gerade jetzt biete sich die Chance, Klimaleugnern wie etwa in der AfD zu begegnen, indem man die Menschen anspreche und ihnen zeige, dass sie auch in solchen Situationen "gesehen" würden.
    Der Wissenschaftsjournalist und Arzt von Hirschhausen beklagte, das Gesundheitssystem sei wegen früher nicht erfolgten Investitionen in hitzeresiliente Strukturen nicht auf die heutige Situation vorbereitet. So befinde man sich aus medizinischer Sicht in einer Notfallsituation.
    Die CDU-Kommunalpolitikerin Heute-Blum erklärte, bislang habe man nur an Wärmenetze für den Winter gedacht. Es sei aber technisch ohne Weiteres möglich, diese Netze nun auch für Kühlung zu verwenden, fügte das Vorstandsmitglied der Klima-Union hinzu. Die Kommunen brauchten aber auch die Unterstützung des Bundes.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.