
Welskop-Deffaa betonte, mit einem neuen Zivildienst drohe eine Diskrepanz bei der Bezahlung. Der Zivildienst müsse sich am Sold der Bundeswehr von rund 2.300 Euro netto orientieren. Das derzeitige Taschengeld für Freiwillige betrage hingegen rund 400 Euro. Da der Zivildienst nur von jungen Männern geleistet werde, drohe der Freiwilligendienst zur Resterampe für junge Frauen zu werden, die dann zu viel schlechteren Bedingungen tätig wären.
Das Bundesfamilienministerium bereitet derzeit die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Falls die Wehrpflicht wieder eingesetzt würde, müsse es einen entsprechenden Ersatzdienst geben, sagte Unionsfraktionschef Frei zur Begründung.
Arbeiter-Samariter-Bund: mindestens neun Monate
Der Arbeiter-Samariter-Bund und das Deutsche Rote Kreuz formulierten konkrete Anforderungen für einen neuen Zivildienst. Dieser müsse mindestens neun, besser zwölf Monate lang sein, damit die jungen Menschen auch die Chance hätten, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen, sagte der ASB-Bundesvorsitzende Fleckenstein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Außerdem müsse man mit guter Qualifizierung dafür sorgen, dass die Teilnehmer nicht nur ihre Zeit absäßen. Wichtig sei zudem, dass der Bund den Großteil der Kosten übernehme. Ein neuer Zivildienst dürfe nicht zulasten sozialer Einrichtungen gehen, betonte Fleckenstein.
Auch DRK-Präsident Gröhe verwies darauf, dass die Finanzierung geklärt und die notwendige Zeit für die Vorbereitungen gegeben sein müssten.
Diese Nachricht wurde am 05.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







