Studie
Debattenkultur in Sozialen Medien ist schlecht

Um die Debattenkultur zu journalistischen Beiträgen in Sozialen Medien steht es schlecht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aller 14 Landesmedienanstalten in Deutschland.

    Illustration: Ein Mensch sammelt viele verschiedene Sprechblasen mit einer Zange auf und schmeißt sie in einen Mülleimer, den er auf einem Rücken trägt.
    Für die Studie wurden über 9.000 Kommentare analysiert. (imago images / Ikon Images / Yenpitsu Nemoto)
    Nutzerinnen und Nutzer würden Soziale Medien zunehmend als Orte wahrnehmen, in denen konstruktive Debatten kaum noch möglich und teilweise auch nicht mehr erwünscht seien, sagte der Direktor der niedersächsischen Landesmedienanstalt, Krebs, dem Evangelischen Pressedienst. "Viele sagen, sie beteiligen sich nicht mehr, weil sie hinterher schlechtere Laune haben als vorher." Der Studie zufolge will eine deutliche Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer aber eigentlich genau das Gegenteil. Sie wünschen sich in den Sozialen Netzwerken einen konstruktiven Austausch.
    Eine weitere zentrale Erkenntnis sei außerdem, dass sich von den Leserinnen und Lesern auf Facebook nur rund 16 Prozent an Debatten beteiligt hätten, sagte Krebs. Auf Instagram und Youtube sei die Beteiligung sogar noch geringer gewesen. "Wenn die überwiegende Mehrheit gar nicht erst mitdiskutiert, kann von einem Forum für alle keine Rede mehr sein", betonte Krebs.

    Studie hat über 9.000 Kommentare untersucht

    Die Ergebnisse sind Teil der Studie ”Transparenz-Check Digitale Diskussionsräume", die vergangene Woche veröffentlicht wurde. Dafür nahmen die Medienanstalten im Juli 2025 insgesamt 39 Kommentar-Sektionen auf Facebook, Instagram und YouTube unter die Lupe. Untersucht wurden Kommentare unter journalistisch-redaktionellen Beiträgen. Außerdem hat die Studie Kommentarbereiche unter Online-Beiträgen analysiert - unter anderem von "Bild", "Der Spiegel" und der "Süddeutschen Zeitung". Insgesamt wurden 9.418 Kommentare erfasst.
    Diese Nachricht wurde am 08.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.