Solidaritätskundgebung
Demonstration gegen sexualisierte Gewalt am Brandenburger Tor geplant

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin ist am Sonntag eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt geplant. Ein neu gegründetes Bündnis mit dem Namen "Feminist Fight Club" ist nach eigenen Angaben Initiator.

    Moderatorin Collien Fernandes kommt zur Gala und Verleihung des Deutschen Fernsehpreis in Köln.
    Moderatorin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann angezeigt. Für ihn gilt aktuell die Unschuldsvermutung. (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)
    Es gehe um Solidarität mit allen Betroffenen, "um auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen". Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes warb für die Demonstration. Sie schrieb auf Instagram: "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft."
    Das Thema hatte neue Aktualität bekommen durch Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Von ihr waren jahrelang mit Künstlicher Intelligenz gefälschte sexualisierte Darstellungen im Umlauf, für die sie den Schauspieler verantwortlich macht. Fernandes erstattete Anzeige in Spanien, wo die Gesetzeslage schärfer ist. Ulmen äußerte sich bislang nicht dazu; es gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt bezeichnete die Berichterstattung über den Schauspieler als rechtswidrig. Es würden unwahre Tatsachen aufgrund von einseitigen Schilderungen verbreitet, erklärte seine Kanzlei.

    Politikerinnen begrüßen geplante Gesetzesänderung

    Derweil begrüßen SPD-Rechts- und Innenpolitikerinnen die Ankündigung von Bundesjustizministerin Hubig (SPD), zügig ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen.
    Berlins Innensenatorin Spranger (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie unterstütze Hubigs Vorstoß ausdrücklich. "Ein wirksames digitales Gewaltschutzgesetz muss Lücken im Strafgesetz schließen. Wer Menschen im Netz jagt, bedroht oder entwürdigt, greift ihre Würde genauso an wie auf offener Straße. Dagegen muss der Staat konsequent, entschlossen und mit strafrechtlichen Konsequenzen reagieren."
    Die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Wegge, erwartet vom geplanten Gesetz eine deutliche Abschreckung möglicher Täter. Das Gesetz erweitere die Strafbarkeit bildbasierter Gewalt, sagte Wegge im Deutschlandfunk.
    Täter würden abgeschreckt, etwa sogenannte pornografische"Deepfakes"zu erstellen, weil klarer werde, was im digitalen Raum strafbar sei und was nicht.
    Die Gleichstellungspolitikerin nannte auch das Verbreiten von Filmaufnahmen aus Saunen und das nicht einvernehmliche elektronische Verfolgen durch Partner als Beispiele von möglichen künftigen Straftatbeständen.
    Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa "bei bildbasierter sexualisierter Gewalt."
    Diese Nachricht wurde am 21.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.