Freitag, 12. April 2024

Nach Recherchen zu rechtsextremem Geheimtreffen
Demonstrationen gegen Rechts in deutschen Städten

Mehrere zehntausend Menschen sind in verschiedenen deutschen Städten gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. In Potsdam nahmen auch Bundeskanzler Scholz und Bundesaußenministerin Baerbock teil.

20.01.2024
    Eine Menschenmenge hat sich auf einem Platz versammelt. Ein Mädchen hält ein Schild in die Höhe. Darauf steht "Potsdam bleibt Bunt".
    Die Demonstration in Potsdam ist eine Reaktion auf das Bekanntwerden eines Treffens rechter Aktivisten in der Stadt. (Sebastian Christoph Gollnow / dpa / Sebastian Gollnow)
    Baerbock sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie stehe hier als eine von Tausenden von Potsdamerinnen und Potsdamern, die einstehen für Demokratie und gegen alten und neuen Faschismus. Unter dem Motto "Potsdam bekennt Farbe" waren nach Angaben des Initiators, Oberbürgermeister Schubert, rund 10.000 Menschen zusammengekommen.

    Weitere Demo am Brandenburger Tor

    Am Brandenburger Tor in Berlin versammelten sich laut Polizeiangaben zunächst "mehrere Tausend" Teilnehmer. Eine Sprecherin der Klimaschutzgruppe Fridays for Future, die auch zu der Demonstration aufgerufen hatte, bezifferte die Zahl auf 25.000. Unter weiteren anderen hatten auch die Jusos und die Grüne Jugend Berlin den Aufruf unterstützt. Ziel war laut Fridays for Future, "ein klares Zeichen gegen die AfD, Rechtsextremismus und für den Schutz unserer Demokratie" setzen.
    In Saarbrücken waren laut Polizei rund 5000 Menschen bei einer Demonstration gegen Rechts. In Augsburg kamen laut Bayerischem Rundfunk rund 700 Menschen zu einer Kundgebung.
    Seit Tagen kommt es in verschiedenen deutschen Städten zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und für eine offene Gesellschaft. Auch für die nächsten Tage sind weitere Kundgebungen geplant.

    Empörung über Geheimtreffen und Abschiebepläne von Rechtsextremen

    Anlass ist das kürzlich vom Recherchenetzwerk "Correctiv" aufgedeckte Treffen von Rechtsextremen in Potsdam. Bei der geheimen Vernetzungsveranstaltung wurden Pläne erörtert, wie massenhaft Menschen mit Migrationsbiografie aus Deutschland abgeschoben werden könnten. An dem Treffen im November hatten auch AfD-Funktionäre und CDU-Mitglieder teilgenommen.
    Der Potsdamer Oberbürgermeister Schubert sagte, die bei dem Treffen besprochenen Pläne erinnerten an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Er sei "sprach- und fassungslos wegen dieser ungeheuerlichen Gefahr für unsere Demokratie" gewesen und habe daraufhin die Kundgebung initiiert, sagte Schubert.
    Der Tagungsort lag nur wenige Kilometer entfernt vom Haus der Wannseekonferenz, in dem ranghohe Nationalsozialisten 1942 die Ermordung von Millionen Juden planten.
    Diese Nachricht wurde am 14.01.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.