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StartseiteCampus & Karriere"Als Friseur lebt man viel von seinem Trinkgeld"25.10.2019

Dennis Piontkowski, Friseur"Als Friseur lebt man viel von seinem Trinkgeld"

Dennis Piontkowski schneidet seit zweieinhalb Jahren beruflich anderen Menschen die Haare. Er mag seine Arbeit und kann davon gut leben, sagt er. Den Job bis zur Rente zu machen, kann er sich aber eigentlich nicht vorstellen.

Von Astrid Wulf

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2558165192_Dennis Piontkowski.jpg (privat)
Dennis mag seinen Job als Friseur. Allerdings geht das viele Stehen auf den Rücken, das merkt er schon nach wenigen Berufsjahren. (privat)
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Was verdienen Sie?

"Ich werde übertariflich bezahlt, das ist ganz gut. Und ich komme jeden Monat weit über 1.200 Euro netto. Als Friseur lebt man auch viel von seinem Trinkgeld, Einkäufe, Solarium, was weiß ich – solche Sachen bezahlt man überwiegend von seinem Trinkgeld. Ich muss quasi nie zur Bank gehen, um Geld abzuheben. Dementsprechend kann man sich eben ein bisschen was ansparen, wenn man sparsam damit umgeht."

Was war beim Berufseinstieg anders als erwartet?

"Vom Arbeiten her eigentlich nicht so viel. Der Übergang vom einen Salon in den nächsten, weil ich mit Bestehen der Gesellenprüfung den Salon verlassen habe und für mich entschieden habe, den Salon zu wechseln. Was ganz gut geklappt hat."

Jemand geht eine Treppe hinauf und wirft Schatten (imago images / alimidi)In der Reihe „Karrierestart“ erzählen junge Menschen, wie sie den Start in den Beruf erlebt haben (imago images / alimidi)

Was an Ihrem Job macht Spaß?

"Der tägliche Kontakt mit Menschen. Ich freue mich immer, neue Kunden dazuzugewinnen. Kunden beraten zu dürfen. Manchmal auch, wenn man Kunden hat, die unsicher sind, denen ein bisschen mehr Selbstbewusstsein zu geben, indem man sagt, wir machen deinen Bart und deine Haare, und am Ende sind die zufrieden und gehen mit einem Lächeln raus, das ist eigentlich immer das Schönste. Das fühlt sich gut an."

Was an Ihrem Job nervt manchmal?

"Es ist ein sehr undankbarer Job auch ganz oft. Weil die Kunden so tun, als ob die Friseure so billige Arbeitskräfte sind. Die dann fragen: Warum ist das bei euch so teuer? In der Stadt bezahle ich nen Zehner. Oder: Warum braucht ihr so lange? Warum nur auf Termin? Das sind oft Sachen, die mich nerven. Wenn die Kunden so undankbar sind. Obwohl man denen vorher erklärt hat, was Sache ist."

Wurden Sie für den Joballtag gut ausgebildet?

"Also ich habe in einem guten Salon gelernt, habe mir viel abgeguckt, viel zugehört, und dadurch habe ich schon sehr viel gelernt. Es gab eigentlich nichts, wo ich nach der Ausbildung unsicher war oder nicht wusste, wie ich an eine Sache ranzugehen habe. Eigentlich war ich auf alles gut vorbereitet. Es gibt immer mal wieder so kleine Situationen, aber ich glaube, das liegt dann eher an den Kunden als an der Aufgabe an sich."

Und sonst so?

"Es ist eigentlich ein schöner Job. Es macht Spaß. Ob ich das für immer machen könnte - ehrlich gesagt, ich glaube nicht. Ich in meinen jungen Jahren merke schon: Ich habe Rückenprobleme, man steht viel. Das ist ein Punkt. Und man hat auch nicht so krasse Aufstiegschancen meiner Meinung nach. Man kann zwar seinen Meister noch machen, dass man ein besseres Gehalt kriegt, Seminare besuchen ohne Ende, aber ich glaube, irgendwann ist Schluss. Dass man irgendwann an einem Punkt angelangt ist als Friseur, wo es meiner Meinung nach nicht weitergeht. Früher war mal mein Plan, Erzieher zu werden oder sozialpädagogischer Assistent, vielleicht kann ich es mir eines Tages vorstellen, noch einmal in solch eine Richtung zu gehen."

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