Samstag, 25.09.2021
 
Seit 16:30 Uhr Forschung aktuell
StartseiteHistorische AufnahmenIm Himmel wohl zu langweilig29.07.2021

Der Dirigent Riccardo Muti Im Himmel wohl zu langweilig

Er gilt als der beste Verdi-Dirigent und leitete nahezu alle Spitzenorchester der Welt. Die Wiener Philharmoniker, denen er sich besonders verbunden fühlt, dirigierte er auf Einladung Herbert von Karajans erstmals vor 50 Jahren bei den Salzburger Festspielen. Am 28. Juli wurde Riccardo Muti 80 Jahre alt.

Am Mikrofon: Kirsten Liese

Schwarz-weiß-Aufnahme mit dem Dirigenten rechts im Bild, links sitzen die 1. Geiger mit erhobenen Bögen, im Hintergrund sitzt das Publikum. Der Dirigent trägt einen schwarzen Anzug, ein weißes Hemd und Schlips, die dunklen Haare fallen ihm ins Gesicht, der Taktstock ist erhoben zum Schlussakkord.    (EPA/APA)
Die Neujahrskonzerte der Wiener Philharmarmoniker, Riccardo Muti hier in einer Aufnahme von 1997, sind legendär und erreichen Millionen von Menschen (EPA/APA)
Mehr zum Thema

Corona und Musikfestival in Italien Eröffnungskonzert unter freiem Himmel in Ravenna

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker Gefühlsbalsam für die Welt

Neuproduktion der "Salome" in der Mailänder Scala In Liebe zu einem Geköpften

Die Karriere des gebürtigen Neapolitaners begann, als er 1967 den Guido-Cantelli-Dirigentenwettbewerb gewann. Im gleichen Jahr wurde er Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino.

Nach seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern im Jahr 1971 setzte Muti seine Laufbahn im Ausland fort: 1973 als Nachfolger von Otto Klemperer beim New Philharmonia Orchestra London, 1980 als neuer Chefdirigent des Philadelphia Orchestra. In dasselbe Jahr fällt auch sein Debüt an der Mailänder Scala, die er von 1986 an auch als Musikdirektor 19 Jahre leitete.

Mit besonderer Hingabe widmete sich Muti den Komponisten Verdi und Mozart. Für seine künstlerischen Überzeugungen scheute er auch keine offenen Konflikte mit Regisseuren, einige Premieren ließ er sogar platzen.
Darüber hinaus engagierte er sich stets auch für Raritäten italienischer Komponisten wie Cherubini, Salieri, Paisiello oder Mercadante.

Wie viele seiner Kollegen erlebt auch er die Zeit der Pandemie-bedingten Einschränkungen zwiespältig. In einem Interview mit der 'Welt' meinte er dazu: 

"Vor allem habe ich gemerkt, wenn dann mal Schluss ist, dann muss es die Hölle sein, im Himmel wäre mir wohl zu langweilig." 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk