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StartseiteSternzeitDer Erfinder des Ballonteleskops30.05.2012

Der Erfinder des Ballonteleskops

Morgen vor 100 Jahren kam in Potsdam Martin Schwarzschild zur Welt. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters Karl, der einer der größten Astronomen des vergangenen Jahrhunderts war.

Von Dirk Lorenzen

Martin Schwarzschild (1912-1997) (Princeton)
Martin Schwarzschild (1912-1997) (Princeton)
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Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie nach Göttingen, wo Martin auf dem heutigen Max-Planck-Gymnasium Abitur machte und dann Astronomie studierte. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Pulsation von Delta-Cephei-Sternen.

Im Dezember 1935 wurde er an der Georg-August-Universität promoviert. Wegen seiner jüdischen Abstammung war er während des Studiums schlimmen Anfeindungen ausgesetzt.

Daher hatte ihm der damalige Direktor der Göttinger Sternwarte heimlich einen Messapparat in seine Wohnung bringen lassen, damit er Fotoplatten ungestört zu Hause auswerten konnte.

Nach der Promotion emigrierte Martin Schwarzschild über Norwegen in die USA. Nach Stationen an den Universitäten Harvard und Columbia wurde er Professor in Princeton.

Sein Hauptforschungsgebiet war die Sonnenphysik und die Entwicklung von Sternen und Galaxien, für die er die damals neue Computertechnik sehr erfolgreich einsetzte.

Zudem war er Initiator des Projekts Stratoscope. Dabei wurden Spiegelteleskope mit bis zu neunzig Zentimeter Durchmesser von unbemannten Ballonen in die Stratosphäre getragen.

Die von dort gewonnenen Aufnahmen der Sonnenoberfläche und von Galaxien waren so detailreich, dass sie oft erst Jahrzehnte später unter anderem durch das Hubble-Weltraumtelekop übertroffen wurden.

Martin Schwarzschild ist 1997 im Alter von 84 Jahren gestorben.

Nachruf auf Martin Schwarzschild

Langes Interview mit Martin Schwarzschild

Das Stratoscope-Projekt

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