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StartseiteDossierDer Fall Eisler12.10.2007

Der Fall Eisler

Hintergründe eines Geschwisterkrieges

Im Mai 1947 schrieb Richard Nixon, Mitglied im Komitee für unamerikanische Tätigkeit, der "Fall Eisler" sei der wichtigste Fall, der je vor dieses Gremium des amerikanischen Repräsentantenhauses gekommen sei. Er meinte die antikommunistische Kampagne gegen den Journalisten Gerhart Eisler und dessen Bruder, den Komponisten Hanns Eisler. Obwohl sich Prominente wie Charlie Chaplin, Thomas Mann und Pablo Picasso für den Komponisten einsetzten, gingen die Verhöre und Verhaftungen weiter.

Von Albrecht Dümling

Dem "Fall Eisler" folgten Aktionen gegen zahlreiche Hollywood-Künstler, deren Grundrechte eingeschränkt wurden. Umgekehrt markierte das erwähnte Komitee für die Republikaner Richard Nixon und Ronald Reagan den Beginn ihrer politischen Karriere. Obwohl der Kalte Krieg endete und das Komitee 1975 aufgelöst wurde, erinnern einige Maßnahmen der heutigen US-Administration an die damalige Praxis.

Wie es 1947 dazu kommen konnte, dass Gerhart und Hanns Eisler von ihrer eigenen Schwester, der früheren KPD-Führerin Ruth Fischer, in den Vereinigten Staaten angeklagt wurden, blieb lange ein Rätsel. Auszüge aus der bislang unveröffentlichten Korrespondenz der Geschwister beleuchten die Hintergründe dieses Familienkonflikts, den Charlie Chaplin mit Shakespeares Königsdramen verglich.

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