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StartseiteHintergrundDer langsame Wandel24.04.2004

Der langsame Wandel

Zehn Jahre Demokratie und Ende der Apartheid in Südafrika

Gott segne Afrika. Segne unser Streben, dass wir uns vereinigen und emporheben durch lernen und verstehen. Südafrikas Nationalhymne gesungen in Zulu und Afrikaans - ein Symbol für die Vielfältigkeit des Landes, für die 11 verschiedenen Volksgruppen, für die verschiedenen Sprachen, Hautfarben und die oftmals auch heute noch gegensätzlichen Interessen. Auch 10 Jahre nach dem Ende der Apartheid: Südafrika ist auf der Suche nach einem Weg zum friedlichen und harmonischen Miteinander. Denn eines ist klar und das verbindet sicherlich die Mehrheit aller Südafrikaner:

Von Dagmar Wittek

Wahlkampf in Südafrika (AP)
Wahlkampf in Südafrika (AP)
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Nie, nie wieder soll dieses schöne Land unterdrückt werden und die Demütigung erfahren, das Stinktier der Welt zu sein. Freiheit soll regieren. Gott segne Afrika.

Nelson Mandelas Worte 1994 bei seiner Amtseinführung als erster demokratisch gewählter Präsident des Landes. Und schon 2 Jahre später als Südafrika seine neue Verfassung annahm, sagte er:

Wir sind auf dem Weg eine normale Gesellschaft zu werden. Die Basis dafür ist gegenseitiges Vertrauen, trotz aller Vielfältigkeit schaut man auf unsere Religionen, Sprachen und Rassen. Aber zusammengenommen die Schwachen und die Starken - wir sind ein Volk, mit einem gemeinsamen Schicksal. Wir müssen zusammen daran arbeiten, dass unsere Hoffnungen Realität werden. Der lange Weg geht weiter.

Der lange Weg zur Freiheit führt weiter, aber laut Verfassung sind jetzt alle gleich, alle Menschen in Südafrika haben die gleichen Rechte. Aber ob das heißt, dass Schwarze, Weiße und Farbige sich versöhnt haben? Sind tatsächlich alle gleich 10 Jahre nach dem End der brutalen Diskriminierungspolitik der Apartheidregierung? Stimmen von Farbigen Farmarbeitern aus der Weingegend um Kapstadt

Wir haben immer noch nichts. Wir sind immer noch in der selben Situation wie vor 10 Jahren. Es hat sich nichts geändert. Es ist einfach nur eine andere Hautfarbe, die uns jetzt dominiert. Früher waren es die Weißen, heute sind es die Schwarzen, die an der Macht sind. Aber tun, tun sie alle dieselben verdammten Dinge.

Es ist einfach nur andersherum jetzt. Ich zum Beispiel bin heute zu weiß, früher war ich zu schwarz. Wenn die Schwarzen nur etwas mehr Mitgefühl mit uns haben würden. Unsere farbigen Kinder zum Beispiel kriegen heute keine Jobs.


Dieser junge weiße Geschäftsmann spricht sogar von Rassismus nur andersherum.

Ja, rein rechtlich sind wir alle gleich. Aber in der Praxis funktioniert es so nicht. Ich konnte keine Anstellung mehr finden, also musste ich mich selbständig machen. Ich hatte keine andere Wahl.

Ein weißer Pensionär widerspricht ihm. Er findet, dass sich viel verändert hat und zwar zum Besseren.

Ich bin sehr zufrieden mit den Veränderungen. Ich halte sie für unsere Zukunft für sehr wichtig, es wird noch besser werden. Wenn man sich die jungen Leute ansieht, da wird nicht mehr mit dem Finger gezeigt "du bist weiß, oder du bist schwarz", da mischt sich alles. Die sind alle ein Volk und so wird es auch in unserer nahen Zukunft aussehen.

Eine Umfrage ergab, dass tatsächlich die Mehrzahl aller Südafrikaner, selbst die Millionen Schwarzen, die nach wie vor in erbärmlicher Armut ohne Strom und Wasser leben, optimistisch in die Zukunft schauen. Denn zumindest die rechtlichen Grundlagen sind gelegt: alle sind gleich und sollen gleiche Chancen erhalten.

Und so urteilt auch das Institut für Rassenbeziehungen in Johannesburg: Die Beziehungen zwischen den Volksgruppen und Rassen in Südafrika sind stabil und gut. Bei einer repräsentativen Studie gaben lediglich 8 Prozent der Befragten an, dass Rassismus heute, 10 Jahre nach dem Ende des Apartheidsystems, überhaupt noch ein Problem darstelle. Andererseits sagte Präsident Thabo Mbeki unlängst in seiner Rede zur Lage der Nation, dass es in Südafrika immer noch geteilte Welten gäbe. Er sprach von 2 Nationen.

Es teilen noch nicht alle die Vision der nationalen Einheit. Es haben noch nicht einmal alle verstanden wie wichtig es ist unsere Gesellschaft neu zu strukturieren.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu formuliert es schärfer. Er sagt, es sei ein Wunder, dass die Millionen Menschen, die nach wie vor in Armut und in Wellblechhütten hausen noch nicht Amok gelaufen sind. Weiße, die nach wie vor mehrheitlich zu den Habenden gehören, könnten erheblich mehr zu Aussöhnung, Wiedergutmachung und wirtschaftlichen Ausgleich beitragen. Schon 10 Euro im Monat, um eine Familie zu unterstützen, oder die Übernahme der Schulgebühren für ein Schulkind - wären ein immenser Beitrag, so Tutu.

Weiße sollten so großzügig wie nur irgend möglich sein, um den Wandel zu unterstützen. Es könnte besser laufen. Wir sollten zum Beispiel so etwas wie eine Sozialhilfe für jeden von rund 10Euro im Monat haben. Und die die reich sind, die müssen das in Form von höheren Steuern zurückzahlen. Es gibt einfach noch zuviel Armut und ich habe große Bedenken, ob wir da nicht auf einem Pulverfass sitzen.

Helen Suzman dagegen, die zu Zeiten der Apartheid jahrelang die einzige Weiße Parlamentarierin war, die sich für mehr Rechte für Schwarze einsetzte und als das Gewissen der Nation bezeichnet wurde, hält die Rassenbeziehungen in Südafrika für etwas worüber nicht mehr viel diskutiert werden muss.

Ich glaube der Durchschnitts-Weiße hat die Situation wie sie ist akzeptiert. Und viele, inklusive mir, halten sie auch für richtig. Wir leben schließlich in einem demokratischen Land und da es erheblich mehr Schwarze als Weiße gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Regierung eine schwarze sein wird. Und wenn sie intelligent sind, dann involvieren sie einige hilfreiche Weiße in ihrer Regierung - so wie sie es getan haben. Wir können schließlich nicht nur Weiße haben, die in Luxus und Bequemlichkeit leben.

Die Kritik, dass Weiße nicht genug zum Aussöhnungsprozess in Südafrika beitragen kommt hauptsächlich von Schwarzer Seite. Die meisten Weißen, so scheint es, wollen schnell zur Normalität kommen und so tun, als ob Rassismus und Diskriminierung schon lange der Vergangenheit angehören. So einfach sei es aber nicht, betont Desmond Tutu, der die bis Ende der 90er Jahre bestehende Wahrheits- und Versöhnungskommission leitete.

Aussöhnung hätte nicht einmal durch die beste Kommission erreicht werden können. Versöhnung ist ein langfristiges nationales Vorhaben. Aber die Wahrheitskommission hat eine wichtige Rolle in diesem Heilungsprozess gespielt. Die meisten, die vor der Kommission ausgesagt haben, gingen verändert fort - der Heilungsprozess hatte begonnen.

Aussöhnung durch Amnestie? Alles vergeben und vergessen? Und damit alles gut? Der erste schwarze Präsident des Landes, Nelson Mandela, wird nicht müde immer wieder seine für den friedlichen Wandel in Südafrika entscheidenden Worte zu wiederholen.

Lasst die Vergangenheit sein und lasst uns an die Gegenwart und die Zukunft denken.

Der letzte weiße Präsident von Südafrika stimmt dem voll zu, fordert weitere Amnestien für Apartheidverbrechen und appelliert an das Demokratieverständnis aller Südafrikaner.

Unsere Parteienlandschaft ist zu stählern, zu unflexibel. Wir bräuchten eine politische Neuausrichtung in der nicht Rasse, Hautfarbe oder Ethnizität bestimmen, welche Partei man wählt, sondern wo die Leute, die an dieselben Werte glauben zusammenarbeiten.

De facto hat Südafrika derzeit eine Einparteienlandschaft. Zwar gibt es weit über 30 Parteien, aber eine gewichtige Opposition, die der Regierungspartei dem ANC contra bietet, gibt es nicht. Bei den dritten freien Wahlen in Südafrika gewann der ANC 279 der 400 Parlamentssitze, die stärkste Opposition, die Demokratische Allianz, gerade mal 50.

Dabei gäbe es genug Zündstoff die politische Debatte anzuregen und der Regierung auf die Füße zu treten. Täglich rund 1000 Aidstote, über 30 Prozent Arbeitslosigkeit, eine erschreckende Kriminalitätsrate und ein Wirtschaftswachstum, das zwar seit Jahren stabil aber dennoch mit 2-3 Prozent zu gering ist. Zudem sind nach wie vor 80 Prozent des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens in der Hand einer kleinen weißen Minderheit. Herausforderungen denen sich Südafrika dringend stellen muss. Und die es in den letzten 10 Jahren nicht mit genug Nachdruck angegangen ist.

Das Aidsproblem scheint Südafrika nun zu bekämpfen. Anfang 2004 wurde damit begonnen landesweit antiretrovirale Medikamente über das staatliche Gesundheitssystem zu verteilen. Die Regierung verfolgt ein durchdachtes Programm, der Aufklärung, des Testens und der Behandlung, die die Kosten niedrig hält und gezielt billigere zum Teil sogar im eigenen Land hergestellte Generika kauft.

Stolperstein der jungen Demokratie könnten die nur schleppend voranschreitenden Landreformen sein. Noch in der Freedom Charta des ANC zu Zeiten des Freiheitskampfes hieß es, dass das Land gerecht unter allen aufgeteilt werden soll. Viele schwarze Landlose, vom Apartheidregime Zwangsumgesiedelte und Enteignete halten sich heute noch daran fest.

Und schaut man auf die umliegenden Länder Simbabwe und Namibia, dann wächst der Druck auf Südafrikas Ministerin für Landreformen enorm. Nach wie vor sind 87 Prozent des kommerziell landwirtschaftlich nutzbaren Landes fest in weißer Hand. Dabei hatte der ANC bei den ersten freien Wahlen 1994 versprochen innerhalb der ersten 5 Jahre seiner Regierungszeit 30 Prozent des von weißen Farmern genutzten Landes an Schwarze zu übergeben. Allerdings alles auf der willing seller, willing buyer also williger Verkäufer, williger Käufer Basis und unter dem Schutz des Eigentumsrechts.

10Jahre sind vergangen und bislang sind lediglich 3 Prozent, das heißt rund 3 Millionen Hektar Land an Schwarze gegangen. 45 000 weiße Farmer besitzen nach wie vor den fetten, fruchtbaren Batzen an Land. Farmbesetzungen, Farmattacken und Morde gehören mittlerweile zum Alltag in Südafrikas Landwirtschaft.

30 Prozent des Farmlandes sollen bis 2015 umverteilt sein. Während der Druck von weit über 20 Millionen Land- und Mittellosen in Südafrika wächst, mahnt , Lourens Bosman, der Vorsitzende von Agri South Africa, dem weißen Farmerverband Geduld an.

Wir geben zu, dass wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, so wie das auch die vorherige Regierung getan hat. Und um Südafrika zu stabilisieren müssen wir Landreformen angehen. Die Umsetzung allerdings ist sehr schwer. Was wir hier brauchen ist ein besser durchdachter Plan. Es geht ja eigentlich nicht nur um Land das umverteilt werden muss. Im Grunde geht es um die gesamte Wirtschaft, den gesamten Reichtum Südafrikas an dem das Volk teilhaben muss, um ein besseres Leben führen zu können.

Die Regierung steckt in einer Zwickmühle: Eine Lösung scheint nicht in Sicht. Denn letztendlich geht es um ein Mammutprojekt: Das Umstrukturieren einer Gesellschaft, die über Jahrzehnte und wenn man die Kolonialisierung noch hinzuzählt Jahrhunderte hinweg die Mehrheit der Bevölkerung diskriminiert, enteignet, entmündigt und vom wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen hat.

Aber es gibt auch Erfolge zu verbuchen. Schwarze gründen ihre eigenen Firmen, kaufen Farmland, oder werden von der Regierung wieder dort angesiedelt, wo sie ursprünglich einmal herkamen. Ein Beispiel: der District 6 in Kapstadt. Das Viertel liegt zentral zwischen Hafen und Tafelberg. Und soll jetzt, nachdem unter der weißen Apartheidregierung, Jahrzehnte lang Menschen von hier in schwarze Ghettos zwangsumgesiedelt worden waren - wiederbelebt werden. Die vertriebenen Townshipbewohner ziehen wieder her. Einer der ersten ist Dan Ndzabela. Der 82jährige ist überglücklich nach Hause zu können.

Es hat mich sehr verletzt als wir gezwungen wurden hier wegzuziehen. 1959 mussten wir umziehen. Damals wohnte ich glücklich in Nummer 13 Verch St. Wir zogen nach Nyanga West um, heute heißt es Guguletu. Auf Xhosa heißt das unser Stolz. Aber wir, meine Frau und zwei Kinder, mussten in ein Einzimmerhaus. Überall war Sand und im Winter war es unheimlich kalt. Wir hatten eine Zinktür, die im Wind lärmte. Was mich am meisten verletzt hat, war dass sie mich so erniedrigten. Von einem Backsteinhaus zu einer Wellblechhütte.

Plötzlich wussten er - wie auch 60 000 andere Zwangsumgesiedelte - nicht mehr wie sie ihre Familien ernähren sollten. In Guguletu gab keine öffentlichen Transportmittel und Ndzabela hatte keine Ahnung wie er zu seinem Job in einer Autowerkstatt in der Stadt kommen sollte. Außerdem in District 6

Wir lebten glücklich zusammen. Diskriminierung gab es nicht, wir waren wie Brüder und Schwestern. Während es in Nyanga keine Polizei gab, es ging zu wie im Dschungel.

Sein Traum war immer: zurück in District 6 wo alle Rassen friedlich miteinander leben konnten. Und so wird es auch wieder sein, jetzt da feststeht, dass die ersten 24Häuser gebaut werden, davon ist er überzeugt.

Südafrikas Wandel ist ein langsamer. Man kann auch nicht erwarten, dass der finanzielle, wirtschaftliche und der zwischenmenschliche Ausgleich zwischen den Rassen in 10Jahren rundum abgeschlossen ist. Noch muss man sich in Südafrika an den Positivbeispielen festhalten und aus ihnen Hoffnung schöpfen. Nach wie vor leben schwarz und weiß weitgehend in getrennten Welten. Weiße in der Welt der Luxusvillen, Elektrozäune und der blauen Pools hinter hohen Mauern. Und Schwarze in der Welt der 2 Zimmer Streichholzschachtel Häuschen des sozialen Wohnungsbaus, den Schotterpisten und extrem vielen Menschen auf engstem Raum. Aber: seit dem Ende der Apartheid ziehen immer mehr besser verdienende Schwarze in die ehemals rein weißen Wohngebiete. Und umgekehrt? Das ist noch eine Seltenheit, aber sie kommt vor. Tania ist 34 und Mutter von 2 kleinen Kindern. Sie lebt seit 6 Jahren in Soweto. Sie stammt aus einer Erzkonservativen weißen Afrikaner Familie. Dort gab es keinerlei Verständnis als sie erzählte, dass sie sich unsterblich in einen schwarzen Mann verliebt hatte.

Oh da funkte es. Sie schrieen mich an, beschimpften mich - wir hatten einen gewaltigen Streit. Mir wurde gesagt, dass ich aus dem Haus fliege, wenn ich weiterhin mit diesem Mann ausgehe. Meine Großmutter hat mich enterbt, meine Mutter schlug mich, ich solle wieder zu mir kommen, ich könne nicht mit einem schwarzen Mann leben, der hätte mir doch nichts zu bieten. Am nächsten Morgen wachte ich auf und ich war mir sicher. Ich habe ich meine Koffer gepackt.

Bei Baba Zulu Read einem über 60jährigen Rentner war es ganz ähnlich.

Ich habe mich nie geliebt gefühlt bei meinen weißen Leuten. Ich heiratete, wurde geschieden und dann irgendwann habe ich mich in eine schwarze Frau verliebt. Die Leute konnten das nicht verstehen, die haben mich beschimpft, wenn wir zusammen auf der Straße waren. Die übelsten Schimpfwörter Kaffernliebhaber usw. riefen sie mir hinterher. Aber ich hatte Liebe und Frieden gefunden. Sie sorgte sich wirklich um mich, sie liebte mich und genauso war es mit ihren Eltern.

Selbst nach dem brutalen Mord an seiner Frau, entschied sich Baba Zulu Read in Soweto zu bleiben, obwohl er zuerst zu seinen Leuten, den Weißen zurückging.

Das Leben dort war die Hölle, ich bekam keinerlei Unterstützung. Daher sagte ich mir: egal, lasst mich mit meinen Leuten leben, den Schwarzen von Soweto. Tja und seitdem bin ich hier in Soweto.

Heute kann er in Soweto bald keinen Schritt tun, ohne großes Hallo und kurze Gespräche unterwegs. Er ist bekannt wie ein bunter Hund. Aber nicht weil er weiß ist, sondern einfach für das, was er durchgemacht hat, dafür, dass er wegen der Menschen zurückgekommen ist und weil er sich als Teil von ihnen fühlt, sagt Babas Freund Jesiah.

Ich gucke nicht auf die Hautfarbe eines Menschen. Es kommt einfach nur darauf an wie er mit anderen umgeht. Es kommt auf sein Herz an.

Tania findet, dass die Menschen hier in Soweto viel echter seien.

Hier wirst du nicht für das was du verdienst beurteilt, oder für deinen Job. Es kommt nur darauf an, was du tust. Du wirst dafür bewertet wie gut du als Mutter bist, wie sauber dein Haus ist und wie gut du kochst.

Beide Tania Thaelo und Baba Zulu Read haben in den townsiphs von Soweto ein Zuhause gefunden. Hier, sagen beide, die noch zu Apartheidzeiten aufgewachsen sind, hätten sie zum ersten mal vergessen sich ihrer Hautfarbe bewusst zu sein. Beispiele die Mut machen, die zeigen, dass Südafrika auf dem richtigen Weg ist. Dass aber gerade die Zwischenmenschlichen Beziehungen, diejenigen sind die Zeit brauchen. Aber sie sind auch das Indiz dafür, wie weit es tatsächlich um Südafrikas Aussöhnung der Rassen untereinander steht.

Nach 46 Jahren weißer Vorherrschaft, Rassentrennung und systematischer Diskriminierung, drohte das Land 1994 zu Zeiten des Umbruchs in einem Blutbad zwischen schwarz und weiß zu versinken. Das geschah nicht, dank Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten am Kap und seinem Amtskollegen dem letzten weißen Präsidenten de Klerk. Gemeinsam schafften sie einen weitgehend friedlichen Übergang. Heute blickt Mandela stolz auf die junge Demokratie in Südafrika zurück. Was ihm Mut mache, sei

Die Einigkeit zwischen schwarz und weiß und auch die Fortschritte im Bildungssektor, sowie der kontinuierliche Kampf gegen die Armut, so dass jeder hier ein würdevolles Leben führen kann - machen uns sehr glücklich. Auch wenn wir den größten Teil unseres Lebens mit sehr schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatten. Aber wir wollen nicht zurückschauen. Wir sagen: lasst die Vergangenheit ruhen. Lasst uns an die Gegenwart und die Zukunft denken.

Sein Mitstreiter, der ehemalige Erzbischof Desmond Tutu, sagt: ja schon - nur: Weiße müssten viel mehr tun - es sei ein Wunder, dass der Frieden zwischen den Rassen in Südafrika so dauerhaft sei und nun schon 10 Jahre anhalte.

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