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Der Messier-MarathonHimmlisches Speed-Dating

Marathon-Läufe sind nicht nur etwas für Sportler, sondern auch für Himmelsbeobachter: Jahr für Jahr versammeln sie sich in der zweiten Märzhälfte überall auf unserem Planeten zu einem Wettlauf der besonderen Art.

Von Hermann-Michael Hahn

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(NASA)
Charles Messier und einige Objekte aus seinem berühmten Katalog (NASA)

Sie starten zu einem Messier-Marathon. Der allerdings geht nicht über gut 42 Kilometer, sondern über 110 Messier-Objekte oder rund 1,6 Milliarden Lichtjahre. Der französische Astronom Charles Messier hat die Liste im 18. Jahrhundert über viele Jahre zusammengestellt. Sie enthält Sternhaufen, leuchtende Gasnebel und Galaxien, die in den kleineren Teleskopen seiner Zeit leicht mit noch unentdeckten Kometen verwechselt werden konnten.

Interessanterweise gibt es am Himmel einen rund 45 Grad breiten Bereich, in dem nur ein einziges Messier-Objekt zu finden ist. Wenn die Sonne in dieser Himmelsgegend steht, kann man rein theoretisch während einer Nacht alle übrigen Objekte aufsuchen und "abhaken" und schließlich in der Dämmerung auch noch den letzten, fehlenden Nebel erwischen.

Unsere Nachbargalaxie M 31 ist derzeit noch etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt (NOAO)M31, die Andromeda-Galaxie, ist eines der eindrucksvollsten Messier-Objekte (NOAO)

Natürlich darf der Mond dabei den Himmel nicht aufhellen, und so ist die Zeit um den März-Neumond für einen solchen Messier-Marathon am besten geeignet. Und weil man sich eine ganze Nacht um die Ohren schlägt, empfiehlt sich – zumindest für Nicht-Rentner – ein Wochenend-Termin.

In diesem Jahr fällt der Neumond im März auf den kommenden Dienstag. Folglich sind dieses und das folgende Wochenende die idealen Starttermine für den Messier-Marathon einmal quer durch den Kosmos.

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