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StartseiteSternzeitDer Mond bei Spica13.02.2009

Der Mond bei Spica

Heute Abend finden Sie unweit des abnehmenden Mondes einen hellen Stern. Das ist Spica, der Hauptstern im Sternbild Jungfrau. Spica gehört zu den zwanzig hellsten Sternen am irdischen Firmament.

Von Hermann-Michael Hahn

Das Sternbild Jungfrau in einer alten Darstellung (Landessternwarte Heidelberg)
Das Sternbild Jungfrau in einer alten Darstellung (Landessternwarte Heidelberg)

Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Kornähre. Er setzt damit eine alte Tradition fort, die sich bis nach Mesopotamien zurück verfolgen lässt. Vor mehr 4500 Jahren kündete dort der so genannte Frühaufgang des Sterns - sein erstes Aufblitzen in der Morgendämmerung - die Zeit der Ernte an. Entsprechend nannten schon die Sumerer den Stern die Göttin der Kornähre.

Spica steht 262 Lichtjahre von uns entfernt. Das Licht, das Sie heute oder an den kommenden Abenden von Spica sehen, wurde also im Jahr 1747 ausgesandt. Damals entdeckte der englische Astronom William Bradley die Nutation, eine vom Mond verursachte Schwankung der Erdachse. Und Johann Sebastian Bach besuchte den preußischen König Friedrich den Großen.

Spica ist aber auch absolut gesehen ein ziemlich heller Stern. Er leuchtet rund 13.500mal so hell wie die Sonne und besitzt etwa elffache Sonnenmasse. Seinen Durchmesser geben die Astronomen mit rund 11 Millionen Kilometern an. Das ist knapp achtfacher Sonnendurchmesser.

Spica hat einen engen Begleiter, der seinen Zentralstern alle vier Tage einmal umrundet. Unser Mond hingegen kommt nur etwa alle vier Wochen einmal bei Spica vorbei.

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