Archiv


Der Mond eines Mondes

Seit 2004 erforscht die Raumsonde Cassini den Saturn und seine größeren Monde. Besonderes Augenmerk der Wissenschaftler galt dabei dem Mond Iapetus, bei dem man schon vorher wusste, dass er eine helle und eine dunkle Hälfte besitzt.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Noch bevor dieses Rätsel gelöst werden konnte, gab die spezielle Form des knapp 1500 Kilometer großen Saturnmondes den Forschern ein Rätsel auf: Entlang des Äquators registrierten die Kameras von Cassini nämlich einen rund einhundert Kilometer breiten und mancherorts bis zu zwanzig Kilometer hohen Bergrücken - fast über drei Viertel des Mondumfangs.

    Zu seiner Entstehung haben US-Forscher nun eine überraschende Erklärung vorgeschlagen. Danach könnte Iapetus vorübergehend einen eigenen Mond besessen haben.

    Allerdings sei die Umlaufbewegung dieses Mondes durch Gezeitenkräfte des Iapetus immer stärker abgebremst und der Minimond dann von diesen Kräften zerrissen worden. Der dabei entstandene Ring habe sich schließlich entlang des Äquators auf der Oberfläche von Iapetus abgelagert.

    Entstehen konnte ein solcher Trabant etwa beim Zusammenstoß von Iapetus mit einem anderen Himmelskörper. Modellrechnungen zeigen, dass ein solcher Minimond eher auf eine stark elliptische Bahn geschleudert wird. Damit er nicht gleich entweicht, bedurfte es einer genügend großen Einflusssphäre von Iapetus.

    Wie die amerikanischen Forscher berechnet haben, ist im äußeren Sonnensystem tatsächlich nur Iapetus in der Lage, einen solchen Begleiter zumindest vorübergehend zu halten.

    Wie Iapetus zu seinem Äquatorwulst kam

    Mehr über den Saturn Iapetus