Fast alle Bionik-Forscher mit Rang und Namen sind bei der Tagung im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Auch der 50-Jährige Professor Thomas Speck von der Uni Freiburg unterhält sich angeregt mit seinen Kollegen.
"Was wir machen ist ‚smart materials’, selbst reparierende Stukturen. Wir haben zum Beispiel jetzt ein Projekt laufen, wo es darum geht, für Luftmatratzen oder Gummiboote eine selbstreparierende Beschichtung zu machen. Das heißt, wenn ein Loch reinkommt, dass sich das dann selbst wieder verschließt. Ideengeber war zum Beispiel eine Liane, die solche selbstreparierenden Eigenschaften im Laufe der Evolution entwickelt hat."
Das funktioniert im Labor mit Hilfe eines Polyurethan-Schaumes. Einen marktreifen Prototyp gibt es noch nicht. Den hofft Speck zusammen mit seiner Forschungsgruppe in den nächsten drei Jahren zu entwickeln. Eine besonders stoßfeste Transportpalette soll vielleicht schon nächstes Jahr zu kaufen sein. Für ihre Entwicklung hat Speck sich von Bambus und Stachelschweinborsten inspirieren lassen.
"Für mich ist die biologische Vielfalt das Schatzkästchen aus dem wir schöpfen. Wenn eine Pflanze, eine Pflanzenart verloren ist, kann unter Umständen eine Idee verloren sein."
Es gibt hunderte Patente für Bionik-Verfahren und -Produkte. Vergleichsweise wenige haben es zur Marktreife gebracht. Die Vorzeigeentdeckung der Bioniker ist der so genannte Lotus-Effekt. Professor Wilhelm Barthlott stellte bereits in den 70er Jahren fest: Lotusblätter sind besonders wasser- und schmutzabweisend. Dank Barthlott und Team kann man die Reinheit der Lotusblüte künstlich nachahmen.
"Das wichtigste ist eine Fassadenfarbe, die auch den Lotos im Namen trägt. Und das sind Häuser, die nicht verschmutzen, keine Algen, keine Pilze. Der Regen reinigt die. Und inzwischen gibt es etwa 500.000 Gebäude auf der Welt mit solchen Oberflächen."
Zukünftig, so schwärmt Barthlott, wird es auch Badeanzüge geben, die niemals nass werden. Und Schiffsrümpfe könnten mit Hilfe des Lotuseffektes trocken bleiben und energiesparend auf einer dünnen Luftschicht dahingleiten. Der Verein Deutscher Ingenieure und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt verleihen auf der Tagung erstmals den Bionik-Award. Er soll den Nachwuchs stärken. Gewinner ist der 35-jährige Doktor Michael Hermann.
"Die Idee war, Kanalstrukturen aus der Natur zu übernehmen, zum Beispiel Blutbahnen oder Leitbündelstrukturen von Blättern, Lungen etc. die alle solche verästelten Strukturen haben, diese in die Technik zu übertragen - und damit Flüssigkeiten und Gase gleichmäßig verteilen zu können und wenig Energie für die Pumpe zu benötigen."
Seine Idee hat der Ingenieur an Sonnenkollektoren ausprobiert. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes will er weiterforschen. Der Ingenieur hofft, dass man dann in einigen Jahren tatsächlich ein entsprechendes Produkt kaufen kann. Die Bionik steckt noch in den Kinderschuhen. Das gibt auch Professor Antonia Kesel von der Hochschule Bremen zu. Sie ist Mitinitiatorin der Tagung und leitet den weltweit einzigen Bionik-Studiengang. Für sie sind die Möglichkeiten des Forschungszweiges noch längst nicht ausgeschöpft.
"Das heißt, in den letzten 3,5 Milliarden Jahren sind aktuell hier lebend 20 Millionen Spezies entstanden. Und alle diese Spezies sind evolutiv gesehen Winner. Jeder kann etwas was der andere nicht kann, und es lohnt sich zumindest zu schauen, was unter Umständen für eine wirtschaftliche oder industrielle Anwendung interessant sein könnte."
"Was wir machen ist ‚smart materials’, selbst reparierende Stukturen. Wir haben zum Beispiel jetzt ein Projekt laufen, wo es darum geht, für Luftmatratzen oder Gummiboote eine selbstreparierende Beschichtung zu machen. Das heißt, wenn ein Loch reinkommt, dass sich das dann selbst wieder verschließt. Ideengeber war zum Beispiel eine Liane, die solche selbstreparierenden Eigenschaften im Laufe der Evolution entwickelt hat."
Das funktioniert im Labor mit Hilfe eines Polyurethan-Schaumes. Einen marktreifen Prototyp gibt es noch nicht. Den hofft Speck zusammen mit seiner Forschungsgruppe in den nächsten drei Jahren zu entwickeln. Eine besonders stoßfeste Transportpalette soll vielleicht schon nächstes Jahr zu kaufen sein. Für ihre Entwicklung hat Speck sich von Bambus und Stachelschweinborsten inspirieren lassen.
"Für mich ist die biologische Vielfalt das Schatzkästchen aus dem wir schöpfen. Wenn eine Pflanze, eine Pflanzenart verloren ist, kann unter Umständen eine Idee verloren sein."
Es gibt hunderte Patente für Bionik-Verfahren und -Produkte. Vergleichsweise wenige haben es zur Marktreife gebracht. Die Vorzeigeentdeckung der Bioniker ist der so genannte Lotus-Effekt. Professor Wilhelm Barthlott stellte bereits in den 70er Jahren fest: Lotusblätter sind besonders wasser- und schmutzabweisend. Dank Barthlott und Team kann man die Reinheit der Lotusblüte künstlich nachahmen.
"Das wichtigste ist eine Fassadenfarbe, die auch den Lotos im Namen trägt. Und das sind Häuser, die nicht verschmutzen, keine Algen, keine Pilze. Der Regen reinigt die. Und inzwischen gibt es etwa 500.000 Gebäude auf der Welt mit solchen Oberflächen."
Zukünftig, so schwärmt Barthlott, wird es auch Badeanzüge geben, die niemals nass werden. Und Schiffsrümpfe könnten mit Hilfe des Lotuseffektes trocken bleiben und energiesparend auf einer dünnen Luftschicht dahingleiten. Der Verein Deutscher Ingenieure und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt verleihen auf der Tagung erstmals den Bionik-Award. Er soll den Nachwuchs stärken. Gewinner ist der 35-jährige Doktor Michael Hermann.
"Die Idee war, Kanalstrukturen aus der Natur zu übernehmen, zum Beispiel Blutbahnen oder Leitbündelstrukturen von Blättern, Lungen etc. die alle solche verästelten Strukturen haben, diese in die Technik zu übertragen - und damit Flüssigkeiten und Gase gleichmäßig verteilen zu können und wenig Energie für die Pumpe zu benötigen."
Seine Idee hat der Ingenieur an Sonnenkollektoren ausprobiert. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes will er weiterforschen. Der Ingenieur hofft, dass man dann in einigen Jahren tatsächlich ein entsprechendes Produkt kaufen kann. Die Bionik steckt noch in den Kinderschuhen. Das gibt auch Professor Antonia Kesel von der Hochschule Bremen zu. Sie ist Mitinitiatorin der Tagung und leitet den weltweit einzigen Bionik-Studiengang. Für sie sind die Möglichkeiten des Forschungszweiges noch längst nicht ausgeschöpft.
"Das heißt, in den letzten 3,5 Milliarden Jahren sind aktuell hier lebend 20 Millionen Spezies entstanden. Und alle diese Spezies sind evolutiv gesehen Winner. Jeder kann etwas was der andere nicht kann, und es lohnt sich zumindest zu schauen, was unter Umständen für eine wirtschaftliche oder industrielle Anwendung interessant sein könnte."