
Denn Warsh braucht Mehrheiten in der Fed - und seine Pläne zum Bilanzabbau könnten die langfristigen Zinsen am Markt für Staatsanleihen eher steigen lassen. Warsh hat einen Kurswechsel der Fed angekündigt, so will er etwa bei der Inflationsmessung andere Akzente setzen als sein Vorgänger. Zugleich hat er zugesagt, die Unabhängigkeit der Notenbank gegen Einflussnahme aus dem Weißen Haus zu verteidigen.
Es ist allerdings fraglich, ob sich Warsh mit seiner Zinspolitik durchsetzen kann. Er entscheidet nicht alleine darüber; für eventuelle Zinssenkungen braucht er eine Mehrheit im Offenmarktausschuss, einem zentralen Gremium der Notenbank.
Der Senat in Washington hatte den 56-Jährigen am Mittwoch für vier Jahre an der Spitze der Federal Reserve bestätigt. Warsh folgt Jerome Powell nach, der acht Jahre lang Fed-Chef war. Trump hatte Powell und die Fed auf beispiellose Weise unter Druck gesetzt, den Leitzins zu senken. Die oppositionellen Demokraten werfen dem neuen Amtsinhaber Warsh vor, Trumps Erfüllungsgehilfe zu sein.
Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
