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Der Ringplanet

Der abnehmende Mond steht hoch am südlichen Himmel, wenn das erste Zwielicht den Morgenhimmel bemalt. Oberhalb des Mondes erkennen sie einen goldenen Lichtpunkt. Das ist kein Stern, sondern der Planet Saturn.

Damond Benningfield |
    Zur Zeit ist Saturn das zwölfthellste Objekt am Nachthimmel. Nur der Mond, drei Planeten und sieben Sterne übertreffen ihn. In den nächsten Monaten verringert sich unser Abstand zum Ringplaneten. Er wird also noch heller.

    Es gibt verschiedene Gründe, warum der doch schon recht ferne Saturn so hell am Nachthimmel der Erde leuchtet. Einmal ist er eine riesige Welt. Am Äquator hat er ca. den neuneinhalbfachen Erddurchmesser. Zweitens reflektieren die Wolken über seiner dichten Atmosphäre etwa die Hälfte des Sonnenlichts, das sie trifft. Und drittens ist Saturn von wunderschönen Ringen umgeben.

    Diese Saturnringe sind zwar dünn, doch recht breit. Sie bestehen überwiegend aus Eiskristallen, die sehr viel Licht reflektieren. Während Saturn um die Sonne reist, blicken wir aus unterschiedlichen Winkeln auf die Ringe. 1995 fiel unser Blick auf ihre Kante. Dadurch verschwanden sie zeitweise völlig. Sehen wir dagegen von oben oder von unten auf die Ringe, reflektieren diese mehr Sonnenlicht in Richtung Erde als der Planet selbst. Die nächsten Jahre sind besonders günstig, um die Ringe zu sehen. Und Saturn ist deshalb besonders hell.

    Bereits durch ein kleines Teleskop erkennen Sie den Ringschmuck des Saturn. Den Planeten selbst finden Sie leicht mit bloßem Auge. Prüfen Sie es – morgen früh, vor Tagesanbruch.