Ein Land will zeigen, dass sein Staatssystem noch funktioniert und dass seine Führung auch nach dem weltweiten Untergang des Kommunismus' noch fest im Sattel sitzt. Die Rakete, die dies beweisen soll, heißt denn auch Langer Marsch und fliegt seit mehr als dreißig Jahren. In dieser Zeit gab es nur drei Fehlschläge - eine Bilanz, besser als die der europäischen Ariane. An der Spitze von "Langer Marsch" 2F sitzt die Kapsel Shenzhou VI, was so viel heißt wie "göttliches", "heiliges" oder "magisches Schiff".
" Die Mission Shenzhou VI ist ein weiterer Test für die chinesische Raumfahrtindustrie. Es werden weitere Orbital-Module folgen, mit denen wir beim nächsten Mal das Ankoppeln in der Umlaufbahn üben wollen. In 10 bis 15 Jahren soll daraus eine eigene chinesische Raumstation mit mehreren Modulen werden, so wie die Mir und die ISS."
Hua Chongzhi, Vize-Chef der "China Aerospace Science and Technology Corporation", einer Mischung aus Raumfahrtbehörde und Raumfahrtkonzern. Chinas Raumschiffe ähneln den Sojus-Kapseln des Bruderlandes Russland. Die Chinesen haben sie im Prinzip einfach nachgebaut. Diesmal halten sich zwei Taikonauten an Bord auf; drei wären maximal möglich. Mehr Platz bietet den Raumfahrern ein neues Orbital-Modul, in dem auch Experimente untergebracht sind. Es soll nach Ende der fünftägigen Mission auf einer Umlaufbahn geparkt werden. Bei einem der nächsten Ausflüge ins All wollen die Chinesen so erstmals das Andocken zweier Raumschiffe üben und einen Weltraumspaziergang durchführen.
" Der Eintritt Chinas in den Club der raumfahrenden Nationen, ist etwas, was ich ja enorm begrüße. Ich hab' immer gesagt je mehr, desto besser. Vielleicht entsteht daraus auch eine weit reichende Kooperation in die Zukunft. Ich glaube nicht, dass China - auch wenn sie zunächst einmal selbständig ihre Technik entwickeln wollen und vielleicht sogar eine chinesische Raumstation als Zielsetzung hat - auf die Dauer die Raumfahrt alleine durchführen will. Das wird zu teuer werden, auch für ein Land wie China, so dass also früher oder später durchaus die Möglichkeit besteht, dass China ein Teil der internationalen Partnerschaft im Weltraum wird und vielleicht sogar mit zum Mars fliegt."
Jesco von Puttkamer, Langzeitplaner bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Derzeit gibt China schätzungsweise drei Milliarden Euro pro Jahr für seine Raumfahrtpläne aus - und die reichen weiter, bis hin zu einer eigenen Basis im All. Sollte dies am Ende doch zu teuer werden, könnte das Reich der Mitte als Partner bei der Internationalen Raumstation einsteigen und die USA ablösen, denn die wollen lieber heute als morgen raus aus der ISS.
" An einer internationalen Kooperation sind wir immer interessiert, was wohl durch die Internationale Raumstation am besten verdeutlicht wird. Die Basis, auf der wir diese Zusammenarbeit auf chinesische Kollegen ausweiten können, wird allerdings nicht durch die Nasa bestimmt, sondern wird durch Vorgaben des US-Außenministeriums festgelegt."
Sean O'Keefe, der ehemalige Chef der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, weist indirekt darauf hin, dass sich bei der Internationalen Raumstation bislang nur Demokraten zusammengeschlossen hätten, nämlich Kanada, Japan, die USA, Europa und Russland. Daran könnte die Aufnahme Chinas in den ISS-Club letztlich scheitern. Und doch legen die Chinesen den Finger in die Wunde der Nasa: Die erste bemannte Mission 2003 fiel ins Jahr der Columbia-Katastrophe, als die US-Shuttles danieder lagen. Mit Shenzhou VI nun wollen die Chinesen erneut beweisen, dass sie fliegen können, während die amerikanischen Raumfähren wieder Startverbot haben.
" Die Mission Shenzhou VI ist ein weiterer Test für die chinesische Raumfahrtindustrie. Es werden weitere Orbital-Module folgen, mit denen wir beim nächsten Mal das Ankoppeln in der Umlaufbahn üben wollen. In 10 bis 15 Jahren soll daraus eine eigene chinesische Raumstation mit mehreren Modulen werden, so wie die Mir und die ISS."
Hua Chongzhi, Vize-Chef der "China Aerospace Science and Technology Corporation", einer Mischung aus Raumfahrtbehörde und Raumfahrtkonzern. Chinas Raumschiffe ähneln den Sojus-Kapseln des Bruderlandes Russland. Die Chinesen haben sie im Prinzip einfach nachgebaut. Diesmal halten sich zwei Taikonauten an Bord auf; drei wären maximal möglich. Mehr Platz bietet den Raumfahrern ein neues Orbital-Modul, in dem auch Experimente untergebracht sind. Es soll nach Ende der fünftägigen Mission auf einer Umlaufbahn geparkt werden. Bei einem der nächsten Ausflüge ins All wollen die Chinesen so erstmals das Andocken zweier Raumschiffe üben und einen Weltraumspaziergang durchführen.
" Der Eintritt Chinas in den Club der raumfahrenden Nationen, ist etwas, was ich ja enorm begrüße. Ich hab' immer gesagt je mehr, desto besser. Vielleicht entsteht daraus auch eine weit reichende Kooperation in die Zukunft. Ich glaube nicht, dass China - auch wenn sie zunächst einmal selbständig ihre Technik entwickeln wollen und vielleicht sogar eine chinesische Raumstation als Zielsetzung hat - auf die Dauer die Raumfahrt alleine durchführen will. Das wird zu teuer werden, auch für ein Land wie China, so dass also früher oder später durchaus die Möglichkeit besteht, dass China ein Teil der internationalen Partnerschaft im Weltraum wird und vielleicht sogar mit zum Mars fliegt."
Jesco von Puttkamer, Langzeitplaner bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Derzeit gibt China schätzungsweise drei Milliarden Euro pro Jahr für seine Raumfahrtpläne aus - und die reichen weiter, bis hin zu einer eigenen Basis im All. Sollte dies am Ende doch zu teuer werden, könnte das Reich der Mitte als Partner bei der Internationalen Raumstation einsteigen und die USA ablösen, denn die wollen lieber heute als morgen raus aus der ISS.
" An einer internationalen Kooperation sind wir immer interessiert, was wohl durch die Internationale Raumstation am besten verdeutlicht wird. Die Basis, auf der wir diese Zusammenarbeit auf chinesische Kollegen ausweiten können, wird allerdings nicht durch die Nasa bestimmt, sondern wird durch Vorgaben des US-Außenministeriums festgelegt."
Sean O'Keefe, der ehemalige Chef der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, weist indirekt darauf hin, dass sich bei der Internationalen Raumstation bislang nur Demokraten zusammengeschlossen hätten, nämlich Kanada, Japan, die USA, Europa und Russland. Daran könnte die Aufnahme Chinas in den ISS-Club letztlich scheitern. Und doch legen die Chinesen den Finger in die Wunde der Nasa: Die erste bemannte Mission 2003 fiel ins Jahr der Columbia-Katastrophe, als die US-Shuttles danieder lagen. Mit Shenzhou VI nun wollen die Chinesen erneut beweisen, dass sie fliegen können, während die amerikanischen Raumfähren wieder Startverbot haben.