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StartseiteUmwelt und VerbraucherDer Schrecken der Allergiker08.08.2013

Der Schrecken der Allergiker

Die Beifuß-Ambrosie breitet sich in Deutschland aus

Sie gilt als stärkste Allergiepflanze überhaupt: Die Beifuß-Ambrosie kann schweres Asthma auslösen. Ab August beginnt sie zu blühen. Einige Bundesländer haben nun Programme zum Kampf gegen die aggressive Pflanze aufgelegt. Bürger sollen Bestände melden oder selbst bekämpfen.

Von Solveig Bader

Unscheinbar und hochallergen: Die Ambrosia stammt ursprünglich aus Nordamerika (AP)
Unscheinbar und hochallergen: Die Ambrosia stammt ursprünglich aus Nordamerika (AP)
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Sie ist relativ klein und unscheinbar, aber die Beifuß-Ambrosie hat es in sich. Bereits wenige Pollenkörner in der Atemluft können Heuschnupfen und schwere Asthmaanfälle auslösen – auch bei Nichtallergikern. Da die Beifuß-Ambrosie erst spät blüht, kann sich die Leidenszeit für Allergiker von der Baumblüte im Frühjahr bis in den Spätherbst hinein verlängern. Damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreitet, sollten deshalb größere Funde gemeldet werden, sagt Birgit de Garcia, Pressesprecherin beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein Westfalen.

"Die Beifuß-Ambrosie kommt hauptsächlich verstärkt vor, wo es im Sommer sehr warm wird, in den östlichen Bundesländern, in Baden Württemberg und Bayern und wer eine Beifuß-Ambrosie findet, der kann direkt ein Foto machen, sich an die örtliche Umweltschutzbehörde der Landkreise oder Kommunen wenden und das melden."

Für Nicht-Botaniker nicht leicht, die Pflanze zu erkennen. Denn mit ihren stark eingeschnittenen Blättern ähnelt sie dem "Gemeinen Beifuß", einer harmlosen heimischen Art. Jede Menge Fotos und Informationen gibt es im Internet zum Beispiel bei den Landesumweltämtern.

Die Beifuß-Ambrosie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Nordamerika eingeschleppt. Verbreitet wird sie unter anderem durch Wildblumen- und Sonnenblumensamen oder durch Vogelfutter. Manche Mischungen enthalten Ambrosie. Durch die Klimaerwärmung verbreitet sich die wärmeliebende Pflanze auch immer mehr nach Nordwesten hin, sagt der Biologe Peter Schütz.

"Wenn man also im Winter ein Vogelhäuschen im Garten hat und da schön den Sonnenblumensamen aussät, dann kann es sein, dass sich Ambrosiasamen darin verbirgt. Und dann keimt irgendwann im Laufe des Jahres unter dem Vogelhäuschen eine kleine grüne Pflanze, die man vielleicht nicht kennt und die fängt dann im August an zu blühen, schmeißt entsprechend viele Pollen, und wenn man Pech hat, reagiert man dann auf diese Pollen mit einer Heuschnupfenallergie."

Wer etwa in seinem Garten, in einem Park oder an Vogelfutterplätzen einzelne Beifuß-Ambrosien findet, kann sie auch eigenhändig vernichten. Am besten noch vor der Blüte und Samenreife, die Ende August beginnt.

"Wenn man es selfmademäßig machen möchte, dann sollte man der Pflanze im eigenen Garten einen normalen Müllbeutel überziehen oder einen Haushaltssack und die Pflanze dann ausreißen mit Wurzel, das heißt überziehen, unten zuhalten, ausreißen und ganz normal im Hausmüll, das heißt in der grauen Mülltonne verbringen. Das wird dann auf einer Müllverbrennungsanlage bei 600 Grad und mehr verbrannt, da bleibt nichts über."

Allergiker sollten allerdings die Finger von der Beifuß-Ambrosie lassen. Selbst Nicht-Allergikern wird empfohlen, sich zu schützen: Blühende Pflanzen sollte man nur mit Atemschutzmasken und Handschuhen ausreißen.

Infos zur Beißfuß-Ambrosie in Deutschland

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