Der TagWenn der Mann zur Gefahr wird

Die größte Gefahr für eine Frau ist ihr Mann. Häusliche Gewalt ist auch in Deutschland ein großes Problem. Warum dringend mehr Frauenhäuser gebraucht werden. Außerdem: Die "China Cables" dokumentieren massive Menschenrechtsverletzungen an der uigurischen Minderheit in China. Die Geschichte einer Recherche.

Von Philipp May | 25.11.2019

"Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen #Gegen Gewalt" steht auf einem Aufkleber auf einer Straßenlaterne.
"Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen #Gegen Gewalt" (picture alliance/dpa/Wolfram Steinberg)
Über 140.000 Fälle von häuslicher Gewalt hat die Polizei im Jahr 2018 dokumentiert. 81 Prozent der Betroffenen waren Frauen. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Eine Einschätzung, die sich mit der Erfahrung von Karin Bartl deckt. Sie leitet das von der Diakonie betriebene Frauenhaus Duisburg, in dem sich Frauen vor ihrem gewalttätigen Partner in Sicherheit bringen können. "Die wenigsten, die hierher kommen, erstatten Anzeige", sagt Bartl.
Ein internationaler Verbund von investigativen Journalisten, zu dem auch die SZ, der WDR und der NDR gehören, hat die "China Cables" veröffentlicht, die massive Menschenrechtsverletzungen an der uigurischen Minderheit nahelegen. Demnach werden um die Million Uiguren in Internierungslagern festgehalten und drangsaliert. An der Rechcherche beteiligt war auch der NDR-Journalist Philipp Eckstein. Er schildert, wie vorsichtig er und seine Kollegen bei der Recherche vorgehen mussten.