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Der Übersetzer des Kopernikus

Zu den zu Unrecht vergessenen Astronomen zählt Nicolaus Reimers. Er kam im Jahr 1551 im Örtchen Hennstedt in Dithmarschen zur Welt. Er konnte keine Schule besuchen und hatte zunächst als Schweinehirt gearbeitet.

Von Dirk Lorenzen | 26.05.2013
    Doch dann erkannte der Statthalter des dänischen Königs die Begabung des Jungen, der sich selbst Latein und Griechisch beigebracht hatte. Zehn Jahre lang arbeitete Nicolaus Reimers für den Statthalter als Landvermesser.

    Dann folgte ein turbulentes Leben für die Himmelskunde, das ihn kreuz und quer durch Europa führte. Nach einem Besuch beim Dänen Tycho Brahe, dem damals berühmtesten Astronomen, hielt er sich einige Zeit am Hofe des hessischen Landgrafen in Kassel auf.

    Das Kasseler Schloss verfügte über eine eigene Sternwarte. Am Hofe waren zudem viele herausragende Gelehrte versammelt, darunter der beste Instrumentenbauer jener Zeit, Jost Bürgi. Doch Bürgi konnte nur schlecht Latein - die damals in der Wissenschaft übliche Sprache.

    Daher übersetzte Nicolaus Reimers das Hauptwerk von Nicolaus Kopernikus, "De revolutionibus", ins Deutsche. Vermutlich ist seine Übersetzung die erste dieses epochalen Buches.

    Später übernahm Nicolaus Reimers einen Lehrauftrag an der Universität in Straßburg, bevor er 1591 kaiserlicher Hofmathematiker unter Rudolf dem Zweiten in Prag wurde.

    Im Jahr 1600 starb Nicolaus Reimers. Die Nachfolger des aus Dithmarschen stammenden Astronomen könnten illustrer kaum sein: Tycho Brahe und Johannes Kepler.

    Leben und Werk von Nicolaus Reimers

    Nicolaus Reimers und sein Konflikt mit Tycho Brahe