Freitag, 25.06.2021
 
Seit 16:00 Uhr Nachrichten
StartseiteAus Religion und GesellschaftWeltweites rechtes religiöses Netz05.05.2021

Der World Congress of FamiliesWeltweites rechtes religiöses Netz

Sie haben gemeinsame Ziele: ultrakonservative Christen in Russland und die "Christian Right"-Bewegung aus den USA. Sie wollen ihre Gesellschaft prägen und die Politik beeinflussen. Und so werden Bündnisse über Kontinente hinweg geschmiedet. Ein globales Netz der Religiösen Rechten entsteht.

Von Gesine Dornblüth

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Versammlungsteilnehmer vor der Arena in Verona, Plakat mit Joseph, Maria und dem Jesuskind im Vordergrund (Imago/Zuma Press/ Valeria Ferraro)
Teilnehmer des World Congress of Families im März 2019 in Verona (Imago/Zuma Press/ Valeria Ferraro)
Mehr zum Thema

Segnung homosexueller Paare Theologin: "Es kann keine gerechte Diskriminierung geben"

Säkulare und Humanisten vor dem Inauguration Day "Präsidenten sollten auf die Verfassung schwören"

Anti-Abtreibungsaktion in Italien Kreuze als Pranger

Rassismus und Polizeigewalt Warum sich evangelikale Kirchen in den USA politisieren

Ende März 2019 im italienischen Verona: Die Bühne im Kongresspalast ist schmucklos. Links ein Rednerpult, in der Mitte drei Sessel für Podiumsrunden, dahinter eine große Leinwand. Im Saal tagt der World Congress of Families. Rund 1.500 Teilnehmende aus der ganzen Welt sind angereist. Einige der Positionen, die dort vertreten werden: "Wir sind keine rechten Looser, wir sind für das Leben, für das Kind, für die Familie. Und es gibt absolut nichts, was die säkulare Welt dagegen tun kann."- "Konservative lutherische Christen schützen die Familie. Im Katholizismus kann man Ähnliches finden. Man muss Verbündete suchen. Wenn es um Familienpolitik geht, sind wir uns ziemlich einig." - "Menschen in aller Welt meinen, man müsse Traditionen wahren, Moral und Sittlichkeit; sie meinen, dass es ein Gesetz gibt, das über dem Menschen steht. Man kann es Naturgesetz nennen. Man kann es Moral, Sittlichkeit, traditionelle Werte nennen. Man kann es Gott nennen."

Ein Geistlicher übermittelt ein Grußwort von Patriarch Kirill, dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche. "Liebe Brüder und Schwestern. In der heutigen Gesellschaft sind ernsthafte Veränderungen nötig. Sie bestehen vor allem darin, sich von falschen Werten und Normen loszusagen, die dem Gesetz Gottes widersprechen: vom verbreiteten Kult der Sünde."

Gegen die "liberale Diktatur"

Die Rednerinnen und Redner in Verona wettern gegen sexuelle Minderheiten, gegen die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen, gegen Abtreibung, gegen Geflüchtete. Sie gehören zu einem weltweiten Netzwerk religiöser Rechter. Es heißt wie die Veranstaltung: World Congress of Families. Die Mitglieder eint die Überzeugung, gegen eine – wie sie es nennen – "liberale Diktatur" kämpfen zu müssen, die sich in der Welt ausbreite. Besonders viel Beifall bekommt der US-amerikanische Autor Steve Turley. Seinen Youtube Kanal haben mehr als 700.000 Menschen abonniert.

"Wir sind keine rechten Looser, wir wollen nicht zurück ins Mittelalter, wir sind die Zukunft. Wir sind für das Leben, für das Kind, für die Familie. Und es gibt absolut nichts, was die säkulare Welt dagegen tun kann."

  (Getty Images/ Michael Thomas) (Getty Images/ Michael Thomas)Religiöse Rechte in Russland und den USA
In den USA sehen viele Russland als Bedrohung. Bestimmte Kreise aber pflegen intensiven Austausch: Angehörige der ultra-konservativen "Christian Right"-Bewegung verfolgen hier wie dort gemeinsame Ziele.

Die Begeisterung nimmt noch zu, als Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord beim Kongress eintrifft, die Hemdsärmel hochgekrempelt. Salvini ist zu diesem Zeitpunkt Innenminister und stellvertretender Regierungschef von Italien. Salvini wirft Kusshändchen in die Menge. In seiner Rede fordert er, Familien sollten wieder mehr Kinder bekommen. Salvini: "Die eigentliche Gefahr für Frauen sind islamistische Extremisten, für die Frauen weniger als nichts wert sind und die hierher nach Italien kommen wollen." Noch am Rednerpult wird ihm ein T-Shirt überreicht. Salvini streift es sofort über. Darauf abgebildet: Mann, Frau, zwei Kinder – die traditionelle Familie.

Bunter Protest gegen Hass-Botschaften

Draußen vor dem Kongresszentrum protestieren Zehntausende gegen das Treffen der Ultrakonservativen. Auch sie sind aus vielen Ländern angereist: Frauengruppen, Feministinnen, Aktivisten aus der Schwulen- und Lesbenbewegung, Männer in Netzstrümpfen und Pumps, Frauen mit pinkfarbenen Tüchern, aber auch Familien. Jemand zündet bengalische Feuer, rosafarbene Rauchwolken ziehen durch die Straßen. Yuri Guaiana hat die Proteste in Verona mit organisiert. Er arbeitet für die Menschenrechtsorganisation All out, die sich für die Gleichbehandlung aller geschlechtlichen Identitäten einsetzt. "Wir konnten mehr als 30 Gruppen aus Italien und dem Ausland zusammenbringen, und wir haben der Botschaft des Hasses eine andere Botschaft entgegengesetzt: ‚Liebe macht eine Familie aus.‘"

Zwei Männer im Rahmen der Gegenveranstaltung zum World Congress of Families in Verona 2019, auf deren T-Shirts 'Love makes a family' steht (Imago / ZUMA Wire / Valeria Ferraro)Gegenstatement von zwei Männern: Für sie ist Liebe die Basis einer Familie (Imago / ZUMA Wire / Valeria Ferraro)

Dem Familien-Weltkongress im italienischen Verona waren Treffen in Genf, Mexiko, Warschau, Madrid, Sidney, Moskau, Salt Lake City, Tiflis, Budapest und der moldauischen Hauptstadt Chisinau vorausgegangen. Der allererste Kongress fand 1997 in Prag statt. Die Religionssoziologin Kristina Stöckl hat mehrere Treffen besucht. Sie forscht an der Universität Innsbruck zu konservativen religiösen Netzwerken und hat beobachtet: "… dass die Vortragenden in der Regel immer dieselben sind, immer wieder dieselben Thesen vortragen, und die Zuhörer das auch erwarten, die kennen sich nämlich schon."

Gegründet wurde das Netzwerk 1995 von einem Russen – dem Soziologen Anatoljj Antonov - und dem US-Amerikaner Allan Carlson.

"Nicht katholisch genug"

Das Städtchen Rockford im US-Bundesstaat Illinois. Allan Carlson, weißer Schnurrbart, Tweet-Weste über dem karierten Hemd, betritt eine Schulturnhalle. Auf Tischen stehen Heiligenbilder. Carlson: "Diese Schule wurde vor zehn, zwanzig Jahren von katholischen Familien gegründet, denen der Unterricht in den kirchlichen und den öffentlichen Schulen nicht katholisch genug war."

In der Turnhalle findet an diesem Tag eine kleine Feier statt. Einige Kinder haben sich als Heilige verkleidet, die anderen müssen raten, wen sie darstellen. Allan Carlson will seinen beiden Enkelkindern zusehen. Er setzt sich auf eine Bank. "Hier beten sie immer am Ende des Schultags gemeinsam den Rosenkranz. Und sie haben ein Schulfach, das heißt Die Tugenden. Dort lernen sie, wie sie christliche Tugenden heutzutage leben können."

Schlüsselfigur im Netzwerk religiöser Rechter - Allan Carlson in Verona (imago / Marco Passaro)Schlüsselfigur im Netzwerk religiöser Rechter - Allan Carlson in Verona (imago / Marco Passaro)

Carlson ist bis heute eine Schlüsselfigur im Netzwerk religiöser Rechter. Bereits in den 80er Jahren arbeitete er für einen erzkonservativen US-amerikanischen Thinktank, das Rockford Institute, und verfasste Artikel zu der, wie er es nennt, "natürlichen Familie". Er selbst ist Protestant und Historiker. In den 90er Jahren bekam er einen Anruf aus Moskau. Der russische Soziologe Anatolij Antonow, damals Professor an der Moskauer Staatlichen Universität, MGU, interessierte sich für Carlsons Ideen: "Wir fragten uns: In den USA und in Westeuropa sinkt die Geburtenrate, die Ehe ist nicht mehr populär, und in Russland geschieht etwas Ähnliches. Wir wollten die Gründe dafür erforschen. Dabei hatten wir von Anfang an eine gemeinsame Basis: Dass es ein traditionelles Familiensystem gibt, das universell ist für die Menschheit."

Putin-Vertrauter als Geldgeber

Als in den 90er Jahren die Vereinten Nationen begannen, sich intensiver mit Familienplanung zu beschäftigen, sahen Carlson und Antonow das mit Sorge. Die beiden waren sich einig: Sie wollten versuchen, diesen Prozess aufzuhalten und eine weltweite Geburtenkontrolle zu verhindern. 1995 trafen sie sich in Moskau und sammelten Mitstreiter. Daraus entstand der World Congress of Families. Zu den gleichnamigen Kongressen kamen schnell einige Hundert Gleichgesinnte. In vielen Ländern konnten sie Regierungsvertreter als Partner gewinnen: 2007 in Polen den damaligen Staatspräsidenten Lech Kaczynski; 2017 in Ungarn Viktor Orbans Fidesz-Partei; 2018 in der Republik Moldau den damaligen russlandfreundlichen Staatspräsidenten Igor Dodon.

Ein finanzkräftiger Geldgeber des World Congress of Families ist der Russe Wladimir Jakunin, bis 2015 Chef der russischen Staatsbahn und enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Carlson: "Jakunin ist ein überzeugter russischer Nationalist. Auch seine Frau Natalia mit ihrer Stiftung Heiligkeit der Mutterschaft wurde sehr aktiv in unserer Sache. Sie haben die Kosten des Weltkongresses in Russland beglichen."

  (WZB / David Ausserhofer) (WZB / David Ausserhofer)Umgang mit rechten Strömungen - "Die Kirchen müssen rote Linien ziehen"
Wie reagieren Kirchen auf rechtsextreme Strömungen? Das hat die Otto-Brenner Stiftung untersucht. Mitautor Wolfgang Schroeder sagte dazu im Dlf: Zwar gebe es eine religiöse Rechte in Deutschland, sie sei jedoch in den Kirchen randständig.

Jakunin und seine Frau sind russisch-orthodox. Die orthodoxe Kirche tut sich normalerweise schwer, andere christliche Konfessionen als gleichberechtigt anzuerkennen. Doch im Netzwerk der religiösen Rechten treten konfessionelle Unterschiede angesichts gemeinsamer Feindbilder in den Hintergrund.  "Konservative lutherische Christen schützen die Familie. Im Katholizismus kann man Ähnliches finden. Man muss Verbündete suchen. Wenn es um Familienpolitik geht, sind wir uns ziemlich einig." Auf russischer Seite teilt man diese pragmatische Herangehensweise. Dort leitet der Unternehmensberater Aleksej Komow die Bewegung.

Nach der Finanzkrise "russisch-orthodox geworden"

Komow sitzt in einem Café im Moskauer Bezirk Jausa nicht weit vom Kreml. Hier ahnt man noch etwas vom alten Moskau mit engen hügeligen Gassen, niedrigen Häusern und kleinen Kirchen. Komow ist heute Mitte 40. Er trägt einen blauen Anzug, eine Hornbrille, die Haare gescheitelt; und er lächelt viel. "Menschen in aller Welt meinen, man müsse Traditionen wahren, Moral und Sittlichkeit; sie meinen, dass es ein Gesetz gibt, das über dem Menschen steht, dass es etwas gibt, das dem Menschen Grenzen setzt: Dass er nicht alles tun kann, was er will, mit seiner Familie, seinem Land, sondern dass es Einschränkungen gibt. Man kann es Naturgesetz nennen. Man kann es Moral, Sittlichkeit, traditionelle Werte nennen. Man kann es Gott nennen."

Komow war nicht immer religiös. Er hat einen Studienabschluss einer britischen Hochschule in Betriebswirtschaft. Bis 2008 beriet er mit seiner Frau Irina Schamolina internationale Unternehmen. "Dann kam die Finanzkrise 2008. Wir hatten auf einmal freie Zeit und beschlossen, etwas Nützliches zu tun. Und so sind wir russisch-orthodox geworden und zu Erzpriester Dmitrij Smirnov gegangen, dem Oberhaupt der Kommission des Patriarchen für Familie und den Schutz der Mutterschaft. Wir haben ihn gefragt: Wir können Fremdsprachen, haben viel Erfahrung in der Geschäftswelt, können internationale Projekte verwirklichen… wie können wir helfen? Er hat gesagt: Es gibt da so eine Organisation, den Weltkongress der Familien. Redet doch mal mit denen, vielleicht könnt ihr zusammenarbeiten."

Schnell übernahm Komow die Führung des World Congress of Families in Russland. Er nutzte seine Verbindungen in die Wirtschaft und holte Konstantin Malofejew ins Boot, einen Oligarchen, der davon träumt, eine Art christliches Zarenreich wiederherzustellen. Malofejew und der Putinvertraute Jakunin finanzierten das Treffen der religiösen Rechten 2014 in Moskau. In dem Jahr hatte Russland die ukrainische Halbinsel Krim besetzt. Viele westliche Staaten hatten deshalb Sanktionen gegen Russland verhängt, auch die USA; die amerikanischen Sponsoren des Kongresses waren deshalb abgesprungen.

Hausunterricht in Russland und den USA

"Der Kongress fand im Kreml statt, in der Christ-Erlöser-Kathedrale und eine Sitzung in der Staats-Duma. Es kamen internationale Gäste, und alles war ziemlich interessant und gut," sagt Komow. Sein Engagement für den World Congress of Families sei nur ein Hobby. "Ich finde es einfach richtig, wenn die Menschen normale, gesunde Werte haben und es starke Familien gibt. Beruflich mache ich etwas Anderes. Wir konzentrieren uns auf Bildung. Wir entwickeln Projekte im Bereich Homeschooling."

In den USA ist Homeschooling weit verbreitet und besonders in religiösen Kreisen beliebt. In Deutschland dagegen ist Hausunterricht verboten. Die Schulpflicht verhindere die Bildung von Parallelgesellschaften und fördere Toleranz, so die wiederholte Sichtweise deutscher Gerichte. Russland hat den Hausunterricht in den 90er Jahren legalisiert. Homeschooling – auch das verbindet US-amerikanische und russische religiöse Rechte. Der Russe Aleksej Komow erzählt, er und seine Frau hätten das Thema vor gut vier Jahren für sich und ihre Kinder entdeckt. Im Jahr 2020 wurden bereits rund 30.000 Kinder in Russland zuhause unterrichtet: "Der Kreis wächst schnell, meine Frau und ich erarbeiten das Curriculum. Davon leben wir. Wir haben vier Kinder, drei davon lernen schon nach unserem Programm. Es heißt 'Klassische Gespräche'." Oder im amerikanischen Original: Classical conversations. Komow und seine Frau übersetzen und verkaufen es.

Das Curriculum will eine fundamental-christliche Weltanschauung vermitteln. Darwins Evolutionstheorie zum Beispiel kommt darin nicht vor. Stattdessen verbreiten Komow und seine Mitstreiter die aus den USA stammende kreationistische Idee des "Intelligent Design", die die Entstehung der Welt mit einem "klugen Schöpfer" erklärt: "Darwin ist längst von seriösen Forschern widerlegt. Der Darwinismus wurde schon in der Sowjetunion und anderen Ländern von Atheisten benutzt, um das Christentum anzugreifen. Er ist eine der Stützen der derzeit dominierenden liberal-atheistischen Weltsicht."

Politischer Einfluss und transnationale Allianzen

Für die Innsbrucker Religionssoziologin Kristina Stöckl ist klar: "Einmal ist natürlich Homeschooling für Komow und seine Frau ein Business Modell, damit wollen sie ja wirklich Geld verdienen in Russland. Grundsätzlich glaube ich, dass Homeschooling ein ähnliches Vehikel ist, wie es der World Congress of Families auch schon war, und zwar für Komow und die Gruppe, um sich zu präsentieren als der harte Kern dieser im Entstehen sich befindenden russischen christlichen Rechten." Die russische Fraktion des World Congress of Families um Aleksej Komow suche die Nähe zum Kreml und damit Einfluss in der Politik, sagt die Forscherin Stöckl. "Der Gruppe rund um den World Congress of Families gelingt es seit 2012/2013 sehr gut, auch in der Politik Gehör zu finden. Davor war das nicht so."

Es gelingt ihr immer besser. 2019 wurde Konstantin Malofejew, der russische Oligarch und Sponsor des World Congress of Families, zum stellvertretenden Leiter des Allrussischen Weltkonzils gewählt, einer stramm nationalistischen Organisation der Russisch-Orthodoxen Kirche. Malofejew erreichte, dass Russland im vergangenen Jahr in der Verfassung die Ehe als Bündnis zwischen Mann und Frau festschrieb. Zudem legt die neue Verfassung traditionelle Werte als maßgeblich für die russische Nation fest. Malofejew: "Die rechten Gruppen innerhalb der orthodoxen Kirche haben mit dieser Verfassungsänderung einen großen Sieg errungen, und diese rechten christlichen Netzwerke sind innerhalb des Moskauer Patriarchats und innerhalb der russischen Regierung sehr viel stärker geworden."

Auch in den USA hatte die religiöse Rechte unter Präsident Donald Trump ein günstiges Umfeld. Der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden habe diese Kreise in ihrer Auffassung bekräftigt, dass sie dabei seien, den, wie sie es nennen, "Kulturkampf" gegen eine "liberale Diktatur" in den USA zu verlieren. Der Wahlsieg von Biden, so Stöckl, "bestärkt die christliche Rechte in ihrer Agenda, dass sie es mit einem mächtigen Feind zu tun habe, gegen den sie sich mit anderen Verbündeten zusammenschließen und deswegen auch über die Grenzen der USA hinaus Allianzen schmieden sollten - zum Beispiel mit Russland."

Im Jahr 2020 wollte der World Congress of Families ursprünglich in Südamerika oder Afrika tagen. COVID-19 machte den Anhängern des Familien-Weltkongresses einen Strich durch die Rechnung. In Europa dürften sie es künftig zumindest schwerer haben, ihre Kongresse zu veranstalten. Mehrere politische Unterstützer haben Macht eingebüßt. Italiens ehemaliger Innenminister Salvini, der beim World Congress of Families 2019 in Verona auftrat, ist nicht mehr in der Regierung; in der Republik Moldau wurde Präsident Dodon abgewählt. Und auch die europäische Öffentlichkeit ist sensibilisiert.

Beim World Congress of Families in Italien überstieg die Zahl der Protestierenden die Zahl der religiösen Fundamentalisten um ein Vielfaches. Yuri Guaiana von der Menschenrechtsgruppe All Out ist überzeugt, dass diese Botschaft beim World Congress of Families angekommen ist: "Wenn sie so etwas noch mal in einem anderen westeuropäischen Land durchführen wollen und vielleicht auch in dem einen oder anderen osteuropäischen Land, dann müssen sie mit einer größeren Reaktion rechnen, als sie es gewohnt waren. Und das ist ihr wunder Punkt."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk