Mobilität
Deutlich mehr Elektrobusse in deutschen Städten

Die Zahl der Elektrobusse in deutschen Städten wächst. Im vergangenen Jahr war fast jeder zweite neu angeschaffte Stadtbus elektrisch. Doch ohne staatliche Förderung geht es weiterhin kaum voran.

    Eine gelber Elektrobus des Niederländischen Herstellers Ebusco steht auf einem Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe.
    In Berlin fahren die meisten Elektrobusse im Einsatz. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Insgesamt sind in Deutschland 4.750 Busse mit alternativen Antrieben im ÖPNV-Einsatz. Das waren knapp 1.400 mehr als im Vorjahr. Anders ausgedrückt: Jeder siebte Bus in Deutschland fährt emissionsarm. Diese Zahlen veröffentlichte das Beratungsunternehmen PWC. Und der Trend zeigt nach oben: Im Jahr 2025 war fast jeder zweite neu angeschaffte Bus elektrisch.
    Demnach verfügten 85 Prozent dieser Busse über einen batterieelektrischen Antrieb. Hinzu kamen einige Hundert Brennstoffzellen- und 90 Oberleitungsbusse. Ein Grund für den Zuwachs sei die im Vorjahr wieder aufgenommene Bundesförderung, hieß es in der PWC-Mitteilung.

    Hamburg und Berlin sind Spitzenreiter

    Die meisten Elektrobusse sind der Untersuchung zufolge im Großraum Hamburg unterwegs. Die Hochbahn sowie die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betreiben zusammen mehr als 700 solcher Fahrzeuge, wie PWC weiter mitteilte. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 277 Elektrobussen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich der Zuwachs in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Bis 2030 könnten demnach 11.000 E-Busse bundesweit unterwegs sein, was knapp einem Drittel der heutigen Gesamtflottengröße entspräche. 
    Allerdings blieben die Verkehrsunternehmen auf öffentliche Fördergelder angewiesen, wenn sie dieses Ziel erreichen wollten. Ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus kostete der Untersuchung zufolge im vergangenen Jahr mit 580.000 Euro noch fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus für 310.000 Euro. Hinzu kämen notwendige Investitionen in die Ladeinfrastruktur und den Umbau von Betriebshöfen. 

    Bundesförderung und neue EU-Vorgaben

    Die Bundesregierung hatte Ende Februar Förderbescheide in Höhe von insgesamt mehr als 400 Millionen Euro übergeben. Unterstützt werde die Beschaffung von knapp 1.900 neuen Elektrobussen, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Für das laufende Jahr ist demnach erneut eine Gesamtzuwendung von rund 500 Millionen Euro geplant.
    Hersteller und Verkehrsunternehmen dürfen beim Ausbau der Elektroflotten nicht nachlassen. Seit diesem Jahr gelten nämlich neue EU-Vorgaben im Rahmen der sogenannten Clean Vehicle Directive (CVD). Diese sehen vor, dass künftig ein knappes Drittel aller neu zu beschaffenden Stadtbusse emissionsfrei sein muss.
    Diese Nachricht wurde am 15.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.