Verteidigung
Deutsch-französische Gespräche über engere Kooperation bei atomarer Abschreckung

Deutschland und Frankreich haben offenbar Gespräche über eine engere Kooperation bei der atomaren Abschreckung aufgenommen. Der Sicherheitsberater von Bundeskanzler Merz, Sautter, sei bereits am Mittwoch für eine erste Runde nach Paris gereist, schreibt "Der Spiegel".

    Aus einem großen Armeefahrzeug wird eine französische Atomrakete abgefeuert. Drum herum Büsche und grüne Natur.
    Start einer atomwaffenfähigen Rakete der französischen Armee. (Getty Images / Gamma-Rapho / Jean-Claude FRANCOLON)
    Laut dem Bericht nahmen auch andere europäische Staaten an den Beratungen teil.
    Merz hatte mit dem französischen Präsidenten Macron schon im März eine sogenannte nukleare Lenkungsgruppe eingerichtet, die Details der Zusammenarbeit auslotet. Wie der "Spiegel" weiter berichtet, soll es zur Vorbereitung auf den Ernstfall gemeinsame Manöver geben. Die Bundeswehr dürfe am konventionellen Teil französischer Nuklearübungen teilnehmen und erhalte Einblick in Frankreichs Atomstandorte, heißt es weiter. Die erste dieser Übungen könnte im September stattfinden.

    Norwegen kommt unter französischen Schutzschirm

    Erst vor wenigen Tagen hatten Frankreich und Norwegen vereinbart, dass das skandinavische Land unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs kommt.
    Bisher sind die NATO-Länder Europas unter dem Schutzschirm der USA. Seit dem zweiten Amtsantritt von Präsident Trump gibt es aber zunehmend Zweifel, ob Washington die Europäer etwa in einem Konflikt mit Russland wirklich schützen würde. Deswegen hatten zuletzt auch schon Polen und Litauen den Schutz Frankreichs in Anspruch genommen.
    Diese Nachricht wurde am 30.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.