NS-Verbrechen
Deutsch-Polnisches Haus soll an Gräueltaten erinnern

Ein Deutsch-Polnisches Haus soll künftig an einem zentralen Ort in Berlin an deutsche Gräueltaten in Polen während des Zweiten Weltkriegs erinnern. Geplant wird von der Bundesregierung außerdem ein markantes künstlerisches Element als Gedenkzeichen, heißt es in einem Eckpunktepapiert von Kulturstaatsministerin Roth.

29.08.2023
    Uwe Neumärker (l.), Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Kulturstaatssekretärin Claudia Roth und Anna Lührmann (r.), Staatsministerin für Europa im Auswärtigen Amt, präsentieren das Eckpunktepapier zum Deutsch-Polnischen Haus.
    Vorstellung Eckpunktepapier zum Deutsch-Polnischen Haus mit Kulturstaatsministerin Roth (m.) (picture alliance / dpa / Hannes P Albert)
    Das Haus soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kanzleramt in Berlin errichtet werden. Roth bezeichnete das geplante Haus als "eines der wichtigsten erinnerungs- und kulturpolitischen Projekte Deutschlands". Zentrales Anliegen sei das Gedenken an die Opfer der deutschen Besatzung Polens während des Zweiten Weltkrieges. Außerdem sollen die historische Verflechtungen vor 1939 und nach 1945 aufgezeigt werden. Dazu gehörten die Teilungen Polens, Migrationen aus Polen in deutsche Länder sowie die Integration in die Europäische Union und die Nato.
    Roth will einen Realisierungsvorschlag bis zum Frühjahr 2024 vorlegen. Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hatte mit dem Deutschen Polen-Institut das Eckpunktepapier für die Errichtung des Hauses als Ort des Gedenkens, der historischen Aufklärung und der Begegnung erarbeitet.
    Der polnische Botschafter in Berlin, Darius Pawlos, begrüßte die Pläne. "Ich kann Ihnen nur die Daumen drücken, dass dieses Projekt gemeinsam erarbeitet wird", sagte er bei der Vorstellung des Eckpunktepapiers.
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.