Mittwoch, 05. Oktober 2022

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Deutsche Bank
Nur ein magerer Gewinn im dritten Quartal

Auch im dritten Quartal gelingt der Deutschen Bank kein Durchbruch. Sie macht zwar Gewinn, aber der ist mager. Trotzdem spricht Vorstandschef Christian Sewing von einem Meilenstein. Er versucht die Anleger mit einem Gewinnversprechen auf Jahressicht zu ködern. Die Aktie rauscht dennoch in den Keller.

Von Brigitte Scholtes | 24.10.2018

    Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main am Abend. Viele Büros sind beleuchtet.
    Weiterhin düstere Zeiten für die krisengeschüttelte Deutsche Bank (picture alliance / Arne Dedert)
    Die Deutsche Bank kommt voran – mit dem Kostenabbau. Doch das Geschäft läuft weiter schwach. Dennoch gibt sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing weiter zuversichtlich:
    "Insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg, die Richtung stimmt. Die Kosten und die Bilanz sind unter Kontrolle. Wir fokussieren uns jetzt auf die Erträge. Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Kostenziel von 23 Milliarden Euro in diesem Jahr erreichen werden. Das bedeutet auch, dass wir zum ersten Mal seit 2014 in diesem Jahr einen Gewinn erzielen werden."
    Gewinn bleibt hinter Vorjahresquartal
    Das klingt zunächst gut, doch der Blick auf die Zahlen zeigt, dass Gewinne und Erträge weiter schwächeln. Im dritten Quartal lag der Gewinn nach Steuern zwar mit 229 Millionen Euro höher als von Analysten erwartet worden war. Doch er blieb um 420 Millionen Euro hinter dem Vorjahresquartal zurück. Sewing weiß um die unglückliche Geschichte der Deutschen Bank, im vierten Quartal schlechte Ergebnisse zu erzielen. Doch die Bank sei absolut entschlossen, es in diesem Jahr nicht so weit kommen zu lassen:
    "Wo die Deutsche Bank aber eben noch nicht liefert, das sind die Erträge. Die gesamten Einnahmen von Deutschlands größtem Geldhaus sanken nämlich zwischen Juli und September gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent auf knapp 6,2 Milliarden Euro. Die Bank baut Geschäft ab, etwa in Amerika. Sie baut Stellen ab, 700 netto waren es im dritten Quartal, bis zum Jahresende sollen 93.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Ende September lag die Zahl der Vollzeitstellen bei gut 94.700. Bis Ende 2020 sollen es weniger als 90.000 sein."
    Fortschritte in den nächsten Quartalen sollen die Aktionäre besänftigen
    Doch wie will man die Erträge steigern mit einer geringeren Anzahl an Mitarbeitern und einem Abbau des Geschäfts etwa im Investmentbanking? Da fällt die Bank weiter hinter ihre Konkurrenten zurück, selbst im Anleihehandel läuft es noch nicht wieder rund – lange Jahre war der eine der Stärken der Bank. Hinzu kommt jetzt das schwierigere Marktumfeld an den Börsen. Doch Finanzvorstand James von Moltke gibt sich optimistisch:
    "Unsere starke Liquidität und die Kapitalposition wollen wir nutzen, um Marktanteile in unseren Kerngeschäftsfeldern zurückzugewinnen und die Erträge zu steigern. Und wir wollen die Renditen für unsere Aktionäre weiter verbessern."
    Die nämlich sind enttäuscht, dass es wieder nicht vorangeht, dass die Bank immer noch nicht die Wende schafft hin zu mehr Erträgen. Das weiß auch Deutsche-Bank-Chef Sewing:
    "Auch wenn es noch etwas länger dauern wird, bin ich überzeugt, dass wir zusätzlich zu den finanziellen Mitteln auch die richtigen Leute und die richtigen Lösungen haben, um Ihnen in den nächsten Quartalen Fortschritte zu zeigen."
    Übersetzt soll das heißen: Die Anleger und die Kunden müssen wieder einmal auf bessere Zeiten hoffen bei der Deutschen Bank.