Studie
Deutsche bei Homosexualität und Abtreibung besonders liberal

In kaum einem Staat der Welt ist die gesellschaftliche Akzeptanz für Homosexuelle derart groß wie in Deutschland. Nach einer Studie halten 94 Prozent der Deutschen Homosexualität für "moralisch nicht falsch". Ein Wert, der ansonsten nur von Schweden erreicht wird. Die als besonders liberal geltenden Niederlande liegen mit 91 Prozent dahinter.

    Zwei Männer stehen Arm in Arm vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin.
    (Symbolbild) (imago images / Stefan Trappe)
    Völlig anders ist dagegen die Haltung in Nigeria und Indonesien - dort halten 96 beziehungsweise 93 Prozent der Bevölkerung gleichgeschlechtliche Beziehungen für inakzeptabel. Das ist das Ergebnis einer veröffentlichten Studie des Washingtoner Pew Research Centers, das moralische Einstellungen in 25 Ländern verschiedener Kontinente untersucht hat.

    Bemerkenswert tolerant bei Affären

    Bemerkenswert tolerant schneidet die Bundesrepublik auch ab, wenn es um außereheliche Affären geht. Während es in den USA 90 Prozent der Befragten für moralisch falsch erachten, wenn Verheiratete eine Affäre haben, sind es in Deutschland lediglich 55 Prozent. Ein Wert, der nur in Frankreich (53 Prozent) unterschritten wird.
    In Sachen Abtreibung zählt die deutsche Gesellschaft laut der Studie ebenfalls zu den liberalsten weltweit: Gerade einmal 15 Prozent halten Schwangerschaftsabbrüche für "moralisch inakzeptabel". Nur Schweden (5 Prozent) und Frankreich (11 Prozent) sind bei diesem Thema noch liberaler eingestellt. Zum Vergleich: In Ländern wie Indonesien (93 Prozent), Nigeria (86 Prozent), Kenia (81 Prozent) und Brasilien (73 Prozent), aber auch in den USA (47 Prozent) ist die Ablehnung deutlich stärker ausgeprägt.
    Grundlage der internationalen Vergleichsstudie sind nach Angaben der Pew-Forscher mehrere repräsentative Erhebungen aus der ersten Jahreshälfte 2025. Dabei wurden mehrere Zehntausend Menschen befragt.
    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.