Auf der Suche nach Unterhaltung im deutschen Fernsehen findet man immer wieder altbekannte Shows: Nachmittags erzählen Tierpfleger Geschichten aus dem Zoo und junge Paare von ihrer ersten gemeinsamen Wohnung, abends blickt der Zuschauer in den Big-Brother-Container oder bewertet angehende Models auf dem Laufsteg. Die Fernsehbetreiber bringen momentan kaum neue Formate auf Sendung, denn nach den harten Einschnitten im Zuge der Wirtschaftskrise kürzen sie ihre Budgets und halten sich mit Innovationen zurück, wie Programm-Scout Elfi Jäger von der Firma TV-Sisters erklärt:
"Der Rückgang in Werbeeinnahmen und überhaupt in der Ökonomie – ob das Osteuropa ist, USA, England, Mitteleuropa – ist stark spürbar, was die Sender natürlich dazu bringt, dass sie erstmal bewährte Brands, die sie haben, bewährte Genres, weitermachen: Das habe ich, das kenne ich, der Zuschauer kennt's, ich muss nicht ins Risiko gehen."
Dennoch, der Blick auf den internationalen TV-Markt zeigt: Auch in Krisenzeiten gibt es genug Ideen für neue Game-Shows, Quiz-Formate und Doku-Soaps. Beispielsweise von Zodiak Entertainment, einem der führenden TV-Produzenten: Der Programmentwickler hat sich von den sogenannten Flashmobs inspirieren lassen, das sind spontan über Internet oder Handy organisierte Menschenaufläufe bei Demonstrationen.
In der Spiel-Show "One World" treten mehrere Prominente gegeneinander an und müssen einen Flashmob auf die Beine stellen. Für die spektakulärste Aktion gibt es eine hohe Geldsumme, die an wohltätige Organisationen geht.
Aus der Ideenschmiede Studio Lambert kommt das Reality-Format "Undercover Boss": Hier tauscht ein Betriebsdirektor den Chefsessel gegen den Arbeitsplatz am Fließband – und das in seinem eigenen Unternehmen. Verkleidet und unerkannt erfährt er dann, was seine Mitarbeiter wirklich leisten und wo es in der Firma hakt.
Im Repertoire der Programmentwickler finden sich auch Angebote, die die Grenzen des bisher Gesehenen ein Stück weiter verschieben und auf diese Weise aus der Masse der Reality-Shows herausstechen. Der finnländische Produzent Aito Media zum Beispiel bringt das Tabuthema Tod auf den Schirm. In der Sendung "The Day Bevor I Die" zeigen Prominente, was sie tun würden, wenn sie nur noch einen Tag zu Leben hätten. Um sich auf die Zeit vor dem Tod einzustimmen, legen sie sich auch schon mal in einen Sarg.
Die meisten Ideen kommen aus Großbritannien. Wegen ihres Sprachvorteils im internationalen Geschäft und guten Verbindungen zum US-Markt sind die britischen Produzenten führend im Verkauf ins Ausland.
Produktionen "Made in Germany" können sich immer besser behaupten, vor allem die Alltagsdokumentationen mit Drehbuch und Laiendarstellern, wie Programm-Scout Jäger berichtet:
"Deutschland verkauft zunehmend und immer mehr Formate. Was hier kaum jemand sieht: Die Daily-Formate, also diese Scripted Reality, die ein sehr deutsches Phänomen ist, das verkauft sich relativ gut in anderen Ländern."
So manche Neuheit auf dem internationalen TV-Markt entpuppt sich als Abwandlung von bewährten Quotenbringern. Während bisher selbst ernannte Innenarchitekten Bruchbuden zu Design-Appartments aufgemöbelt haben, treten die Hausbewohner nun in den Wettbewerb um die am schönsten dekorierte Wohnung – so zu sehen beim britischen Sender ITV.
Nach "Dancing with Stars", der Tanzschule für Prominente, versucht es die öffentlich-rechtliche BBC mit "Dancing On Wheels", der Tanz-Show für Rollstuhlfahrer. David Lyle, dem Chefhändler von Reality-Formaten beim US-Konzern Fox, sind recycelte Konzepte recht; ihr Erfolg sei nur eine Frage der Vermarktung:
"Es gibt viele Shows, die sich ähneln und die Zuschauer verlieren werden. Aber mit der richtigen Werbung, den richtigen Teilnehmern und den richtigen Produzenten findet sich auch in bewährten Formaten immer etwas, was die Zuschauer fesselt."
Der Stoff für Fernsehunterhaltung geht also nicht aus. Die Sender müssten sich nur wieder trauen, die Konzepte aufzugreifen – trotz Krise.
"Der Rückgang in Werbeeinnahmen und überhaupt in der Ökonomie – ob das Osteuropa ist, USA, England, Mitteleuropa – ist stark spürbar, was die Sender natürlich dazu bringt, dass sie erstmal bewährte Brands, die sie haben, bewährte Genres, weitermachen: Das habe ich, das kenne ich, der Zuschauer kennt's, ich muss nicht ins Risiko gehen."
Dennoch, der Blick auf den internationalen TV-Markt zeigt: Auch in Krisenzeiten gibt es genug Ideen für neue Game-Shows, Quiz-Formate und Doku-Soaps. Beispielsweise von Zodiak Entertainment, einem der führenden TV-Produzenten: Der Programmentwickler hat sich von den sogenannten Flashmobs inspirieren lassen, das sind spontan über Internet oder Handy organisierte Menschenaufläufe bei Demonstrationen.
In der Spiel-Show "One World" treten mehrere Prominente gegeneinander an und müssen einen Flashmob auf die Beine stellen. Für die spektakulärste Aktion gibt es eine hohe Geldsumme, die an wohltätige Organisationen geht.
Aus der Ideenschmiede Studio Lambert kommt das Reality-Format "Undercover Boss": Hier tauscht ein Betriebsdirektor den Chefsessel gegen den Arbeitsplatz am Fließband – und das in seinem eigenen Unternehmen. Verkleidet und unerkannt erfährt er dann, was seine Mitarbeiter wirklich leisten und wo es in der Firma hakt.
Im Repertoire der Programmentwickler finden sich auch Angebote, die die Grenzen des bisher Gesehenen ein Stück weiter verschieben und auf diese Weise aus der Masse der Reality-Shows herausstechen. Der finnländische Produzent Aito Media zum Beispiel bringt das Tabuthema Tod auf den Schirm. In der Sendung "The Day Bevor I Die" zeigen Prominente, was sie tun würden, wenn sie nur noch einen Tag zu Leben hätten. Um sich auf die Zeit vor dem Tod einzustimmen, legen sie sich auch schon mal in einen Sarg.
Die meisten Ideen kommen aus Großbritannien. Wegen ihres Sprachvorteils im internationalen Geschäft und guten Verbindungen zum US-Markt sind die britischen Produzenten führend im Verkauf ins Ausland.
Produktionen "Made in Germany" können sich immer besser behaupten, vor allem die Alltagsdokumentationen mit Drehbuch und Laiendarstellern, wie Programm-Scout Jäger berichtet:
"Deutschland verkauft zunehmend und immer mehr Formate. Was hier kaum jemand sieht: Die Daily-Formate, also diese Scripted Reality, die ein sehr deutsches Phänomen ist, das verkauft sich relativ gut in anderen Ländern."
So manche Neuheit auf dem internationalen TV-Markt entpuppt sich als Abwandlung von bewährten Quotenbringern. Während bisher selbst ernannte Innenarchitekten Bruchbuden zu Design-Appartments aufgemöbelt haben, treten die Hausbewohner nun in den Wettbewerb um die am schönsten dekorierte Wohnung – so zu sehen beim britischen Sender ITV.
Nach "Dancing with Stars", der Tanzschule für Prominente, versucht es die öffentlich-rechtliche BBC mit "Dancing On Wheels", der Tanz-Show für Rollstuhlfahrer. David Lyle, dem Chefhändler von Reality-Formaten beim US-Konzern Fox, sind recycelte Konzepte recht; ihr Erfolg sei nur eine Frage der Vermarktung:
"Es gibt viele Shows, die sich ähneln und die Zuschauer verlieren werden. Aber mit der richtigen Werbung, den richtigen Teilnehmern und den richtigen Produzenten findet sich auch in bewährten Formaten immer etwas, was die Zuschauer fesselt."
Der Stoff für Fernsehunterhaltung geht also nicht aus. Die Sender müssten sich nur wieder trauen, die Konzepte aufzugreifen – trotz Krise.