Über Kurden in Rojava berichtet
Deutsche Journalistin Eva Michelmann in Syrien spurlos verschwunden - Angehörige befürchten Festnahme

Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann, die für kurdische Medien gearbeitet hat, ist in Syrien spurlos verschwunden.

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    Wie die Gewerkschaft Verdi berichtete, haben syrische Regierungstruppen Michelmann offenbar am 18. Januar in Rakka festgenommen. Nach Angaben der Organisation "Peoples Bridge" war Michelmann im Gebiet der "Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien", auch Rojava genannt, tätig, als sie von Kräften der syrischen Übergangsregierung unter Präsident al-Scharaa festgenommen wurde – wie auch ihr türkischstämmiger Kollege Ahmet Polat.
    Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass man über das Verschwinden von Michelmann informiert sei. Über konkrete Schritte und mögliche Ergebnisse wolle man aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben. Die Familie will am Nachmittag eine Pressekonferenz in Köln geben.

    Michelmann berichtete über den Kampf kurdischer Frauen und die Entwicklung der kurdischen Selbstverwaltung

    Mitte Januar sorgten Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf die kurdische Selbstverwaltung weltweit für Schlagzeilen. Zu den wenigen Medienvertretern in der Region gehörten Michelmann sowie Polat, der für kurdische Medien gelegentlich auch für die türkische Nachrichtenagentur ETHA berichtete.
    Antonius Michelmann, der Bruder der Journalistin, hat nach eigenen Angaben erst Ende vergangener Woche vom Verschwinden seiner Schwester erfahren. Er mache sich Sorgen. Als freie Medienvertreterin habe sie sich für die Opfer von Rassismus und Faschismus engagiert. Sie reiste in die kurdischen Gebiete, weil sich für die Entwicklung der Selbstverwaltung und dort besonders für den Kampf der kurdischen Frauen für ihre Rechte interessierte.
    Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.