Dienstag, 09. August 2022

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Deutsche Olympiamannschaft
Wirbel um Aussagen über getrennten Rückflug

Wirbel um die deutsche Olympiamannschaft: Der Ruderer Maximilian Planer sorgt mit Aussagen über eine getrennte Abreise von Medaillengewinnern und Athleten, die keine Medaille gewonnen haben, für Aufregung. Der DOSB dementiert das und führt allein logistische Gründe an.

Von Matthias Friebe | 15.08.2016

    Das Deutsche Haus der Olympiateilnehmer in Rio de Janeiro.
    Das Deutsche Haus der Olympiateilnehmer in Rio de Janeiro. (picture alliance/dpa - Michael Kappeler)
    Gibt es in der deutschen Olympiamannschaft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft? Dieses Gefühl bekommen zumindest einige der Athleten beim Blick auf Infos (in einer früheren Version hieß es hier: DOSB-Infos. Das ist falsch und wurde korrigiert) zum Rückflug.
    Planer: "Zwei Flugzeuge"
    Ruderer Maximilian Planer beklagte im Deutschlandfunk: "Du holst eine Medaille – Du bist der King. Du holst keine – Du wirst nicht angeguckt. Das sieht man schon alleine daran: Auf dem Rückflug von Rio nach der Abschiedsfeier wird es zwei Flugzeuge geben. Ein Flugzeug mit Medaillengewinnern und ein Flugzeug mit denen, die keine Medaillen geholt haben."
    Aus einem Schreiben des Ruderverbands (in einer früheren Version hieß es hier: DOSB-Infos. Das ist falsch und wurde korrigiert) an die Athleten, dass dem Deutschlandfunk vorliegt, geht das auch hervor. Am Tag nach der Schlussfeier fliegen zwei Maschinen zurück nach Deutschland. Flug LH511 wird ausdrücklich als "Medaillenflug" bezeichnet.
    Der DOSB dementiert – so wörtlich – eine "Separierung" der Athleten. Die Rückreise von rund 400 Personen sei logistisch "nicht ganz einfach" und es seien lediglich Kontingente auf mehreren Maschinen gebucht. Es sei vielmehr zu Missverständnissen im Ruder-Verband gekommen, "der vor den Spielen über die Reiseplanung informiert" wurde.
    Ruder-Verband räumt Missverständnis ein
    Dieses "unglückliche Missverständnis" gestand der Deutsche Ruder-Verband (DRV) auf Deutschlandfunk-Anfrage ein. Man habe die Informationen des DOSB in einem Schreiben an die Athleten "nur stichpunktartig erwähnt und nicht vollständig erklärt." Der Verband bestätigte aber, der DOSB habe – aus logistischen Gründen – "die Fachverbände gebeten, die Medaillengewinner auf einen Flug zu konzentrieren, um Wartezeiten nach dem langen Flug zu vermeiden."