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StartseiteMusikszeneRecht auf die eigene Sprache03.12.2019

Deutsche Orthodoxe Choraltradition Recht auf die eigene Sprache

In orthodoxen Kloster-Gemeinschaften werden sowohl byzantinische wie gregorianische Traditionen nicht nur gepflegt, sondern auch weiter entwickelt. Eine Besonderheit ist der auf Naturtönen basierende Gesang im Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeitskloster Buchhagen.

Von Jan Tengeler

Für die Mönche im Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeits Kloster Buchhagen ist der Choralgesang auch geistige Übung. Vier Mönche mit schwarzen Kopfbedeckungen stehen im Halbkreis um eine Noten-Partitur, der Abt steht auf der rechten Seite und hebt den Finger, drei der Männer tragen lange Bärte (Guenter Jentsch)
Für die Mönche im Deutsch-Orthodoxen Dreifaltigkeits Kloster Buchhagen ist der Choralgesang auch geistige Übung (Guenter Jentsch)
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Bis heute ist der Choralgesang ein wesentlicher Bestandteil christlicher Gottesdienste.
Was der gregorianische Choral dabei für die lateinische Sprache bedeutet, das gilt auch für den byzantinischen Choral und die griechische Sprache.

Das Deutsche Orthodoxe Dreifaltigkeitskloster im niedersächsischen Buchhagen gehört zur Bulgarisch-Orthodoxen Kirche und orientiert sich an der griechischen Mönchsrepublik Athos. Hier hat man in den 1980er Jahren begonnen, neben dem Gesang der byzantinischen Liturgie auch eine deutsche Choraltradition zu entwickeln, die auf der Naturtonreihe basiert.

Das Deutsche Orthodoxe Dreifaltigkeitskloster Buchhagen liegt im Weserbergland und wurde 1990 von Altvater Johannes gegründet (Nikolay Stotskiy)Das Deutsche Orthodoxe Dreifaltigkeitskloster Buchhagen liegt im Weserbergland und wurde 1990 von Altvater Johannes gegründet (Nikolay Stotskiy)

Inzwischen liegt das gesamte Ordinarium des Stundengebetes und der Liturgie auf Deutsch vor, sowie die Hymnen der Hochfeste und eine Reihe von Psalmenkompositionen.

Diese Gesänge der Mönche gelten als geistige Übung und gehen über die üblichen Hörgewohnheiten hinaus; sie können eine besondere meditative Sogwirkung entfalten. Unser Autor war vor Ort und hat sich mit dem Klosterleben und dem Deutschen Choral vertraut gemacht.   

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