
Heute startete ein Flugzeug mit mehreren Bundeswehr-Soldaten an Bord zunächst nach Dänemark. Laut dem Verteidigungsministerium in Berlin sollen es insgesamt 13 Soldaten sein, die mit einem zivilen dänischen Flugzeug gemeinsam mit anderen Partnern nach Grönland gebracht werden. Auch Schweden, Norwegen und Finnland schicken Soldaten dorthin.
Verteidigungsminister Pistorius sagte, es gehe darum auszuloten, wie die Sicherheit in der Arktis angesichts der russischen und chinesischen Bedrohungen garantiert werden könne. Der SPD-Politiker betonte, dass man sich eng mit den USA innerhalb der NATO abstimme.
Politikwissenschaftler: Trump hat nicht unrecht
Laut dem Politikwissenschaftler Christian Mölling haben die Europäer die Bedrohung vor allem durch russische Schiffe lange nicht ernst genommen. Insofern habe US-Präsident Trump mit seinen Warnungen nicht unrecht. Die Erkundungsmission jetzt sei "eine Geste", die Trump Unterstützung signalisieren solle ohne ihn zu verärgern, sagte Mölling im Deutschlandfunk. Zugleich demonstriere man Solidarität mit Dänemark.
Russland: Falscher Vorwand für militärische Präsenz
Russland hat die Entsendung von Soldaten aus Deutschland und anderen NATO-Ländern nach Grönland kritisiert. Die NATO verstärke ihre militärische Präsenz in der Region unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking, hieß es in einer Erklärung der russischen Botschaft in Brüssel. Die Arktis müsse ein Gebiet des Friedens und der Zusammenarbeit bleiben.
Deutsche Politiker begrüßen Erkundungsmission
Die Entsendung von Bundeswehrsoldaten wird in der deutschen Politik positiv aufgenommen. Die grüne Verteidigungsexpertin Nanni sprach in der Rheinischen Post von einem starken Symbol. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Erndl, CSU, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, damit zeigten die Europäer einerseits, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressierten. Andererseits machten sie deutlich, dass jede nicht abgesprochene Aktion des US-Präsidenten eine unmögliche Situation hervorrufen würde.
Grönland-Gespräche in Washington ergebnislos
Die Mission der europäischen Länder folgt auch auf wiederholte Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung wegen einer Bedrohung durch China und Russland. Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der NATO und Bündnispartner der USA.
Gestern hatten Vertreter Dänemarks und Grönlands mit der US-Regierung in Washington über die Zukunft Grönlands beraten. Der Streit über die Insel konnte bei dem Treffen jedoch nicht beigelegt werden. Der dänische Außenminister Rasmussen sprach anschließend von grundlegenden Meinungsverschiedenheiten.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 15.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



