Donnerstag, 09. Dezember 2021

Deutscher Schwimm-VerbandDirk Klingenberg doch nicht Schwimm-Sportdirektor

Bei der Neubesetzung des Leistungssportdirektor-Postens hat der Deutsche Schwimm-Verband eine Kehrtwende vorgenommen. Einen Tag nach der Bekanntgabe des Ex-Wasserball-Nationalspielers Dirk Klingenberg als Interimsmanager verkündete der Verband einen "Kurswechsel". Hintergrund sei "ein frivoler Bericht".

Von Niko Nowak | 30.03.2021

Eine Sportschwimmerin taucht mit weißer Badekappe ins lichtblaue Wasser.
Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat doch keinen Leistungssportdirektor gefunden. Die Suche geht von Neuem los. (dpa/Uli Deck)
Der Deutsche Schwimmverband hatte gestern eigentlich versucht, für Klarheit zu sorgen – kurz vor den finalen Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele. Der Verband bestätigte die Freistellung von Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen und stellte in diesem Zuge auch seinen Interimsnachfolger Dirk Klingenberg vor. Aber heute verkündet der Verband, dass man sich gemeinsam mit Klingenberg dazu entschieden habe, dass er die Nachfolge nun doch nicht antreten werde.
Thomas Kurschilgen, Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV)
Deutscher Schwimmverband stellt Leistungssportdirektor frei
Kurz vor den finalen Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele hat der Deutsche Schwimmverband die Freistellung von Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen bekanntgegeben.

Von einem Großbordell mitfinanziert

Hintergrund ist das Bekanntwerden eines "frivolen Berichts" aus der Vergangenheit Klingenbergs, heißt es in der Pressemitteilung des DSV. Obwohl kein juristisches Fehlverhalten vorliege, sei dieser Bericht nicht mit den hohen moralischen Ansprüchen des Spitzenverbandes vereinbar.
Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung handelt es sich um einen Zeitungsbericht aus dem Jahr 2014. Klingenberg spielt damals in einer Wasserball-Altherren-Mannschaft. Diese sei von einem Großbordell finanziell unterstützt worden.
Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt Klingenberg, dass er den Bericht von Anfang an erwähnt habe. Er habe sich in keiner Weise einem Vergehen juristisch schuldig gemacht, das solch ein Handeln durch den DSV legitimieren würde.