Ärztinnenbund
"Deutschland hat ein großes Alkoholproblem": Lizenzierte Geschäfte statt Supermarkt und Kiosk und neue Steuern angeregt

Die Vizepräsidentin des deutschen Ärztinnenbundes, Büchin, hat stärkere Maßnahmen gegen Alkoholkonsum in Deutschland gefordert. Man müsse sich geradezu entschuldigen, wenn man bei festlichen Aktivitäten keinen Alkohol konsumiere, sagte sie im Deutschlandfunk. Es gebe in Deutschland ein großes Alkoholproblem.

    Eine weibliche Hand hält ein Glas Rotwein.
    Ein Glas Rotwein galt lange als gut für die Gesundheit. Doch das stimmt nicht. (Eliza / Photocase)
    Gerade bei Frauen bestehe eine Gefahr für Lebererkrankungen. 66 Prozent der alkoholbedingten Krebserkrankungen bei Frauen betreffen Büchin zufolge zudem den Brustkrebs. Immer noch hielten sich Mythen, dass beispielsweise ein Glas Rotwein am Tag gesund sei. Das sei längst widerlegt.

    Maßnahmen gegen Rauchen als Beispiel

    Eine neue Alkoholsteuer könnte insbesondere junge Menschen am Einstieg hindern, sagte Büchin. Die verfügbaren Stellschrauben seien neben dem Preis zudem eine Einschränkung der Werbung und der Verfügbarkeit.
    Lizenzierte Alkohlgeschäfte seien in mehreren Ländern üblich, in Deutschland gebe es dagegen Alkohol im Supermarkt und am Kiosk. Die Maßnahmen beim Rauchen wie die Tabaksteuer hätten gezeigt, dass solche Hebel wirkten. Die Quote rauchender Jugendlicher sei seit 2001 von mehr als 20 auf rund sechs Prozent gesunken.
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    Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.