Bei der geheimen Abstimmung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York erhielt die Bundesrepublik 104 Stimmen - und verpasste damit die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit von 127 Stimmen deutlich. Deutschland hatte sich in der "Gruppe westeuropäischer und anderer Staaten" beworben und unterlag Portugal und Österreich. Beide Länder ziehen nun für zwei Jahre in den Sicherheitsrat mit seinen fünf ständigen und zehn nichtständigen Mitgliedern ein. Auch Simbabwe sowie Trinidad und Tobago wurden gewählt.
Bundeskanzler Merz erklärte in einer ersten Reaktion, das Ergebnis ändere nichts an den Aufgaben, die Deutschland in der UNO gestellt würden. Man bleibe ein verlässlicher Stützpfeiler des multilateralen Systems. Der CDU-Außenpolitiker Hardt nannte den Wahlausgang bedauerlich. Er riet dazu, sich künftig frühzeitig mit den anderen europäischen Ländern abzusprechen, um konkurrierende Bewerbungen zu vermeiden. Grünen-Chefin Brantner sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das Ergebnis sei eine Niederlage für Merz und Außenminister Wadephul - und die Quittung für eine Außenpolitik, die international an Glaubwürdigkeit eingebüßt habe.
Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
