
Bei der geheimen Abstimmung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York verpasste die Bundesrepublik die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich und unterlag Portugal und Österreich. Beide Länder ziehen nun für zwei Jahre in den Sicherheitsrat ein. Bundeskanzler Merz erklärte, man habe das Ziel nicht erreicht. Deutschland bleibe aber ein verlässlicher Stützpfeiler des multilateralen Systems. Außenminister Wadephul räumte ein, es könne Stimmen gekostet haben, dass die Bundesregierung im Nahostkonflikt immer eine besondere Verantwortung für Israel übernehmen müsse. Persönliche Konsequenzen lehnte er ab. Der SPD-Außenpolitiker Ahmetovic sprach von einem Rückschlag. Die Kandidatur sei ein Gradmesser dafür gewesen, wie Deutschland international wahrgenommen werde.
In der Opposition wurde die Abstimmung parteiübergreifend als Niederlage für Merz und Wadephul bewertet. AfD-Chefin Weidel erklärte, auf eine Blamage folge die nächste. Die Grünen-Vorsitzende Brantner sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es reiche nicht, bei internationalen Krisen an der Seitenlinie zu stehen. Linken-Chefin Schwerdtner sagte bei t-online, das Ergebnis sei die Quittung dafür, dass Deutschland in den entscheidenden Konflikten dieser Tage den Mund gehalten und Völkerrechtsbrüche nicht eindeutig benannt habe.
Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
