
Das Verteidigungsabkommen sieht unter anderem eine verstärkte militärische Abstimmung und den Einsatz deutscher Soldaten zur Sicherung von Polens Ostgrenze vor. Nach polnischen Angaben soll beispielsweise enger in den Bereichen kritische Infrastruktur und Cybersicherheit zusammengearbeitet werden. Auch die Kooperation in Ostseeraum und Weltall soll vertieft werden. Das Abkommen knüpft an ein bereits bestehendes Rahmenabkommen von 2011 an. Pistorius sagte, die neue Vereinbarung schlage ein weiteres Kapitel in der Geschichte einer engen Freundschaft auf. Deutschland und Polen übernähmen gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit in Europa.
Jahrestag des Nachbarschaftsvertrags
Anlass von Pistorius' Besuch in Warschau war der heutige 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages von 1991. Bundesaußenminister Wadephul empfing aus diesem Anlass seinen Amtskollegen aus Polen, Sikorski, in Berlin. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, Polen und Deutschland könnten mehr leisten - es gehe um Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.
So müssten beispielsweise der grenzüberschreitende Verkehr ausgebaut werden sowie Partnerschaften etwa in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Weiter heißt es, Deutschland und Polen sollten sich gegen aggressive Handlungen Russlands wehren und dabei insbesondere die Europäische Union stärken.
Zudem gab die Bundesregierung eine Reihe von Kulturgütern zurück, die während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg geplündert worden waren.
Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag von 1991 besiegelt die freundschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten und ergänzt den Vertrag über die Unverletzlichkeit der Staatsgrenzen.
Diese Nachricht wurde am 17.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



